CASIMIR OPERATOR - Catharsis


Erstveröffentlichung: CD 2010 / Plastic Frog Records / Plastic Frog Records / pfr040

CASIMIR OPERATOR ist ein mir bisher völlig unbekanntes Projekt aus Deutschland, das nun auf Plastic Frog Records ein erstes Album, dessen 14 Tracks einfach nur durchnummeriert sind.
Die Musik ist anstrengend, im positiven Sinne, irgendwo zwischen Industrial, New Wave, Dark Wave und was weiß ich noch alles.
Mal ist es düster-ambient-krachig. Schwebende Klänge, die doch eine gewisse Lärmigkeit vermitteln und dunkel-grummelnde Stimmen, erinnert hier und da ein bisschen an alte Swans oder deren Nebenprojekt Skin. Auch leichte Foetus-Anklänge lassen sich ausmachen. Teilweise wird es richtig laut – genau dafür ist das Album auch gemastert – und man stellt sich zur Musik einen Film vor, in dem ein Serienkiller durch eine düstere Fabrikhalle zieht und seine nächsten Opfer verfolgt. Zur Abwechslung wird es dann auch wieder normal instrumentiert wavig mit elektronischen Spielereien, wobei die Eldritch/McCoy-Stimme durchgehalten wird.
Insgesamt ein schwer fassbares, spannendes Album, auf das man sich allerdings einlassen muss. Hätte auch gut Anfang der 90er in einer in Deutschland neu erwachten Dark Wave-Szene erscheinen können und dort sicher für Aufsehen gesorgt. Swans treffen auf frühe Sleeping Dogs Wake treffen auf Pink Turns Blue zur „Meta“-Phase trifft auf Experimental-Soundtrack. Ich finde es sehr gut, wenn auch hier und da etwas zu lang und beliebig. Kürzer und knackiger wäre noch besser gewesen. Würde mich freuen, wenn viele Leute dem Album in einer Zeit, in der mutige Alben eher misstrauisch betrachtet werden, eine Chance geben würden. (A.P.)

Webadresse der Band: www.plasticfrogrecords.com


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