ERIC FISH AND FRIENDS - Anders Sein Der FilmTourFilm


Erstveröffentlichung: CD 2009 / Esox Music

Dass Eric Fish, der charismatische Frontsänger von Subway to Sally, ein kreativer Kopf ist, ist längst kein Geheimnis mehr. Wenn mal kein Stress und das nächste Album der Potsdamer in den Startlöchern ist, widmet er sich voller Leidenschaft seinen Solopfaden, die schlichtweg nur „Eric Fish and Friends“ heißen. Nach „Auge um Auge“, „Zwilling“ und „Gegen den Strom“ erschien im Juni die DVD und Live CD „Anders Sein – Der Film TourFilm“. Der Name irritiert im ersten Moment, verkörpert aber sehr gut die Andersartigkeit dieses musikalischen Projektes.



Wer einmal in den Genuß eines Solokonzertes von Eric Fish and Friends gekommen ist, der wird mir zustimmen, dass diese Abende sehr wenig mit den energetischen Riffs von Subway to Sally zu tun haben. Im Gegenteil, denn das Projekt lebt allein von den akustischen Klängen und der Atmosphäre, die Eric und seine Bühnenpartner erzeugen. Nach einiger Zeit und dem stetig wachsendem Erfolg von Subway to Sally stellte Eric Fish fest, dass er je größer die Hallen wurden in denen Subway spielten, die wahren Emotionen des Publikums immer schwieriger spürbar wurden. Was jedes gesungene Wort in den Menschen auslöste, war nicht mehr direkt ablesbar für den Frontmann, da eher die Stimmung der Masse in den Vordergrund rückte. So beschloß der sympathische Blondschopf im Jahre 2002 seine Akustik - Klampfe wieder auszupacken und ein paar Veranstalter anzurufen, um ihn einfach so spielen zu lassen. Eric Fish spielte einfach Lieder die er so im Repertoire hatte, was wohl Anfangs noch nicht sehr eigenständig klang, aber schon die von Eric gesuchte Intimität und Authentizität besaß.
Mit Hilfe dieser Abende gewann Eric Fish jedoch die Gewißheit, dass es diese handgemachte Art Musik zu spielen und zu berühren ist, die ihm wieder den Boden geben würde um neue Energie für sich selbst und seine künstlerischen Wege zu bekommen. Etwa ein dreiviertel Jahr später begann er auch die ersten eigenen Texte für sein Soloprojekt zu schreiben, die sich stilistisch deutlich von denen Subway to Sallys unterscheiden. Fish Texte sind intim und legen den Finger gerne auf emotionale Wunden, ohne sich dabei mystischer oder mittelalterlicher Bilder zu bedienen. Fish ist roh, ist authentisch und bohrt sich tief in die Seele hinein. Der erste Mitstreiter für seine Solopfade war Rainer Michalek, bereits seit Armeezeiten kannten sich Eric und er. Als Jugendliche fuhren sie oft auf Konzerte zusammen und packten oftmals danach ihre Gitarren heraus um selbst ein wenig „anders zu sein“ als der Rest der Jugendlichen zu DDR Zeiten. Als Eric nun als Solokünstler unterwegs war führten die Wege der beiden wieder zueinander, und Rainer fuhr auf Erics Touren als Techniker mit. Eines Abends spielte Eric einen Neil Young Titel mit Mundharmonika, wobei Rainer ihm nach dem Konzert sagte, dass sich dies nicht wirklich gut angehört hätte. Am nächsten Abend holte Eric daraufhin Rainer vom Technikpult und ließ ihn Mundharmonika spielen, worauf Rainer sich wacker schlug und fortan auch auf der Bühne blieb. Das Duo Eric Fish und Rainer Michalek war formiert, jedoch fehlte es irgendwie noch am dritten Mann. Dieser fand sich in Uwe Nordwig, der mit seiner eigenen Band auf einem Festival spielte, und sich obendrein zum guten Gesprächspartner entwickelte. Eric bot ihm an bei Subway to Sally als Backliner einzusteigen. Seit nunmehr 10Jahren fährt Uwe bei Subway nun schon mit. Eric und Rainer erzählten ihm damals oft von ihren gemeinsamen Auftritten und nach einiger Zeit stieg Uwe Nordwig als Musiker bei Eric Fish Solo ein. In Erics Kopf manifestierte sich indes die Idee, ein richtiges Projekt mit Niveau aus dieser kleinen Band aus Freunden zumachen und so begann sich in den nächsten dreieinhalb Jahren eine Spielroutine und eine Eigenständigkeit zu entwickeln, die Eric Fish and Friends zu mehr als nur „Erics Nebenprojekt“ zu Subway to Sally machte. In der ersten Platte „Auge in Auge“ manifestierte sich diese Eigenständigkeit in musikalischer Form und bestätigte die Ambitionen der drei. Denkende Texte in Liedermachertradition, authentisch und ehrlich, dass war was diese Platte dem Hörer bot. Der vierte Mann im Boot Gerit Hecht ist jemand, der ständigneue Ideen produziert. Nach ein paar Ausflügen im Synthiepop und Schlagerbereich von Gerit Hecht, lernten sich Eric und Gerit kennen und entdeckten sehr schnell eine Seelenverwandtschaft. Beide komponieren die Stücke der nachfolgenden Alben gemeinsam, und hauchen dem Projekt über Musik und Texte immer mehr Leben ein. B.Deutung kam erst 2008 als fünfter Mann mit hinzu, obwohl sich Eric Fish und B.Deutung schon wesentlich länger kennen. Die musikalischen Wege drifteten jedoch auseinander, denn Eric ging zu Subway to Sally, während B.Deutung mit einem Freund zusammen „The Inchtaboktables“ gründete. Bei Eric reifte 2008 die Idee ein Cello als Klangfarbe hinzuzunehmen, wobei ihm sein guter alter Freund B.Deutung einfiel. Etwa auf der Hälfte der Tour, fragten Uwe, Rainer und Eric ihn, ob er denn nicht als fünfter Mann die Band künftig bereichern mag – er bejahte.



Mit der nun produzierten DVD „Anders sein“ sehen wir einen Film aus über 100 Stunden Filmmaterial, die während der Tour im Februar 2009 gedreht wurden. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Live – DVD, Dokumentation und Roadmovie, der den Zuschauer in das Universum von Fish & Friends einführt. Bei den beiden Deutschlandpremieren des Films wurde er begeistert vom Publikum aufgenommen und setzt neue Maßstäbe in der Musik DVD Szene. Musik wird gemischt mit Hintergrundinformationen, Emotionen der Songs mit der Bandintension „anders zu sein“. On the Road wird die Band begleitet und auf der Bühne, am Lagerfeuer wie beim Schlittschuhfahren. Die Einblicke sind intim, mal im Tourbus und dann wieder im Aufnahmeprozess im Studio. Die DVD bietet 84 Minuten gebannte Unterhaltung mit und um Eric Fish und seine Freunde. Die Live CD hingegen fängt die Stimmung dieser Frühjahrstour 2009 hörbar ein. 16 Songs wie 100 Jahre, An der Zeit, Ehrlich will ich bleiben oder Schrei erklingen in Live Atmosphäre im heimischen Wohnzimmer und lassen auch den Hörer durch intensive und nachdenkliche Texte „anders sein“ als den gewöhnlichen Musikkonsumenten. .



Als Fazit kann ich nur den Herren Fish selbst zitieren, der in Fish and Friends ein ganz bodenständiges und handgemachtes Ding sieht, dass immer einen wichtigen Aspekt seines Lebens ausmachen wird. Die Anteilnahme des Publikums an ihrer Musik und ihren Texten ist den Jungs eine solche Bestätigung, dass sie uns auch künftig bereichern werden. Bereits im September wird das nächste Fish Album erscheinen und Ich vermute sehr, dass die Jungs dem Motto „Ehrlich will ich bleiben, ehrlich will ich sein, Lieder will ich schreiben so wie ich sie mein!“ treu bleiben! Im September wird dem Album eine Tour durch 14 deutsche Städte folgen auf die ich mich schon jetzt sehr freue! (Maximilian Nitzschke)



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