ESCAMA SERRADA - Echis Carinatus


Erstveröffentlichung: LP 2010 / Reue um Reue / T.u.T./R.u.R. / R.u.R. 016

Mir war das spanische Projekt ESCAMA SERRADA bis zu dieser LP nicht bekannt. Zuvor gab es nur eine Split-Veröffentlichung mit Ô Paradis aus dem Jahr 2009 als Doppel-CD. Gespannt legte ich also die Platte auf und erwartete, wie man es ja von Reue um Reue gewohnt ist, eher experimentelle, vielleicht auch ambiente Klänge. Mit dieser Erwartung lag ich dann auch ziemlich richtig. ESCAMA SERRAADA liefern dunkle Klangcollagen ab, die elektronische Klänge und Geräusche kombinieren und mit monoton gesprochen Texten ergänzt werden. Immer wieder kommen aber auch fast schon poppige Momente hervor, aber auch Maschinenhallen-Sounds und Stimmsamples. Die Mischung ist wirklich sehr eigen und kaum mit anderen Bands oder Projekten vergleichbar. Hier und da fühle ich mich an so manche Veröffentlichung aus der avantgardistischen Tapeszene der frühen 90er Jahre erinnert, ab und zu klingt es nach dem weitgehend unbekannt gebliebenen Danny Antonelli („Endless Avanues“) oder auch nach den experimentelleren Momenten von Esplendor Geometrico. Trotz dieser Vergleiche ist ESCAMA SERRADA nur schwer zu fassen und man muss es vielleicht am ehesten mit einem alternativen Soundtrack zu Derek Jarman-Filmen oder David Lynchs „Eraserhead“ vergleichen. Ich glaube, mit dieser Einordnung können auch die Macher ganz gut leben. Bei einigen Stücken haben Leute von Wermut/Ich Wollte, Ich Könnte, Ô Paradis und His Divine Grace/De Grâce mitgewirkt. Das Cover-Artwork ist recht schlicht, aber sehr schön gehalten und kommt diesmal ohne zusätzlichen Schnickschnack daher. Die Auflage wurde auf knapp über 300 Exemplare limitiert und erscheint in hübschem, farbigem Vinyl. Für Reue um Reue-Fans definitiv wieder ein Pflichtkauf. (A.P.)

Webadresse der Band: www.tutrur.com


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