TELEMARK - Informat


Erstveröffentlichung: CD 2009 / X-Mist - Salon Alter Hammer / Broken Silence / XM-096/SAH-07

Die Duisburger Band TELEMARK legt mit “Informat” schon ihr drittes Album vor, aber ich muss gestehen, dass mir die Band bisher unbekannt war. Leider, möchte ich da ganz schnell ergänzen, denn ich habe mit Sicherheit bisher eine ganze Menge verpasst und werde das schnellstens durch die Anschaffung der ersten beiden Alben nachholen.
Nun aber erstmal „Informat“…von „Postcore Underground“ schrieb die Zeitschrift Intro. Das sagt mir so gar nix. Im Waschzettel steht was von „Post-Punk-was-auch-immer mit Noise-Schlagseite“. Damit kann ich schon eher was anfangen. Und richtig, da kommt durchaus ein bisschen New Wave-Feeling verbunden mit schön punkrockigen Gitarren auf, hier und da mit Analog-Synthie-Einsprengseln. Die Eckpunkte sind sicher Punk im Stile von Razzia, Exil/Turbostaat und ganz besonders den Jens Rachut-Bands wie Dackelblut und Oma Hans und auf der anderen Seite die besseren neuen Deutschen Bands wie Spillsbury, Front und Mediengruppe Telekommander. Dazu noch eine Prise Fehlfarben und Abwärts, auch, was die Texte angeht, und heraus kommt eine ganz eigene TELEMARK-Mischung, die eine ziemliche Energie verbreitet. Besser kann man es kaum machen: aus allem möglichen guten Sachen das Beste herausziehen und zu einem eigenen Ganzen vermischen. Und auch, wenn es aufgrund der ganzen genannten Bands (die teilweise auch ehrlich als Vergleiche im Info genannt werden) so klingt, hier geht es nicht verkopft zu, sondern die Band rockt ordentlich los und macht bestimmt auch live eine Menge Spaß. Wenn man bedenkt, wie viele neue deutsche Bands heute als innovativ und aufregend dargestellt werden, hätten TELEMARK ganz sicher den Sprung in die erste Reihe verdient. Dafür sind sie aber wahrscheinlich zu glaubwürdig und nicht formbar genug…hoffe ich wenigstens. Zugegeben, bei solchen Bands wünsche ich immer, dass sie nicht den großen Durchbruch schaffen und ich damit angeben kann, eine kleine, aber wirklich besondere Band zu kennen. Aber meinetwegen, wenn sie dann doch irgendwann kommerziell erfolgreich werden, gönne ich ihnen das auch. Dann kann ich wenigstens noch sagen, „ich kannte die schon vor den großen Durchbruch“ und beeindrucke die zu spät gekommenen dann mit meinem Musiksachverstand. Schön, wenn man vom Talent anderer so einfach mit profitieren kann, oder?
Aber im Ernst: „Informat“ hat echt das Zeug zu Großem! Knapp 35 Minuten Energie auf den Punkt gebracht. (A.P.)



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