FEAR INCORPORATED - Sawney’s Cave


Erstveröffentlichung: CD 2010 / Plastic Frog Records / pfr045

Aus dem Hause Plastic Frog Records ist man sonst ja eher minimal-elektronisches und dark-waviges gewohnt, umso überraschender, dass nun von FEAR INCORPORATED ein Album veröffentlicht wird, dass in der weiten Welt des Gothic Rock beheimatet ist. Andererseits…viele Minimal-Electro-Freaks sind auch Liebhaber des guten alten Gothic-Rock der 80er Jahre, was verwunderlich ist, denn weiter auseinander können zwei Musikrichtungen kaum liegen. Aber was erzähle ich, ich bin ja schließlich selber Fan beider Musikrichtungen.
FEAR INCORPORATED ist eine englische Band, die mindestens zwei illustre Musiker in ihren Reihen zählt, nämlich Cam Campbell und Terry MacLeay, beide in der ersten Hälfte der 80er Jahre bei den legendären Sex Gang Children beteiligt. So ist es einerseits nicht überraschend, dass sie auch heute noch diesen Stil produzieren und andererseits genau deshalb sehr erfreulich, verleugnen doch unzählige damalige Musiker heute ihre musikalischen Wurzeln.
„Sawney’s Cave“ ist ein Konzeptalbum, in dem es um den Engländer Sawney Bean geht, der im 16. Jahrhundert als Kannibale Furore gemacht haben soll.
Selber bezeichnet die Band ihren Stil als „Theatre Macabre Avant Garde“ oder auch „Macabre Musical Gothic“. Tatsächlich liegen die musikalischen Wurzeln im Gothic-Rock, aber das Ganze wird fast in der Art eines Theaterstückes oder eben eines Musicals aufgezogen und beinhaltet auch verschiedene andere Einflüsse von Progressive Rock bis hin zu Dark Cabaret. Das ergibt eine interessante Mischung und vielleicht auch gerade, weil kein Ohrwurm-Hit dabei ist, kommt ein in sich geschlossenes Album heraus, das Gothic-Fans, die mit diesem Stil noch nicht schlechten Düster-Metal verbinden, ruhig mal austesten sollten.
Ein schlichtes, aber stimmiges Coverartwork (die Bilder sind bekannte mittelalterliche Stiche) rundet das Ganze ab. In Zeiten, wo Old School-Gothic gerade so gar nicht angesagt ist, finden FEAR INCORPORATED einen guten Weg, dem Stil neue Seiten abzugewinnen. Anspieltipp: „Cannibal King“, auch, wenn das nicht der repräsentativste Song des Albums ist, hätte aber wunderbar auf den ersten Batcave Sampler „Young Limbs And Numb Hymns“ gepasst. (A.P.)

Webadresse der Band: www.plasticfrogrecords.com


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