OLAF SEIDER - Zeitenwende


Erstveröffentlichung: CD 2009 / Danse Macabre Records

OLAF SEIDER kenne ich seit rund zwanzig Jahren, als er, genau wie wir vom Back Again, extreme aktiv in der damals florierenden Tapeszene waren. SEIDER war schon damals musikalisch extrem vielfältig interessiert und hat selber auch immer unterschiedlichste Musik in Bands und Soloprojekten gemacht. Zusätzlich hat er im neuen Jahrtausend auch verstärkt Hörspiele auf seinem eigenen Label Hörspiele-Welt produziert und veröffentlicht und dabei einige wirklich gute Sachen abgeliefert. Nach über zehn Jahren hatte er dann mal wieder Lust, eine Soloveröffentlichung zu produzieren und weil er schon immer eine Vorliebe zur Dark Wave-Szene hatte, bewegten sich die neuen Aufnahmen in Richtung EBM, Dark Wave und Dark-Electro mit deutschen Texten. Bei der Produktion nutzte er die Möglichkeiten des Internets, um die potentiellen Hörer an der Entstehung des Albums, das er als sehr persönlich bezeichnet und deshalb unter seinem eigenen Namen veröffentlicht, teilhaben zu lassen. Mit Danse Macabre Records fand er schließlich einen starken Partner für den Vertrieb.
Zuerst einmal fällt auf, dass die Produktion ziemlich fett und gelungen ist, immerhin handelt es sich hier weitgehend um eine Eigenproduktion. Da merkt man schon, dass SEIDER seit über 20 Jahren im Musikgeschäft ist und dabei einige Erfahrungen gesammelt hat.
Für die Produktion des Albums hat er eine ganze Menge, teilweise sehr bekannte Gäste zur Unterstützung eingeladen.
Musikalisch geht es wie gesagt in die Dark-Electro-Richtung, wobei wohl vor allem viele Bands und Projekte aus den frühen 90er Jahren ihren Einfluss hinterlassen haben, von Umbra Et Imago über diverse Bands vom Celtic Cirle Productions-Labels wie yelworC, Pierrepoint und Page 12 bis hin zu experimentelleren Acts wie Placebo Effect oder Operating Strategies. Das kann man für wenig zeitgemäß halten, aber OLAF SEIDER mixt das alles zu seinem ganz eigenen Ding zusammen und aufgrund der guten Produktion sind einige Tracks absolut für die Tanzflächen geeignet, bestes Beispiel ist sicherlich „Goldener Käfig“. Etwas unpassend finde ich die, hoffentlich nur unbewusst, an Sopor Aeternus erinnernden Fotos von SEIDER auf dem Cover
„Zeitenwende“ ist auf keinen Fall ein musikalisch innovatives Werk, hat aber die Qualitäten, eine ganze Menge Leute in der heutigen „schwarzen Szene“ zu begeistern.
Neben der „normalen“ CD-Veröffentlichung gibt es auch noch eine spezielle, auf 100 Exemplare limitierte Promo-Edition im DigiPak mit verändertem Artwork. Fans und Sammler sollten also die Augen offen halten. (A.P.)

Webadresse der Band: www.olaf-seider-coincidence.de


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