MOONRISE - Blackest Blue

Wiederveröffentlichung: CD 2009 / Danse Macabre / Al!ve
Erstveröffentlichung: Sonstiges 2009 / af-Music / afm 043

Vielleicht werde ich doch langsam alt oder aber die Ansichten über Musik haben sich in der „Schwarzen Szene“ einfach verändert. Was heute in CD-Infos als „klassischer Wave“, „Gothic Rock“ oder „Old School“ bezeichnet wird, bezieht sich oft nicht auf die Anfänge der dunklen Musik Anfang der 80er Jahre, sondern auf den großen Durchbruch Anfang der 90er Jahre und ist meist eher Dark Wave, zumindest empfinde ich das so. Das aktuelle Album von Rebentisch ist so ein Fall und nun auch das Debüt von MOONRISE. Mal abgesehen davon, dass der Bandname ziemlich blöd ist, wird hier ein sauber, wenn auch ein wenig druckvoll produziertes Dark Wave-Album präsentiert, das sicher in der Szene einige Fans gewinnen wird. Aber Wave-Rock oder gar Gothic-Rock im ursprünglichen Sinne gibt es eher nicht zu hören, auch, wenn hier und da ein paar Einflüsse durchklingen. Ich würde es mal musikalisch irgendwo zwischen Pink Turns Blue und Dreadful Shadows einsortieren, durchaus solide und recht eingängig und teilweise auch für die Tanzflächen der Clubs geeignet. Aber Überraschendes oder gar aufregend Neues gibt es nicht zu hören. Gute Melodien, ganz ordentlicher Gesang, wenn auch hier und da ein bisschen gekünstelt, aber produktionstechnisch keine Ecken und Kanten, kein „Rotz“, man hat einfach nicht den Eindruck, dass bei Konzerten aufgrund schwitzender Menschen das Kondenswasser von der Decke tropft. Es ist eben kein Gothic-Rock, sondern Dark Wave, durchaus gut gemacht, aber mich reißt es einfach nicht mit. Ich werde mir gerne auch das nächste Album anhören, aber das darf dann gerne eine ganze Spur dreckiger produziert sein. (A.P.)

Webadresse der Band: www.af-music.de


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