AY! - Winny On Tour


Erstveröffentlichung: 7 Inch 7"" / Sid Records/Institut Zur Freundlichen nutzung Von Kernkrach / Kernkrach / X1-1 SID7 / krach023

Dr. Kernkrach hat mal wieder gegraben und eine bisher völlig unbekannte Band aus den 80er Jahren ausfindig gemacht, oder hat irgendjemand schon mal von AY! gehört?
Dabei hat das Trio 1989 sogar eine Single auf dem eigenen Label Sid Records produziert, diese aber wohl praktisch nicht vertrieben, so dass Kernkrach die (Rest-) Auflage von 150 Exemplaren nun endlich unter die Leute bringt.
Damals lag die deutsche Wave-Szene ziemlich am Boden und erst in den Folgejahren erlebte sie eine monumentale Wiederbelebung durch das Zillo-Magazin und Bands wie Das Ich, Project Pitchfork und Deine Lakaien. Und genau in diese Schiene passt auch die Single, wäre sie ein Jahr später erschienen, hätte sie vielleicht den Beginn einer (kleinen) Karriere bedeutet, so blieb sie aber total unbeachtet neben anderen damaligen Bands wie Les Berrtas, Teenage Brain Surgeon, Cradle Of Spoil oder Vision Factory, die alle damals selbstfinanzierte Platten veröffentlicht haben, ohne aber richtige Vertriebsmöglichkeiten nutzen zu können. Viele dieser Platten in Miniauflagen sind heute gesuchte Sammlerstücke und so ist es schön, dass AY! jetzt auch zu hören sind.
Musikalisch ist es eine Mischung aus Synthie-Pop und Dark Wave, kein reiner Minimal-Electro, aber doch auch für Fans davon goutierbr. Cradle Of Spoil auf ihrer ersten Single oder die vor kurzem erschiene Single von The Proximate Force auf Plastic Frog Records kann man als Vergleich hinzuziehen, es ist also durchaus auch ein gewisses Faible für die damals explodierende Electronic Body Music hörbar. Ruhrpott-Wave nannten wir das damals.
Das schwarze Vinyl wurde diesmal in ein schlichtes, aber sehr gelungenes Cover verpackt, das einmal mehr zeigt, dass es nicht immer extrem aufwändiger Verpackungen bedarf, um eine Kernkrach-Single auch optisch von anderen Veröffentlichungen positiv abzuheben. So soll es sein. Sammler von gutem alten deutschen Electro-Wave müssen einfach zugreifen. Selber beschreibt die Band auf dem Cover ihre Musik als „Synthie-Pop ohne tieferen Sinn“, was sicherlich aus der heutigen Sicht rückblickend so gesehen wird. (A.P.)

Webadresse der Band: www.kernkrach.de


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