THE SEARCH - Saturnine Songs

Wiederveröffentlichung: CD 2008 / AF Music-Danse Macabre / Al!ve/Emi
Erstveröffentlichung: Sonstiges 2008 / AF Music / afm011

Aus Schweden kennt man musikalisch meist eher elektronische Klänge, vor allem Synth-Pop im Stile Depeche Modes ist in Europas Norden sehr beliebt und hat es oft auch zu einigem Erfolg in Deutschlands Schwarzer Szene gebracht. Puren Gitarren-Wave hört man jedoch seltener aus Skandinavien und doch gibt es dort Bands, die sich mehr oder weniger deutlich an Größen wie The Chameleons, Echo And The Bunnymen, The Sound oder The Fixx orientieren.
THE SEARCH ist eine dieser Bands, die in Deutschland bisher noch nicht so richtig bekannt war, das aber hoffentlich mit ihrem vierten Album „Saturnine Songs“ ändern kann. Fast gleichzeitig erscheint das Album als Internet Download (auf AF Music) und als CD (bei Danse Macabre) und sollte mit großen Vertrieben im Rücken einiges an Aufmerksamkeit erregen können.
Der Waschzettel beschreibt die Musik als „Popmelodien im düsteren Gewand“ und nennt Größen wie The Cure und Joy Division als Einflüsse. Das ist sicher nicht falsch, trifft es aber doch nicht auf den Punkt, weil beide Bands so eigenständig waren/sind, dass Epigonen nur schlecht aussehen können. Stattdessen würde ich hier andere Helden wie Lowlife, The Essence oder Sad Lovers And Giants erwähnen, vor allem, weil THE SEARCH sehr viel von der Atmosphäre der alten Helden transportieren. Dazu gibt es hier und da ganz dezente weitere Einflüsse von Alternative-Rock über Shoegaze-Pop bis hin zu Folk.
Für alte Säcke wie mich, die mit genau dieser Art von Musik groß geworden sind, hat THE SEARCH dementsprechend natürlich etwas wunderbar nostalgisches, was man aber auf keinen Fall mit altmodisch gleichsetzen sollte, denn die Produktion von „Saturnine Songs“ ist modern und zeitgemäß. Die angenehme Stimme des Sängers deutet darauf hin, dass er vielleicht auch schon mal in einer Synth-Pop-Band gesungen hat oder nebenbei ein solches Projekt laufen hat.
Um mal von den ganz großen Namen weg zu kommen (und anzudeuten, wie viel Ahnung ich doch habe…hehe), würde ich THE SEARCH mal locker in die gleiche Schublade packen, wie einige ältere deutsche Bands, die leider nie einen größeren Durchbruch geschafft haben, namentlich Decay, The Die Is Cast, Screaming Fools, The Convent oder Elephant Castle. Für die heute jüngeren Leser kann man auch die wunderbaren Curious oder die Dead Guitars als Eckpunkte erwähnen.
Also: lupenreiner, oft melancholischer Gitarren-Wave mit sehr natürlichem Gesang, der einfach schön zum Anhören ist und auf Klischees verzichtet. (A.P.)

Webadresse der Band: www.myspace.com/thesearchsweden


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