KRYPTERIA - My Fatal Kiss


Erstveröffentlichung: CD 2009 / OnFire / Roadrunner

KRYPTERIA – MY FATAL KISS
"(VÖ: 28.08.2009 OnFire/Roadrunner)

Bands wie etwa Krypteria zu bewerten bleibt meist eine recht undankbare Sache. Gerade auch mit dem Hintergrundwissen, dass es sich bei sämtlichen Musikern um erfahrene Produzenten und/oder Musiker handelt, die sich mit dem Genre ausgesprochen gut auskennen und folglich wissen, wie man sicher eine Chartlandung hinlegt. Dadurch erwartet man von Krypteria schon ein symphonisches Album, dass stimmungsvoll und energiegeladenen Metal präsentiert.
Dennoch lässt mich die komplette Spielzeit von ""My Fatal Kiss"" über das Gefühl nicht los, dass diese Scheibe sehr zielgerichtet, um nicht zu sagen konzipiert wurde. Okay, man kann Ji-In Cho nun wirklich kaum vorwerfen, dass sie zum einen gut aussieht und zum anderen über eine angenehme Stimme verfügt.
Genauso wenig ist es für mich verwunderlich, dass Gitarrist Chris Siemons seine Kompositionen mit zahlreichen Chören, Streichern und anderem Bombast unterlegt, was gerade in der Symphonic Metal-Szene eigentlich immer gut ankommt.
Entsprechend souverän ist dadurch die Scheibe aber konzipiert. An rockigen Sachen wie dem Opener-Doppelschlag ""Ignition"" und dem Titeltrack „My Fatal Kiss“ lässt sich kaum etwas aussetzen, der Bonustrack ""Too Late, Game Over & Goodbye"" stellt ebenfalls ein Highlight dar. Allerdings drängen sich dazwischen mit Nummern wie ""Never Say Die"", ""Dying To Love"" oder ""Shoot Me"" für mich zu viele durchschnittliche und leider teils schon belanglose Tracks, denen man jeglichen Tiefgang absprechen muss.
Was man zum Beispiel mit dem Song ""Deny"" aussagen wollte, bleibt mir bislang unklar. Der schnelle Beat von Drummer S.C. Kuschnerus wirkt hier irgendwie völlig deplatziert. Zu den (zugegeben) relativ harten Riffs mag er passen - zu den Vocals geht das aber gar nicht. Auch an sanfte Balladen zum Träumen wurde gedacht,in Form von ""Why (Did You Stop The World From Turning)"" und vor allem ""God I Need Someone"" – sie geben die obligatorischen Kuschelsongs ab.
Als Fazit lässt sich zu diesem vierten Album ""My Fatal Kiss"" sagen, dass es unterm Strich einen soliden Eindruck hinterlässt. Oberflächlich betrachtet ist das vierte Krypteria-Album schon gelungen, jedoch besitzt es schon fast zu wenig Ecken und Kanten um nicht nur als ein akustisches Hochglanzprodukt gewertet werden zu können.Vielleicht wäre weniger Perfektion hier dann doch angebrachter gewesen!?

(Maximilian Nitzschke)



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