LIV KRISTINE - Skintight


Erstveröffentlichung: CD 2010 / Napalm Records / Napalm Records

War ich durch Leaves Eyes und in diesem Zuge schon öfteren Gesprächen mit der sympathischen Norwegerin Liv Kristine schon einmal aufmerksam geworden auf die Soloaktivitäten, hatte ich diese bisher eher als für mich uninteressant abgetan, weil sie mir schlichtweg zu poppig waren. Mit „Skintight“ wagte ich einmal wieder den Versuch, mich an die Solopfade von Liv anzunähern, jedoch bereute ich nach dem durch Hören des Albums diesen Versuch auch wieder.

Es liegt für mich nicht wie viele Kritiker meinen an der Stimme der Sängerin, die ich immer schon als sehr angenehm empfunden habe, sondern an der Belanglosigkeit des dritten Solowerkes „Skintight“. Das erfreuliche ist, dass die 10 Songs nach nur 35 Minuten schlichtweg am Ohr dahingeplätschert sind, aber keinerlei Spur hinterlassen haben. Sie sind von einer unerträglichen Ödnis befallen und sei es nun, dass sie „Twofold“ oder „Lifeline“ heißen. Sie bleiben austauschbar, da es ihnen schlichtweg an einer originellen Songstruktur fehlt, die aufhorchen lässt. Die Melodien die Liv erschuf, sind nicht reißend, kein einziger Ohrwurm, der hängen bleiben würde. Das, was sicherlich die Absicht des Albums war, wenn es schon nicht mit reißt, provoziert oder gar tanzbar ist, einfach unterhaltsam zu sein, stellt sich erst recht nicht ein. Der Titelsong ist mehr als mau und dudelt vor sich hin, was vielleicht tolerierbar wäre, wenn danach besseres Material folgen würde, aber genau da fehlt es.

Wenn Live Kristine fern von Leaves Eyes und Metal Erfolge feiern möchte, dann bin ich mir sehr sicher, ist „Skintight“ der falsche Weg, denn dieses Album schadet, außer den Ohren, eigentlich niemandem, aber genau da liegt der Punkt. Wer soll denn als Käufer angesprochen werden?
Rockfans werden das Album zu poppig finden und textlich zu schwach, Popfans haben andere Sängerinnen, die im Moment die Charts erobern und bedauerlicherweise besseres Material abgeliefert haben, und Metalfans die das Album aufgrund der Zugehörigkeit von Leaves Eyes kaufen würden, finden Weichspülmusik vor, die sie nicht begeistern würde. Bleibt nur zu hoffen, dass sich Liv Kristine ein paar erbarmen und aus Höflichkeit oder Mitleid diese CD kaufen. Nur das kann ja nicht die Ambition hinter ihrer Musik sein, dafür ist die Norwegerin zu sehr Vollblutmusikerin, als dass sie nichts auszusagen hätte. Dennoch dieses Album ist schlichtweg egal und wird in meinen Augen eine weitere unnötige Veröffentlichung im Herbst 2010 bedeuten. Das ist schade und im wahrsten Sinne – völlig unnötig! (Maximilian Nitzschke)



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