ADN'CKRYSTALL - Minilab


Erstveröffentlichung: LP-Box 2007 / Anna Logue Records / ANN013(-7).2007

Ich gebe es ungern zu, bis vor einiger Zeit war mir das französische Projekt ADN’CKRYSTALL nur vom Namen her ein Begriff. Von der 1982er LP „Jazz’mad“ hatte ich wohl gehört, nur ist sie mir nie in die Finger geraten, da dafür unverschämte Sammlerpreise gezahlt werden müssen.
Als das Kernkrach-Label 2005 jedoch die zwar schlecht klingende, musikalisch aber ausgesprochen spannende „Arabesketch“-7“ mit Aufnahmen von 1985 auf den Markt brachte, lief mir Musik von ADN’CKRYSTALL plötzlich überall über den Weg. Vinyl-On-Demand brachte eine musikalische Retrospektive heraus, die LP „Synthesizers And Other Electronic Masturbators“ erschien und auch Anna Logue Records brachte zum Vierteljahrhundertjubiläum der „Jazz’mad“ eine Art Zwillingsplatte dazu heraus, gleich noch angereichert mit einer 7“. Inzwischen spielte das Projekt um den ausgesprochen freundlichen Erick Moncollin auf dem Kernkrach-Festival und Clogsotronic lieferte eine limitierte 7“/CD-Veröffentlichung nach, ebenso wie Kernkrach zum Festival eine anonyme 2-Track-Single als klingende Eintrittskarte zum Auftritt anbot. Eine regelrechte Überschwemmung an ADN’CKRYSTALL-Musik also in kürzester Zeit.
Gerechtfertigt?
Was die „Minilab“-LP+7“ von Anna Logue Records angeht allemal. Hier wird lupenreiner Minimal-Electro-Sound geboten, der auf Original-Analog-Instrumentarium produziert wurde, wie wir es alle aus den guten alten frühen 80er Jahren lieben. Die alten Synthies piepsen, klonksen, zirpen und blubbern zu schlichten Rhythmen, wie man es „von damals“ besonders auch aus der Cassetten-Szene kannte. Und nicht nur musikalisch hält man sich deutlich an die 1982er Platte, sondern auch was das Artwork angeht, so dass man es hier tatsächlich mit einer Art Schwesterveröffentlichung zu tun hat, oder, wie die „Titanic“ früher gerne rubrikierte: „Zwillinge, bei der Geburt getrennt.“
Die Musik ist überwiegend instrumental, analog und sehr reduziert, früher wahrscheinlich aufgrund eingeschränkten Equipments, heute aber sicher auch konzeptionell gewollt.
Die Auflage beträgt 400 Exemplare und enthält ein unterschriebenes Foto, sowie Beiblätter zur LP und zur Single. Wie immer hat sich Marc Schaffer also versucht, selbst zu übertreffen und auch, wenn es hier weitaus weniger new wavig zugeht, als bei anderen Anna Logue-Veröffentlichungen, so passt es doch perfekt auf das Label, weil man auch spürt, dass das ganze Teil mit viel Liebe gemacht ist. (A.P.)

Webadresse der Band: www.annaloguerecords.com


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