ATARAXIA - A Calliope...Collection


Erstveröffentlichung: CD 2002 / 4th Dimension

Is there anybody out there, who does not know the Italian band ATARAXIA yet? Well, I can´t believe it, but if yes, this wonderfully designed compilation is the perfect beginning for those people, ´cos it features 16 tracks from mostly all the releases in the past decade. This is a perfect view on the work of this outstanding band, which uses millions of influences from many countries and centuries, but also has developed a very own style, which is uncomparable to any other band. ATARAXIA sound very original. I know all their releases from the very first tapes on and I was never disappointed about them. Even if I do not buy many actual releases, there was always the „hunger“ for new material of ATARAXIA.

The CD comes in a nicely packaging with a mini poster and a full colour 32 page booklet. Beside Kirlian Camera, ATARAXIA are my all time favourite band from Italy and I really hope to see them live some day.

If you do not own all their albums yet, „A Calliope...Collection“ is a „must have“ for every collection. A bit of Neo Folk, a bit of medieval sound, some Gothic influences and the wonderful voice of Francesca Nicoli make this band something special, so get your copy of this limited release soon or you will regret some day. (A.P.)

VIC ANSELMO - Interview 2009




Interview mit Vic Anselmo im Zuge der „Trapped in a Dream“ Europatour K17 Berlin
Am 09.April 2009

BA: Liebe Vic, du bist in Deutschland noch vergleichsweise unbekannt, das dürfte in Riga ganz anders sein, auch wenn Zillo und Orkus dich zur Newcomerin ernannt hatten. Hattest du den Angst dich einer völlig neuen musikalischen Hörerschaft zu öffnen, bzw. wie die Reaktionen auf „Trapped in a Dream“ ausfallen?

Vic: Mhmm ich gebe in der Tat zu, dass ich völlig überrollt wurde mit den Emotionen die man mir durch mein erstes Album entgegenbringt. Ich hatte ja nie damit gerechnet, dass meine zuerst für mich geschriebene Musik die Menschen so berührt, wie sie es tut. Das beflügelt mich sehr, wenn ich Einträge ins Gästebuch bekomme, wie sehr Menschen meine CD gefällt. Meine Stücke kommen ganz tief aus meinem Herzen und jetzt wo ich stolz auf das gepresste Produkt zeigen kann, will ich nur noch spielen um den Menschen noch näher sein zu können! Ich stell fest es ist schwer in Worte zu fassen, wie einen das innerlich aufwühlt seine eigene Musik an die Menschen zu tragen und ihr Feedback zu bekommen!

BA: Entstammst du den einer musikalischen Familie, oder hast du dir die Instrumente selber beigebracht?

Vic: Seit ich klein bin habe ich jede Art von Musik in mich aufgesogen, sie ist mein Leben irgendwie. Seit meiner frühesten Kindheit singe ich und drücke sehr viel von mir über Gesang und Musik aus. Mein Großvater spielte wohl ganz viele Instrumente selber, allerdings starb er sehr früh und ich durfte ihn dadurch nicht mehr kennenlernen. Das er mich indirekt aber inspiriert hat denke ich schon sehr! An sich ist meine Familie aber keine richtige Musikerfamilie! Ich begann mit etwa 10 Jahren meine ersten Texte zu schreiben entsinne ich mich, auch schon wieder 13 Jahre her, die Zeit vergeht!

BA: Was inspirierte dich denn zu deinen Texten? Ich habe beim anhören deiner CD festgestellt, dass du viele Träume und Kindheitsphantasien verarbeitest, sie mit Horror vermischst und athmosphärisch fast kleine Alpträume entstehen läßt!

Vic: *lacht* Uihh danke erstmal für dein Alptraumbild! Nun ja da muss ich etwas ausholen für die Antwort! Meine Großeltern leben recht abgeschieden in der freien Natur und ich begann schon als kleines Kind meiner Phantasie freien Lauf zu lassen. Ich habe jeden Sommer dort verbracht und es war toll wenn ich den Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang betrachtet habe, und die Natiur um mich herum zu sprechen begann mit mir. Die ganzen Farben der Bäume und des Lichts, ließen in meinem Kopf Märchenstädte entstehen voll belebt mit fantastischen Wesen. Mein Geist ist und war voller Phantasie, die will da oben raus und ihren Weg in Texten finden. Ich glaube, Kinder sind das unschuldigste auf der Welt und ihre Sichtweise auf alles in der Welt inspiriert mich sehr. Die kleine Vic ist in mir nie verloren gegangen, sie ist immer noch präsent und spielt noch immer gerne. Ich liebe es auch Spiele zu spielen, die mit Endzeitszenarien arbeiten, Apokalypse und merkwürdige Kreaturen die die Welt dann bevölkern. Diese mystischen Orte leben in mir weiter und helfen mir dabei meine Emotionen in Bildern fassbar zu machen. Ich träum auch oft am Tag einfach so und stell mir diese Dinge sehr real vor, gerade auch auf der langen Fahrt von Riga bis nach Berlin. Bei 12h Fahrtzeit im Auto konnte ich sehr tagträumen und war in meinen Parallelwelten. Zuweilen beängstigen mich diese aber auch, deswegen klingen einige Texte wohl auch etwas gruseliger!

BA: Die Arbeit zu „Trapped in a Dream“ war sicher sehr spannend, deine Ideen werden auf CD real, gab es dazu eine Initialzündung?

Vic: Mhmm wie gesagt, ich plane da irgendwie nicht. Es will dann einfach raus und sich in Musik äußern dürfen. Ich hatte viel Zeit in alten Erinnerungen zu stöbern in letzter Zeit und damit kamen die alten damit verbundenen Fantasien zurück. Das Konzept für das Album wurde immer dichter. Ich hatte dann eine eigene Band in Riga gegründet, wobei sich die Besetzung noch einmal sehr gewandelt hat. Wir spracjhen gemeinsam sehr intensiv über meine Vorstellungen und Wünsche und zum Glück sind wir alle auf der selben Wellenlänge und gedanklichen Ebene, so klappte das super!

BA: Du hast einen Song mit dem Titel „Beverly“ auf deinem Album, ein kleines Mädchen. Kannst du uns den Beverly mal etwas beschreiben?

Vic: Aber gerne doch, Beverly ist für mich eine ganz reale Person aus meiner Welt. Ich mag sie aber nicht, weil sie ein kleines Mädchen ist, dass glaubt ein Engel zu sein. Dabei manipuliert sie ihre Mitmenschen aber so, dass sie eigentlich eine kleine Tyrannin ist und sich die Welt so dreht, wie sie es braucht und dadurch alles bekommt, was Kleinbeverly so möchte!

BA: Im Song „The Flight“ beschreibst du die Möglichkeit der Freiheit durch das Fliegen. Ist dies auch ein kleiner Wunschtraum?

Vic: Mhmm im Grunde beschreibe ich das Gefühl des totalen Kicks. Die Geschwindigkeit wird immer stärker, etwa beim Autofahren, und das Gefühl der völligen Freiheit setzt ein. Beim Fliegen ist dieses Rauschgefühl verstärkt. Innerlich bereitest du doich auf den letzten Flug vor, aber weißt nicht wie weich deine Landung sein wird. In meinen Träumen fliege ich sehr oft!

BA: Bei der Welt die du um dich rum hast, verspührst du nicht manchmal auch Angst vor ihr?

Vic: Mhmm nun ja meine Gefühle sind meine Realität für mich und meine Träume meine Wahrheiten. Manchmal werde ich auch etwas depressiv das stimmt schon, aber weniger durch meine Welten, als der Realität dieser Welt verschuldet. Weißt du gerade als junger Mensch, so wie wir beide, finde ich das diese von Erwachsenen vordiktierte Welt lauter Mauern aufbauen läßt. Wie soll man sich den selber ausdrücken, wenn du diesen Bildern nicht entsprichst? Mich ängstigt das sehr, denn viele Menschen können sich nicht mehr frei entfalten, weil sie festgehalten werden von diesen Regeln. Diese Realität gefällt mir nicht Max, das ist die Angst die meine Welt umgibt!

BA: Dein Albumcover ist sehr durchdacht, Kinderspielzeug und Puppen dazu Teddybären und Spinnen die aus Alpträumen stammen könnten. Für mich verdeutlicht es sehr gekonnt den Inhalt deines Albums!

Vic: Danke sehr es freut mich zu hören, dass es aufgegangen ist! Der Künstler mit dem ich zusammengearbeitet habe, hatte ein ganz tolles Verständnis für meine Texte und was ich zum Ausdruck bringen wollte. Mein fantastischer Blick in die Welt war ihm nicht fremd, und so betrachtete er meine Welt mit den selben großen Kinderaugen!

BA: Ich weiß diese Frage hassen Künstler immer, aber stell dir bitte kurz vor, jemand liest deinen Namen und weiß aber nicht, was für eine Art von Musik du machst. Was würdest du ihm sagen?

Vic: Da hast du völlig recht, ich mag diese Frage auch nicht so sehr - sie ist so schwer zu beantworten! Ich bin selber von vielen Künstlern fasziniert und denke das sich diese Einflüße auch in meiner Musik erkennen lassen. Bei Myspace stehe ich unter Gothic und Alternative eingeordnet. Nun ja aber damit ist die Schublade aufgemacht und letztlich drückt es nur aus, dass meine Musik düstere Facetten hat und anders ist als Mainstream. Wie gesagt ich benutze verschiedene Stile und kombiniere elektronische Klänge mit unterschiedlichen Stiltechniken um es abwechslungsreich zu gestalten. Wichtig für mich ist es, das Konzept zum Leben zu bekommen um der Athmosphäre der Träume zu entsprechen.

BA: Deine Tour beginnt heute in Berlin, was erwaretest du den von den jeweiligen Städten?

Vic: Ja heute beginnt unsere Tour. Ich glaube wir spielen dann noch in Hamburg, Ingolstadt und Köln. In Hamburg erwartet die Besucher eine eher akustisch gehaltene Show. Für uns alle ist es das erste Mal das wir als Vic Anselmo Band zusammen in Deutschland sind. Es fühlt sich großartig an, denn keiner hätte gedacht als Musiker hier sein zu dürfen. Ich liebe Deutschland sehr und war zuletzt in Bochum zusammen mit Wayne Husley im Matrix. Jetzt mit meinen eigenen Songs vor Publikum treten zu dürfen wird richtig toll! In Riga waren die Menschen sehr offen zu uns und ich hoffe das wir in Deutschland und später der Schweiz und Italien bzw. Österreich auch mit so offenen Armen empfangen werden! (Maximilian Nitzschke)

SHIRAYA´S DREAM - Interview 2009




Am 09.April diesen Jahres lernte ich als Vorband der Lettin Vic Anselmo die Band Shiraya´s Dream aus Berlin kennen. Mit ihrer besonderen Verquickung von Opernstimme und elektronischen Sounds hatten sie mich sehr schnell in ihren Bann gezogen, und ich beschloß euch nun eine Newcomerband vorzustellen, deren Song „Floating in Space“ es auf die Compilation in der Maiausgabe des Zillo Magazins schaffte.

Im Spätsommer 2008 lernten sich die Mezzosopranistin Anna Aliena (zu dem Zeitpunkt noch Sängerin von Fairy's Garden) und der Komponist Oliver Höhne auf MySpace kennen. Aus einem anfänglichen musikalischen Ausflug wurde schnell eine Band namens Shiraya's Dream. Mit Shiraya´s Dream war auch prompt ein neues musikalisches Genre geboren: Alien-Pop. Diese Stilrichtung beinhaltet Elemente aus Oper, Gothic, Elektro- und World Fusion. Musikalisch und inhaltlich setzen sich Anna und Oliver in ihren Songs mit dem Wunsch nach entrückter Reiselust in irdische und außerirdische Gefilde auseinander. Auf geradezu traumwandlerischer Ebene werden Sehnsüchte und Phantasien miteinander in atmosphärischem Ambiente nach außen getragen. Shirayas Dream entführt den Hörer in eine surrealistische Klangwelt, die nicht nur Avantgarde-Fans Orte zum Verweilen bietet.
Für mich Grund genug mich mit Anna Aliena und Oliver Höhne in Berlin im Stadtteil Charlottenburg zum Interview zu treffen.

BA: Hallo lieber Oliver und liebe Anna, könnt ihr beide mir ein wenig erzählen wie es zur Entstehung von Shirayas Dream gekommen ist? Anna ich glaube du warst vorher ja in einer anderen Formation „Fairy´s Garden“ oder?

Anna: Nun im letzten Sommer habe ich so ein bißchen eine viertägige Flucht aus Berlin ergriffen und bin nach Holland gereist. Mit Fairy“s Garden stagnierte es gerade und ich spürte das es auf einen Bruch hinauslaufen würde. Aus dem Ausland heraus hatte ich immer noch die Band promotet und unsere myspace Seite betreut. Ich hatte aber innerlich nur gewartet auf Myspace einen anderen Kollegen zu finden. Plötzlich erhielt ich Post aus Berlin von Oliver der mir eben über www.myspace.com eine Message schrieb. Darin stand „Grüße aus der Nachbarschaft“. So verfestigte sich der Kontakt zwischen Oliver und mir im Juli 2008 der eben wirklich rein übers Internet entstanden war und half mir auch dabei die Umstände die mich zur Flucht veranlasst hatten besser zu verarbeiten.

Oliver: Nun ich hatte bevor der Kontakt zu Anna entstanden war, schon instrumentale Stücke für Shiraya“s Dream komponiert. Ich wußte ja nicht, daß Anna gar nicht in Berlin war als ich mit ihr schrieb. Ihre Stimme war etwas was mich sehr fasziniert hatte, so daß ich Kontakt mit ihr aufnahm. Meine Kompositionen schickte ich ihr dann und sie gefielen ihr spontan sehr gut.

Anna: Das stimmt, ich fand seine Kompositionen sehr phantasievoll und ansprechend, es entstanden in mir die ersten Bilder und so beschlossen wir den Schritt einer tollen Zusammenarbeit zu wagen, die sich nun Shirayas Dream nennt.

BA: Deine Stimme ist in der Tat auch etwas besonderes, du bist Mezzosopranistin, oder?

Anna: Nun ich habe klassischen Gesangsunterricht genossen ja. So eine Veranlagung dazu klassisch zu singen hatte ich schon recht lange. Als ich meine erste Gesangslehrerin bekam war diese auch noch eine klassische Opernsängerin und obwohl ich gar nicht unbedingt den Plan hatte, klassisch und opernhaft zu singen, schulte sie mich darin immer mehr. Letztlich hat mir das sehr geholfen und ich nehme auch jetzt noch Gesangsunterricht.

BA: Ihr habt ja mit eurer Musik auch gleich einen neuen Stil kreiert: Alien - Pop, aber seit doch so lieb diesen Begriff etwas zu definieren!

Anna: Mhmm nun ich denke wir bieten mit unserer Musik eine Alternative zum normalen Popmusikbusines der so die breite Masse anspricht. Es ist nicht unbedingt sehr üblich Opernstimme mit Elektropop zu vermischen. Ich mein das man Opernstimmen mit Metal oder Gothic vermengt ist nicht mehr so untypisch, aber im Elektrobereich ist es doch noch nicht so verbreitet. Wir bedienen uns musikalisch aus vielen Bereichen und kreieren etwas völlig neues daraus.

Oliver: Nun ja ich bin durch sehr viele Genres geprägt wurden, so besteht bei mir eine Affinität zu der Dark Schiene - wobei da eher in Richtung Weltmusik und Elektro. Mir gefallen Bands wie And One oder auch Depeche Mode zum Beispiel. Beim Produzieren jedoch versuche ich mich in keine Stilrichtung prägen zu lassen. Das für mich schöne ist, daß Anna zu allem gesanglich einsteigen kann. Somit kann es auch in meinen Stücken Stilbrüche geben, so könnte ich auch Tango oder Walzerklänge unter ihren Gesang legen. Ein wunderbarer Spielplatz der sich uns hier aufgetan hat!

Anna: Ich möchte mich selber auch ungern in eine Schiene pressen lassen muß ich sagen! Ich habe gerade im Klassikbereich die negative Erfahrung gemacht, daß wer klassisch singt wenig über den eigenen Tellerrand schaut. Ich empfand das selber immer als zu klein und zu unflexibel. Ich selber möchte aber gerne flexibel bleiben und sehe mich selbst auch nicht als Teil einer bestimmten Szene. Ich nehme mir vielmehr das Recht heraus in allen Szenen zu Hause zu sein und mich daran zu bedienen!

BA: Wie ist den der Entstehungsprozess eines Songs, demokratisch davon geh ich aus, aber wie muß man sich die Arbeit von euch beiden denn so vorstellen?

Oliver: Nun von mir kommen die Stücke instrumental.
Anna: Ich schreibe dann die Texte auf diese Stücke. Klar wenn mir etwas mal gar nicht gefällt wird es nicht für Shirayas Dream benutzt, dass kann Oliver für sein Soloprojekt benutzen „Larsenbacher“. Im Normalfall gefallen mir seine Ideen aber und ich laß mich inspirieren. Was die Texte selber angeht, sie entspringen völlig meinen eigenen Phantasiewelten im Kopf!

BA: Auf eurer CD „Magic Carpet Nights“ befinden sich zwei Songs die inhaltlich Bezug aufeinander nehmen „The Witch“ und „Last Day of Paradise“, könnt ihr die Geschichte dahinter etwas ausführen?

Anna: Nun das stimmt, Der Song The Witch“ entstand zuerst. In ihm geht es um eine Hexenverbrennung. Etwa zwei Monate später reifte in mir die Idee, die Geschichte hinter der Geschichte zu erzählen. Mit „Last Days of Paradise“ kläre ich im Grunde den Hörer darüber auf, wie es zu dieser Verbrennung kommen konnte, was der Hexe eigentlich vorgeworfen wird.

BA: Nun ja auf „Floating in Space“ beschreibt ihr ja ein recht krasses Untergangsszenario durch den Stern Nibiru. Was ist den dran an solchen Apokalypsenbeschreibungen?

Oliver: *lacht* Nibiru ist ein Spiel, wer daran glauben möchte das er den Untergang der Erde bringt, nun der kann gerne daran glauben. Der Sprechpart im Song, der wissenschaftlich daherkommt, ist eine gängige Theorie. Im Internet verbreitet sich diese Theorie sehr rasch und findet ihre Anhänger. Der Part den Anna singt ist natürlich sehr überzogen. 2012 soll also nach der Nibirutheorie das Jahr des Untergangs der Erde sein.

Anna: Nun Ironie spielt bei uns schon eine große Rolle *lacht*

Oliver: Ja das auf alle Fälle! Durch Annas Opernstimme können wir gerne zur Ãœberspitzung als Stilmittel greifen, was wir bei Nibiru auch deutlich tun. Ich meine bisher hat sich ja bewiesen, daß an den ganzen Halbwahrheiten von Esoterikern die Wunder was aus wissenschaftlichen Fakten herauslesen, nicht viel dran war!

Anna: Wobei ich auch finde das der wissenschaftliche Part in diesem Song über die Entdeckung der russischen Wissenschaftler so herrlich naiv daherkommt. Geprüft hat deren Aussage ja irgendwie auch keiner *lacht*



BA: Ihr seid auf der Zillo Compilation vom Mai mit dem Titelsong „Floating in Space“ eines eurer Alben gekommen. Wie kam es denn hierzu?

Anna: Wir hatten Promo CDs an alle großen Gothicmagazine geschickt, vom Orkus bis zum Sonic Seducer. Geantwortet hat letztlich nur das Zillo Magazin und so landete dieser Song auf der Compilation.

Oliver: Na ja die Illusion das Magazine oder Radiostationen nur auf neues Material warten würden, ist weg mittlerweile. Mann buttert einfach eine Menge Geld erst einmal rein um bekannt werden zu können, das war auch mit dem Zillo jetzt so. Das Internet ist hierfür schon mal eine sehr gute Plattform natürlich, auch Webradios, aber verschaffen einem keine Auftritte.

BA: Nun mit Internet sind wir ja auch bei dessen Gefahren, die ihr mit dem Song www Love ganz explizit ansprecht - Internetliebe. Die Zukunftsvision des 21. Jahrhunderts?

Anna: Mhmm na ja dazu muß ich sagen, daß ich tatsächlich eine solche kleine Internetaffäre hatte. Sie hatte mich emotional sehr mitgenommen, gerade weil man sich etwas ausmalt was sich in der Realität nicht bestätigen muß. Gerade wenn du im Internet als Musiker dich recht öffentlich machst, läufst du Gefahr daß sich Fans Phantasiebilder von dir machen und Dinge in Worte projezieren und man selber auch, die nie so gemeint waren. Der Song www Love, hat mich emotional davon befreit und beschreibt ja auch die Verstrickung die entsteht wenn man reale mit virtueller Welt vermengt.

Oliver: Mhmm nun ich selber würde mich glaube ich auf so einem Portal im Netz nicht verstellen wollen, was einige ja so gern tun. Mich würde eine virtuelle Scheinwelt eher unbefriedigt lassen, denn wenn ich in der Realität bin und der jenige ist ganz anders, sind alle Vorstellungen und Wünsche ja auch gleich mit weg.

BA: Ihr durftet im K17 vor Vic Anselmo im April in Berlin spielen, wie kam den dieser Gig zustande und können wir euch in Zukunft öfter live erleben?

Anna: Ich hatte Vic Anselmo auf myspace entdeckt und fand ihre Musik sehr spannend auch vom Schrägheitsfaktor her. Dann auf der Seite des K17 sahen wir, dass sie Vorbands suchen und bewarben uns. Wir wurden dann eben auch mit ausgewählt.

Oliver: Ich hatte an dem Abend auch kurz mit Vic sprechen können, sehr angenehm, aber es ist nicht so, daß wir uns groß persönlich kennen würden. An diesem Abend waren viele Bekannte im Publikum, vielleicht hatten wir dadurch einen kleinen Heimvorteil. Für uns war es ein super Auftritt mit schöner Resonanz!

Anna: Also wer in Berlin wohnt hat die Chance uns am 01.06. in der Junction Bar live zu erleben, oder aber am 18.09. im Kato auch in Berlin. Sonst sind unsere CDs natürlich über unsere Seite www.myspace.com/shirayasdream zu bestellen. (Maximilian Nitzschke)

SKINNERBOX - Show Your Teeth


Erstveröffentlichung: CD 2008 / Tocado Records / Radar Music / Toc 0062

Indie-Rock aus Holland, genauer gesagt aus Rotterdam, klingt doch schon mal ganz interessant. Punk-Rock und Grunge werden als zwei Eckpunkte im Info genannt und Bands wie Stooges, Nick Cave, Muse, Jeff Buckley und Nirvana dürfen als Vergleiche herhalten. Kurz, SKINNERBOX liefern eine schön schräge, aber doch irgendwie eingängige Indie-Platte ab, die man gerne in den Charts finden würde, die es da aber wohl zumindest in Deutschland kaum in die höheren Regionen schaffen dürfte, zu abgedreht und wenig glatt klingt die Gruppe mit dem schön rohen, fetten Bass und dem positiv untalentierten Sänger.
Ich würde mal von einer Mischung aus White Stripes, Dinosaur Jr. (beide auch im Info erwähnt), Cardiacs, Pixies und Clap Your Hands Say Yeah sprechen und das klingt doch nun wirklich aufregend, oder? Sicher haben die Bandmitglieder auch ein paar Sonic Youth-Platten im Schrank stehen. Die etwas schwächeren Momente sind die, wenn der Sound etwas in den 70er Jahren versumpft, wie in „Golden Locks“, aber insgesamt überwiegt doch der sehr positive Eindruck. Macht sicher auch live eine Menge Spaß. Wer seine Musik selbst „Stinksokkenrock“ nennt, verdient zumindest, dass man mal reinhört, oder? Hit: das kurze, aber abgefahrene „Work Out“. (A.P.)

Webadresse der Band: www.skinnerbox.org

FLUX - Safe & Sound


Erstveröffentlichung: CD 2009 / Na-No Tuotanto-Electric Fantastic Sound / Supersounds-A Different Drum / 64 3002407 0040

Ultraspannende Klänge aus Finnland! Nicht, wie sonst meistens düsterer Gothic-Metal oder heftiger Punk, sondern feinster analoger Electro Sound, der, beeinflusst von New Wave und Synth-Pop der 80er Jahre, trotzdem extrem zeitgemäß klingt und die alten Klänge mit modernen Rhythmen verknüpft, wie man es sonst von Gruppen wie Client oder Ladytron kennt. Hier und da kommen auch Erinnerungen an die guten alten Massive Attack auf. Der kleine Exotenfaktor Finnland führt dann zusätzlich noch zu viel Sympathie, zumal die Sängerin Asta eine extrem angenehme Stimme hat. Los geht’s mit „Revelation“, musikalisch Spät-80er EBM-Sound verbunden mit Gesang zwischen Client und Massive Attack – oder so ähnlich. Definitiv ein Song, der das Zeug zum Clubhit hat, sowohl im Underground, als auch im Mainstream, je nachdem, wie mutig oder gelassen ein DJ gerade ist. „Second Unit“ klingt moderner und technoider, ist aber nur ein kurzes Zwischenstück, bevor „Protected“ mit fetter Bassline und Depeche Mode-Melodie (der 90er Jahre) ebenfalls direkt auf die Tanzflächen zielt und sich extrem gut als Single machen würde. Und wie ich gerade feststelle, gibt es das Stück tatsächlich als Singleauskopplung. Mit der perfekten Balance zwischen 80er-Feeling und 90er-Power würde sich hier eine 12“ hervorragend machen. Niedlicher (nicht böse gemeint) Synthie-Pop folgt dann mit „No More Than Alive“, erinnert ein wenig an I Satellite, wenn die jemand kennen sollte. Etwas seichter und weniger interessant ist „Here We Go Again“, das bei mir nicht so richtig hängen geblieben ist. Da begeistern mich die treibenden Analog-Synthie-Klänge von „Stop, Stop“ gleich wieder viel mehr. Wer sich noch an die leider wieder sang- und klanglos verschwundenen Machiste erinnert, weiß in etwa, was ihn hier erwartet. Bei „Sugar Child“ glaubt man fast ein bisher unbekanntes Lied von Client zu hören, definitiv auch mit Single-Potential. In die gleiche Richtung, nur etwas spaciger, geht es auch bei „Turn Back Time“. Deutlich experimenteller mit vielen schönen Analog-Sounds geht es dann bei „Heaven Of Our Own“ zu, fast ein bisschen soundtrackartig. Sicher nicht unbedingt der Hit des Albums, aber Fans des frühen Recoil-Projektes von Alan Wilder sollten mal ein Ohr riskieren. Mit „Electric Woman“ zeigen FLUX schließlich zum Abschluss noch, dass sie offenbar auch Kraftwerk mögen. Ein würdiger Abschluss für ein wirklich gelungenes Electro-Album, das in der ersten Hälfte etwas stärker ist, aber bis auf einen etwas schwächeren Song eigentlich durchweg gutes Material enthält, von dem zwei, drei Songs absolut das Potential für größeren, auch kommerziellen Erfolg haben. Noch ein Geheimtipp, bald vielleicht schon (guter) Mainstream. (A.P.)

Webadresse der Band: www.myspace.com/fluxgem

ARTLESS - Tanzparty Deutschland


Erstveröffentlichung: CD / Teenage Rebel Records / TR CD FUG001

ARTLESS aus der Gegend Düsseldorf/Ruhrgebiet gab es von 1979 bis Ende 1981 und die Gruppe gehörte neben Gruppen wie Razors und Buttocks zu den frühen Punkbands, die sich nicht irgendwann durch den aufkommenden New Wave-Sound beeinflussen ließen, sondern einfach geradeaus Pogo-Punk spielten. Die erste und einzige Single der Gruppe „Mein Bruder is’en Popper“ erschien allerdings erst 1981 und ist ein kleiner früher deutscher Punkklassiker, der auch Anfang der 90er auf dem Sampler gleichen Namens wieder veröffentlicht wurde. Zur gleichen Zeit gab es eine LP mit den Tracks des 1980er Demotapes „Tanzparty Deutschland“, das hier nun, soundtechnisch ein bisschen bearbeitet, auch auf CD erhältlich ist und so manchem alten Punk eine kleine Träne in den Augenwinkel treiben wird. ARTLESS gehörten nie zu den ganz Großen der Szene, lieferten aber ein wunderbares klassisches Punk-Rock-Brett ab, das auch heute noch frisch klingt. Vom Sound sollte man keine Wunder erwarten, wurde hier doch (wahrscheinlich) von einem alten Tape gemastert, da die Original-Tonbänder aus dem Proberaum verschollen sind. Aber gerade dieser raue, ungehobelte Sound macht die Aufnahmen so wertvoll. Hier wurden eben nicht die Möglichkeiten eines professionellen Studios genutzt, um alle Ecken und Kanten wegzuhobeln. Stattdessen rockt es hier schön schepperig los, wobei der eine oder andere Verspieler dem ganzen noch ein paar zusätzliche Sympathiepunkte verschafft. So war das damals um 1980 herum halt, ein paar Leute beschlossen, eine Band zu gründen, nannten sich jede Woche um (von Homicide über Bazookas bis zu Artless, inklusive ständiger Besetzungswechsel) und spielten einfach drauflos. Kaum konnte man drei Lieder einigermaßen durchspielen ging es auch schon auf die Bühne. Und auch, wenn hier und da auch ein paar Schweine-Rock-Anklänge zu hören sind, macht die CD richtig Spaß. „Großstadt“ und „Punk 80“ (mit sehr szenekritischem Text!) sind richtige Hits, ebenso „Unrasiert Und Ungekämmt“ und natürlich gibt es auch eine Version von „Mein Bruder is’en Popper“ zu hören und wie es damals üblich war, machte man sich nicht viele Gedanken, ob man als deutsche Band nun deutsch singen müsste und nutzte halt Deutsch und Englisch, je nachdem, was gerade besser passte. Musikalisch orientiert man sich ganz deutlich an den frühen englischen Bands von den Sex Pistols über Clash und Damned bis Buzzcocks und wie sie alle hießen.
Um den Sammlern, die schon alles von der Band haben einen Kaufanreiz zu bieten, hat man gleich noch 13 Songs eines Konzertes in Essen von 1981 mit auf die CD gepackt, was natürlich noch mal eine Spur rauer klingt und wunderbar zeigt, wie das in der frühen deutschen Punkszene abging.
Dazu gibt es ein richtig schön fettes Booklet mit ein paar Linernotes, Bildern, Texten und Ausschnitten aus alten Fanzines. Eine rundum gelungene Geschichtsstunde also. (A.P.)

Webadresse der Band: www.teenage-rebel.de

WERMUT - Together / Away


Erstveröffentlichung: 7 Inch 2008 / Petit Enfant / Enfant Terrible / enfant X

WERMUT ist seit Jahren ein extrem vielseitiges Projekt. Von purem Neofolk bis tanzbarem Minimal-Electro, aber auch experimentellen und „krautigen“ Klängen ist bei dem Hamburger Projekt beinahe alles möglich und genau diese Vielseitigkeit macht das Duo aus. Wenn nun auf Enfant Terrible eine 7“ erschienen ist, kann man davon ausgehen, dass die (minimal-) elektronische Seite der Band zum Vorschein kommt und genauso ist es dann auch. „Together“ ist ein eingängiger Synthie-Pop-Song, der aufgrund des angenehmen Mann-Frau-Gesangs sofort im Ohr bleibt, obwohl musikalisch eher wenig passiert (minimal eben). Aber die Gesangsmelodie erinnert stark an die 80er Jahre. Experimenteller und spaciger, eher, als wenn Kraftwerk Minimal-Electro produzieren, geht es auf der B-Seite mit „Away“ weiter. Hier werden auch die Puristen, die ausschließlich reinen Minimal Electro-Sound der 80er mögen, mehr als glücklich sein.
Natürlich ist die, auch optisch, schlichte (aber gerade deswegen schöne!) Single limitiert und garantiert wird sie in nicht allzu ferner Zukunft ein gesuchtes Sammlerstück sein. Wer die Split 10“ mit Fiendish Fib und die „Hoffnung“-10“ mochte, kommt an dieser WERMUT-Single auf keinen Fall vorbei. Eine wirklich wunderbare, klassische 2-Track-Single. (A.P.)

Webadresse der Band: www.enfant-terrible.nl

COMPILATION - Festival Der Genialen Dissidenten


Erstveröffentlichung: LP-Box 2008 / Enfant Terrible / Enfant Terrible / enfant11

Was soll man große Worte zu diesem neuen Sampler aus dem Hause von Enfant Terrible verlieren? Das Label ist bekannt dafür, musikalisch gerne 80er Jahre Minimal-Electro-Wave mit Industrial/Avantgarde zu verbinden und hat sich so eine ganz eigene Identität geschaffen. Durchweg alle bisherigen Veröffentlichungen waren mindestens spannend und meistens richtig gut. Nun also der Nachfolger zum bereits extrem guten „Electronic Renaissance“-Sampler, der lange vergriffen ist. LP plus 7“ in einem schlicht-edel gestaltetem Aufklappcover, das macht optisch schon mal was her.
Musikalisch werden alle möglichen elektronischen Spielarten präsentiert, die durchgehend ein gewisses 80s Flair haben. AGENT SIDE GRINDER liefern einen weiteren Hit in ihrem von Cabaret Voltaire und (ein bisschen) Psychic TV-beeinflussten Stil ab und sind die bisher bekannteste Band auf der Platte. Nett ist VINCENT K.s Electro-Punk Version von Christian Deaths „Romeo’s Distress“, ziemlich überdreht. Düster-minimaler Klinik-Sound kommt von NOSZTALGIA DIREKTIVA und ADOLF FILTER erinnert ein bisschen an Bakterielle Infektion, während :CODES auch Liebhaber von Absolute Body Control ansprechen dürften. PIERRE NORMAL klingen wie eine Mischung aus Früh 80er-OMD-Single B-Seite und Synthie-Pop mit Frauenstimme, auch recht gelungen. Ungewöhnlich, aber gerade deshalb fesselnd ist dann noch YSEULT DESCIEUX, das direkt vom verblichenen Invasion Planete-Label stammen könnte.
Die beiliegende Single enthält schließlich noch einmal Minimal-Disco-Sound von JOENGBLOED feat. SOFIA E.R. aus dem Wermut-Umfeld („You Spin Me Round“ meets Dark Day/Nine Circles) und mit COEURVERT einen schicken Synth-Pop-Track zwischen (frühen) Polyphonic Size und 2 Belgen.
Rundum also eine gelungene Zusammenstellung ohne Ausfälle, dafür aber mit vielen kleinen Hits. Mehr gibt es dazu wirklich nicht zu sagen, außer: Kaufen! (A.P.)

Webadresse der Band: www.enfant-terrible.nl

DIE PROFIS - Neue Sensationen + Alte Geheimnisse

Wiederveröffentlichung: CD 2008 / Teenage Rebel Records / TR CD 126
Erstveröffentlichung: LP 1982 / Schallmauer / Schall 025

1982 erschien auf dem Düsseldorfer Schallmauer-Label eine weithin unbeachtete LP der Band DIE PROFIS (vorher auch unter dem Namen Stairs lokal bekannt). Der Mod-Sound der Band, natürlich beeinflusst vom Punk und nicht nur durch die deutschen Texte auch mit NDW-Anleihen, war in Deutschland wohl zu ungewöhnlich für die breite Masse. Bands wie The Jam, klare Vorbilder der Düsseldorfer, hatten in Deutschland nie den Stellenwert und Bekanntheitsgrad, wie in England. Im Laufe der Zeit erkannten aber viele nachgewachsene Leute die Qualität dieser Platte, die einfach voller Energie steckt, wunderbar eingängig ist und ordentliche deutschsprachige Texte abliefert. Würde mich nicht wundern, wenn die frühen Die Ärzte diese Platte auch gekannt haben.
Im Laufe der Zeit wurde die Original-LP zu einem seltenen und damit nicht ganz billigen Sammlerstück, so dass eine Wiederveröffentlichung auf CD schon lange wünschenswert war. Teenage Rebel Records hat sich 2008 der Sache angenommen und neben anderen Wiederveröffentlichungen wie Artless und Kaltfront das Album remastert (jedenfalls ist der Sound sehr gut) und mit 12 Bonustracks (Demos, Studioaufnahmen, Live) aufgefüllt auf CD raus gebracht. So hat endlich jedermann/frau die Gelegenheit diese auch sehr partytaugliche Platte kennen zu lernen. Macht Spaß! Punk, Mod, Ska, NDW und Pop vermischen sich zum ganz eigenen PROFIS-Sound, der wahrscheinlich mehr Bands beeinflusst hat, als man ahnt.
Dazu gibt es natürlich ein fettes Booklet voller Bilder, Texten und einer Diskografie. Das Frontcovermotiv ist sowieso ganz großartig.
Essentielle Wiederveröffentlichung einer zu lange unterschätzten deutschen Platte aus den frühen 80er Jahren. War bestimmt auch live ziemlich spaßig. (A.P.)

Webadresse der Band: www.teenage-rebel.de

JEFF APTER - Never Enough - The Story Of The Cure


Erstveröffentlichung: Buch 2006 / Bosworth Music GmbH / ISBN 978-3-86543-217-4

Eine offizielle Biografie über THE CURE gab es bereits…1988 unter dem Titel „Ten Imaginary Years“, die zwar autorisiert und interessant war, aber eben nach dem „Kiss Me Kiss Me Kiss Me-Album von 1987 endete. Seitdem sind viele Bücher über THE CURE erschienen und teilweise sogar recht interessant („On Record“ oder „Nach dem Regen“ beispielsweise), aber etwas offizielles gab es nicht mehr. Das ändert sich auch mit „Never Enough – The Story Of The Cure“ nicht, aber immerhin hat sich mal ein Autor hingesetzt und die ganze THE CURE-Geschichte aufgearbeitet. Das ist zwar nicht autorisiert, aber wohl doch nah an der Wahrheit. Robert Smith selbst hat dem Autoren keine Auskunft gegeben, dafür aber andere Bandmitglieder wie Roger O’Donnell, Perry Bamonte und vor allem Laurence Tolhurst. Dazu hat der Autor unzählige Interviews, Presseberichte, Plattenrezensionen, TV-Auftritte, das Buch „Ten Imaginary Years“ und vieles mehr ausgewertet und daraus eine umfangreiche, rund 350 Seiten lange Biografie geschrieben, die durchaus kritisch, zumindest hin und wieder, ist und auch auf Widersprüche hinweist, die sich aus verschiedenen Smith-Interviews ergeben. Immer wieder wird, fast schon übertrieben, auf die Alkohol- und Drogenexzesse der Band hingewiesen. Insgesamt wird aber recht ausgewogen und sachlich profund geschrieben, dies ist weder das Buch eines bedingungslosen Fans, noch das Hassbuch eines übel meinenden Journalisten. Das und der recht schlichte Schreibstil machen das lesen angenehm und leicht, wobei etwas mehr Tiefe hier und da nett gewesen wäre, vieles wird nur gestreift, doch es gibt genug witzige, tragische oder einfach interessante Anekdoten, die zur Unterhaltung beitragen. Viel bisher Unbekanntes erfährt man nicht, wenn man Fan der Band ist, aber so konzentriert und sortiert konnte man das alles noch nicht finden. Besonders interessant sind dabei die Anmerkungen von Laurence Tolhurst, der offenbar seinen Groll gegen die Band überwunden hat und die Ereignisse recht nüchtern und sachlich sieht und auch die eigenen Fehler eingesehen hat, die zu seinem Rausschmiss 1989 geführt haben. Soweit man weiß, hat er sich auch längst mit Robert Smith ausgesöhnt. Schade nur, dass Smith hier eben nicht selber zu Wort kommt.
Für CURE-Fans ist dieses Buch auf jeden Fall essenziell, auch, wenn es nicht „offiziell“ ist, um sich ein Bild über die Bandgeschichte zu machen eignet es sich aber allemal.
Schade nur, dass bei der deutschen Übersetzung ziemlich geschlampt wurde. Über Rechtschreibfehler kann man ja noch großzügig hinwegsehen, aber es gibt auch eine Menge Übersetzungsfehler und sogar echte inhaltliche Patzer. Das sollte eigentlich nicht passieren und trübt hier und da das Lesevergnügen ein bisschen. Das wird aber ein bisschen durch die Fotos ausgeglichen, die zwar überwiegend bekannt sind, aber ein paar seltenere Schnappschüsse sind auch dabei. Dazu gibt es umfangreiche Quellenangaben, eine Liste der Bandmitglieder, eine Albumdiskografie bis zu den „Deluxe Editions“, eine Videografie (bis „Galore“) und ein Personen- und Sachregister, sowie ein paar Internetlinks.
Das Buch endet im Jahr 2005, als Robert Smith die Band auf eine Vier-Mann-Rumpfbesetzung verkleinerte, ein passender Zeitpunkt, da dies durchaus den Anschein eines Neustarts hatte und die Band nachhaltig veränderte.
Alles in allem also ein mehr als lohnenswertes Buch und bis jetzt sicher die vollständigste THE CURE-Biografie, auch wenn die frühen Jahre (bis circa 1982) schon die Hälfte des Buches ausmachen und der viel größere Zeitraum danach manchmal etwas sehr kurz abgehandelt wird. Aber die frühen Jahre waren ja auch die interessantesten, wie wohl jeder Fan bestätigen wird. (A.P.)

THE CURE - Never Enouh - The Story Of The Cure


Erstveröffentlichung: Buch 2006 / Bosworth Music GmbH / ISBN 978-3-86543-217-4

Eine offizielle Biografie über THE CURE gab es bereits…1988 unter dem Titel „Ten Imaginary Years“, die zwar autorisiert und interessant war, aber eben nach dem „Kiss Me Kiss Me Kiss Me-Album von 1987 endete. Seitdem sind viele Bücher über THE CURE erschienen und teilweise sogar recht interessant („On Record“ oder „Nach dem Regen“ beispielsweise), aber etwas offizielles gab es nicht mehr. Das ändert sich auch mit „Never Enough – The Story Of The Cure“ nicht, aber immerhin hat sich mal ein Autor hingesetzt und die ganze THE CURE-Geschichte aufgearbeitet. Das ist zwar nicht autorisiert, aber wohl doch nah an der Wahrheit. Robert Smith selbst hat dem Autoren keine Auskunft gegeben, dafür aber andere Bandmitglieder wie Roger O’Donnell, Perry Bamonte und vor allem Laurence Tolhurst. Dazu hat der Autor unzählige Interviews, Presseberichte, Plattenrezensionen, TV-Auftritte, das Buch „Ten Imaginary Years“ und vieles mehr ausgewertet und daraus eine umfangreiche, rund 350 Seiten lange Biografie geschrieben, die durchaus kritisch, zumindest hin und wieder, ist und auch auf Widersprüche hinweist, die sich aus verschiedenen Smith-Interviews ergeben. Immer wieder wird, fast schon übertrieben, auf die Alkohol- und Drogenexzesse der Band hingewiesen. Insgesamt wird aber recht ausgewogen und sachlich profund geschrieben, dies ist weder das Buch eines bedingungslosen Fans, noch das Hassbuch eines übel meinenden Journalisten. Das und der recht schlichte Schreibstil machen das lesen angenehm und leicht, wobei etwas mehr Tiefe hier und da nett gewesen wäre, vieles wird nur gestreift, doch es gibt genug witzige, tragische oder einfach interessante Anekdoten, die zur Unterhaltung beitragen. Viel bisher Unbekanntes erfährt man nicht, wenn man Fan der Band ist, aber so konzentriert und sortiert konnte man das alles noch nicht finden. Besonders interessant sind dabei die Anmerkungen von Laurence Tolhurst, der offenbar seinen Groll gegen die Band überwunden hat und die Ereignisse recht nüchtern und sachlich sieht und auch die eigenen Fehler eingesehen hat, die zu seinem Rausschmiss 1989 geführt haben. Soweit man weiß, hat er sich auch längst mit Robert Smith ausgesöhnt. Schade nur, dass Smith hier eben nicht selber zu Wort kommt.
Für CURE-Fans ist dieses Buch auf jeden Fall essenziell, auch, wenn es nicht „offiziell“ ist, um sich ein Bild über die Bandgeschichte zu machen eignet es sich aber allemal.
Schade nur, dass bei der deutschen Übersetzung ziemlich geschlampt wurde. Über Rechtschreibfehler kann man ja noch großzügig hinwegsehen, aber es gibt auch eine Menge Übersetzungsfehler und sogar echte inhaltliche Patzer. Das sollte eigentlich nicht passieren und trübt hier und da das Lesevergnügen ein bisschen. Das wird aber ein bisschen durch die Fotos ausgeglichen, die zwar überwiegend bekannt sind, aber ein paar seltenere Schnappschüsse sind auch dabei. Dazu gibt es umfangreiche Quellenangaben, eine Liste der Bandmitglieder, eine Albumdiskografie bis zu den „Deluxe Editions“, eine Videografie (bis „Galore“) und ein Personen- und Sachregister, sowie ein paar Internetlinks.
Das Buch endet im Jahr 2005, als Robert Smith die Band auf eine Vier-Mann-Rumpfbesetzung verkleinerte, ein passender Zeitpunkt, da dies durchaus den Anschein eines Neustarts hatte und die Band nachhaltig veränderte.
Alles in allem also ein mehr als lohnenswertes Buch und bis jetzt sicher die vollständigste THE CURE-Biografie, auch wenn die frühen Jahre (bis circa 1982) schon die Hälfte des Buches ausmachen und der viel größere Zeitraum danach manchmal etwas sehr kurz abgehandelt wird. Aber die frühen Jahre waren ja auch die interessantesten, wie wohl jeder Fan bestätigen wird. (A.P.)



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