LVCVS - Semen Roris


Erstveröffentlichung: CD 2009 / Ars Aeterna

Schwer zu beschreibende Musik aus Italien. LVCVS ist ein Projekt, das seit 2005 existiert und mit „Semen Roris“ seine zweite Veröffentlichung vorlegt. Im Info wird von „märchenhaften Einflüssen aus dem Mittleren Osten“ verbunden mit „Mittelalter- und Renaissance-Wurzeln aus Europa“ gesprochen. Das kann man wohl so unterschreiben, auch, wenn ich da kein Fachmann bin. Sehr interessant und ursprünglich wirkt der lateinischsprachige Gesang, das hebt LVCVS durchaus von anderen Mittelalter-Gruppen ab und gibt der Musik etwas besonders ernsthaftes. Die Musik ist sehr reduziert auf originale, alte Instrumente wie Flöten, Lauten, ein wenig Schlagwerk und sogar das türkische Saz. Dazu Gesang, der die altertümlichen Melodien interpretiert (ob damals wirklich in dieser Art musiziert wurde, weiß niemand, da es natürlich keine Tonaufnahmen gibt). Die Mischung ist sehr spannend, mal fühlt man sich an geistliche Gesänge erinnert, mal an eher eingängige Klänge, wie man sie sich „bei Hofe“ vorstellen würde. Natürlich kommt hier und da eine Erinnerung an Ataraxia oder einige Künstler vom portugiesischen Equilibrium-Label auf, aber das stört nicht weiter, auch, wenn die großen Italiener natürlich unerreicht bleiben.
Es ist ganz klar, dass das Quartett LVCVS hier ernsthaft versucht, die Musik der Vergangenheit zu beleben und das wird auch gut gemacht. Ich persönlich finde aber, dass die CD etwas zu lang geraten ist, irgendwann wird es dann doch etwas anstrengend, genau zuzuhören, aber zum Nebenbeihören ist „Semen Roris“ eben auch nicht geeignet, höchstens als passende Untermalung zum lesen eines historischen Romand wie zum Beispiel „Der Name der Rose“. Mittelalter-/Alte Musik-Liebhaber sollten hier aber auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. (A.P.)

Webadresse der Band: www.arsaeterna.com


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