FEUERSCHWANZ - Wunsch ist Wunsch


Erstveröffentlichung: CD 2011 / Deaf Shepherd Records / Deaf Sheperd Records

FEUERSCHWANZ – WUNSCH IST WUNSCH
"(VÖ: 2011 Deaf Sheperd Recordings)

Sich selbst nicht ganz so schrecklich ernst nehmen scheint seit langem die Devise der Mittelalter Comedy Band Feuerschwanz zu sein, denn man hatte in der Vergangenheit angedroht erst dann
sein musikalisches Schaffen zu beenden, wenn die Band alle Schandmaul Texte rückwärts furtzen könnte. Bis dahin frönte man schon mal „Met und Miezen“ und war „Metvernichter“ um nun – entgegen der Mettradition – den Wunsch Wunsch sein zu lassen. Der selbsternannte geile Haufen um Hauptmann Feuerschwanz und Prinz Hodenherz haben zum vierten Mal ihr Ritterlager aufgeschlagen und dabei den Geistesblitz für dieses Album empfangen – von einer Fee im Wald.
Offenbar hatte diese gerade nichts besseres zu tun, als jedem der gerade mal daher kommt drei Wünsche zu erfüllen, und so grübelt nun jeder der Helden darüber, was denn diese drei Wünsche sein könnten, die es zu erfüllen gilt, auf diesem Album. Größenwahnsinnige Gelage, Tavernenerlebnisse, Dauererektionen oder Henker die lieber Landschaftsgärtner wären liefern die textlichen Inhalte der 14 Stücke, wie immer mit dem ordentlichen Augenzwinkern und dem Humor ganz weit von Gut und Böse.

Will man Prinz Hodenherz glauben, so ist sein innigster Wunsch im Song „Wir lieben Dudelsack“ festgehalten worden, in dem es darum geht, wie schön es doch ist morgens von einem Dudelsack geweckt zu werden. Gerade aus dem Zelt gekrochen, knöcheltief im Schlamm schlägt aus der Ferne schon die Trommel und eben jener besagte Dudelsack, da bleibt wohl nur zu sagen – Spielmann sein sei geil. Einen ganz anderen Wunsch hegt der Wanderer im Titelstück der CD, der nun auf die Waldelfe trifft. Ihm sind zwei der drei Wünsche völlig egal und so lernt die Fee die Freuden fleischlicher Lust kennen, getreu dem Wunsch des Ritters: „Bück dich Fee! Denn Wunsch ist Wunsch!“ Einen ganz anderen eher störenden Wunsch hatte wohl der Sänger des fünften Stückes, dass bereits im Titel schon alles verrät „Latte“. Was tun bei Dauererektion, hört selbst und lernt g
Im neunten Stück „der Henker“ erfahren wir vom innigsten Wunsch eines Henkers anstatt Menschen köpfen zu müssen, viel lieber ein Landschaftsgärtner zu sein, anstatt den Köpfen stellt er sich Tulpenstengel vor die er stutzt und Geranien die das Dekor bilden.

Der Anspruch des geilen Haufens trotz des Images einer reinen Spaßband nicht niveaulose Texte zu produzieren wollte man gerecht werden, und hat mit viel Liebe zum Detail auf die Vermischung akustischer Instrumente und elektronischer Instrumente gesetzt. Somit ebbt der Druck der Vorgängerplatte nicht ab. Besser arrangierte Songs war das gesteckte Ziel und auf CD sollte die Live Atmosphäre der Band eingefangen werden. Somit wurde mit einem im Bereich Mittelalterrock sehr erfahrenen Produzenten zusammen gearbeitet, nämlich Thomas Heimann Trosien, der bereits bei Schandmaul und Saltatio Mortis seine Finger mit im Spiel hatte. Auf diese Erfahrung konnte der geile Haufen nun zurückgreifen und mehr Zeit ins Songwriting investieren als bisher.
Wer weiß vielleicht saß ja im Tonstudio auch heimlich eine kleine Fee und erfüllte Feuerschwanz den Wunsch ein witziges und solides Album zu produzieren. Sicherlich wird es schon kritische Stimmen geben, die den Tiefgang einzelner Songs anzweifeln mögen, aber erstens kann man es schwerlich jedem Recht machen und zum anderen warum denn nicht einfach Spaßmusik zu
Met und Fee um nicht immer alles nur ernst nehmen zu müssen?
Ich denke Feuerschwanz, anfangs von vielen belächelt, haben mit vier Alben ihre Daseinsberechtigung untermauert und mit „Wunsch ist Wunsch“ einmal mehr gezeigt, dass mehr in ihnen steckt, als nur Ulk und anzügliche Texte. Dieses Album hat Witz, Humor und die nötige Selbstironie um in der Mittelalterszene gemocht zu werden und für gut gefüllte Konzerthallen zu sorgen!

































(Maximilian Nitzschke)

Webadresse der Band: www.feuerschwanz.de


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