SCHANDMAUL - Hexenkessel


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Fame Recordings / Fame Recordings

Schandmaul – Hexenkessel CD/DVD
"(VÖ: 2003 Fame Recordings)


Mit Beifall, Jubelrufen und frenetischen Pfiffen werden Schandmaul inmitten des Münchner „Hexenkessels“ 2003 im Backstage begrüßt als sie die Bühne entern und das Konzert anlässlich ihrer „Narrenkönig – Tour“ auf DVD bzw. CD aufzeichnen. Es ist die erste Live CD und DVD die von den Jungs und Mädels aus Bayern erschienen ist und entsprechend ist auch die Aufregung. Instrumental wird mit einem der neuen Stücke angefangen, der Hörer wird durch Drehleier und Schalmeien hinfort getragen in „die Sturmnacht“ um letztlich dann durch Schlagzeug und Gitarre nach Vollständigkeit aller Musiker auf der Bühne mit ordentlichem Druck loszurocken. Man spürt nun die Spielfreude der Band in dieser Live – Aufnahme und hört, was im Publikum schon in dieser frühen Schaffenszeit von Schandmaul abgeht. Unaufhaltsam geht es voran, während das Publikum schon am einklatschen des nächsten Stückes ist, setzen die Schalmeien an zu den ersten Tönen von „Teufelsweib“. Thomas Lindner spielt mit seiner Stimme, mal fast kommentierend hebt und senkt er seine Stimme je nach Stimmung der Strophe und spielt mit dem Publikum. Das macht Laune und nimmt einen schon nach dem ersten gesungenen Stück hinein in einen stimmungsvollen Konzertabend. Wir bleiben noch bei „Verehrt und Angespien“ mit „Waldmär“ und hören die Geschichte des Jünglings der sich im dichten Unterholz einer Kreatur gegenübersieht, die letztlich seine letzte lebende Begegnung sein wird. Thomas stimmt das Publikum auf die schaurige Stimmung des Songs ein „Ihr müsst euch fürchten buahhhh..“. Das erzeugt zwar alles andere als Grusel, aber es ist ein schönes Zeichen an die Fans diese mit einzubinden ins Bühnengeschehen. Genauso verkündet Birgit Muggenthaler, dass Schandmaul gemeinsam mit den Fans eine geile Party feiern will, und hofft dass auch alle gute Laune mitgebracht haben und Partylaune. Dann geht es zum zweiten Instrumentalstück, diesmal aus dem Album „Narrenkönig“ mit dem Titel „Waldgeflüster“. Flöten und Geige flüstern sich hierbei ganz lautmalerisch etwas zu, was genau jedoch bleibt letztlich dem Hörer völlig frei interpretierbar – ich hätte da so meine eigenen Vermutungen, gerade auch, wenn im Anschluss „dein Anblick“ des Albums „Narrenkönig“ die Schönheit und den Anmut der Angebeteten lobpreisen. Was als Studioversion schon schön erklingt, wird durch den Fanchor noch einmal zu etwas besonderem. Ich erinnere mich damals zwar aus fast der letzten Reihe, aber auch recht laut mitgesungen zu haben, ja das ist nun auch schon 9 Jahre her.
Rockig geht es weiter, mit der Ansage „Jeder von uns hätte gern etwas mehr Geld, die einen spielen Lotto, andere Erben und wieder andere haben vielleicht – einen Bruder..“ wird der Song „Zwei Brüder“ eingeleitet. Der Kampf der Brüder wird zwischen Schlagzeug, Schalmeien, Flöten, Geige und Gitarre ausgefochten und mit ordentlichem Druck dahinter präsentiert. Während der eine Prinz ist, beraubt der andere alle die sich seinem Waldstück nähern, insbesondere wenn sie das Wappen des Königs tragen. Der nächste Song „Willst du?“ wird neu interpretiert in einer etwas „extremeren“ Variante, denn als Gastsänger konnte Michael Rhein – das letzte Einhorn – von In Extremo gewonnen werden. Damit bekommt das Stück der CD „Wahre Helden“ eine ganz andere Stimmung, ist mit rauchiger Stimme gesungen, klingt fordernder als romantisch. In der Tat wurde dem Stück hier etwas neues hervorgekitzelt, was sonst verborgen geblieben währe- schlichtweg gelungen! Das nächste Stück ist ein Medley aus „Wahre Helden“ und „Spitzbuben und andere Halunken“, denn es erklingen „Hexentanz/Henker/Gebt 8“ kurz hintereinander. Das macht einerseits Laune und beweist zum anderen, wie schnell die Musiker innerhalb der Stimmungen plötzlich wechseln können. Außerdem wird etwas ganz neues ausprobiert: „Wir haben uns überlegt, ihr singt mal mit“, was zwar etwas zaghaft klingt zu Beginn aber schließlich doch zu Fülle reift – allerdings mit einem Fanchor wie 2008 keineswegs zu vergleichen zwinker
Drehleierklänge läuten „die goldene Kette“ ein des Albums „Spitzbuben und andere Halunken“
welches als Ballade hervorragend in das Set der Schandmäuler passt. Da fügt sich auch der nächste Albumtitel „Sichelmond“, ein neuer Song von „Narrenkönig“ hervorragend ein, wenngleich es auch um Fanatismus und Kreuzzüge geht.
Wieder rockend und zum tanzen animierend ist „Walpurgisnacht“ vom aktuellen Album entstammend, bei dem sich Drehleier, Schalmei und Schlagzeug ein musikalisches Stelldichein liefern. Man hört wie gut der Song auch live ankommt und zum tanzen animiert, zumal er auch wirklich ein Highlight von Narrenkönig darstellt. Wieder auf „Spitzbuben“ beheimatet sind die „Herren der Winde“ die durch Dudelsack und Schlagzeug angekündigt werden. Frenetisch wird der vorletzte Song „die letzte Tröte“ durch das Publikum eingeleitet bevor Schandmaul ein ordentliches Soundgewitter auf der Bühne abfackeln. Da ist Energie drin und auch der benötigte Chor „Man hat uns die Musik gestohlen“ aus dem Publikum ist lautstark dabei, dass macht Laune und zeugt von echter Spielfreude. Der Applaus will gar nicht aufhören und die Rufe nach einer Zugabe werden auch entsprechend laut, so dass Schandmaul akustischer wird und mit Gitarre begleitet Thomas Lindner ansetzt zu der sanften Ballade „Sonnenstrahl“. Das Publikum bekommt romantische und sanfte Worte mit auf den Heimweg von Thomas und kann ein letztes Mal das Feuerzeug zünden, bevor die Feuer unter den Hexenkesseln der Schandmäuler gelöscht werden und die CD endet.

Diese erste Live CD /DVD von Schandmaul liefert ein gelungenes Dokument ab der ersten drei Alben von Schandmaul und der live Qualität der einzelnen Stücke bzw. der Vielfältigkeit der Schandmäuler, sowohl für völlige Tanzkracher wie für ganz besinnliche und zarte Töne zu sorgen.
Zwar sind „nur“ 14 Songs auf der CD enthalten, für viele sicherlich zu wenige, aber diese bilden einen Querschnitt und Hörgenuss des Münchner Konzertes 2003.


(Maximilian Nitzschke)

E-Mail-Adresse der Band: info@schandmaul.com
Webadresse der Band: www.schandmaul.com


[ ZURUECK ]