LOVE A - Eigentlich

Wiederveröffentlichung: LP 2011 / Rookie Records / Cargo Records
Erstveröffentlichung: CD 2011 / Rookie Records / Cargo Records / RR 108

LOVE A haben sich vor gar nicht mal so ganz langer Zeit als Love Academy gegründet, den Namen dann aber griffig verkürzt. Auf Rookie Records erscheint nun das Album „Eigentlich“, das im Waschzettel als Post-Punk/Indie/Pop angepriesen werden, wobei dann im Promotext auch noch die Begriffe NDW und Hamburger Schule fallen und schließlich auch noch Deutsch Punk. Und ziemlich genau eine Mischung aus all diesen Stilen wird hier brodelnd auf die Hörer losgelassen. In den letzten Jahren haben junge Bands wie 1000 Robota und Front schon gezeigt, dass der schräge Post-Punk-Sound der frühen 80er Jahre auch heute noch spannend sein kann und genau in diese Kerbe schlagen auch LOVE A. Dazu eine Prise Poppigkeit der Farin Urlaub-Solosachen, Peter Hein-Verehrung und so manche Erinnerung an …But Alive oder Turbostaat und heraus kommt ein Album, das eine heftige Unruhe im Bauch verursacht, was die meisten heutigen Pop- und Rock-Produktionen nicht mehr hinbekommen. Das sind keine Wohlfühlklänge, die man nebenbei konsumiert und sofort wieder vergisst. Stattdessen erwischt man sich als Hörer, dass man das kurze, auf den Punkt gebrachte Album mehrmals hintereinander anhört. Will man einen Vergleich zu einer schon einer breiteren Masse bekannten Band ziehen, so fällt mir nur Madsen ein und das ist durchaus als Lob gemeint. Hier und da kommen auch Erinnerungen an Jens Rachuts unsterbliche Band Dackelblut auf und es würde mich wundern, wenn sich LOVE A nicht über diesen Vergleich freuen würden, denn die zahlreichen Projekte und Bands von Rachut in den letzten über 20 Jahren gehörten zu dem Besten, was aus dem deutschsprachigen Underground hervorgekrochen ist, wenn man vielleicht mal von der Institution EA80 absieht. Noch ist LOVE A wohl kaum mehr als ein Geheimtipp, aber ich würde mich wirklich freuen, wenn sie den Erfolg von 1000 Robota bald übertreffen würden, denn Songs wie „Wal“ sollten unbedingt einer breiteren Hörerschaft bekannt werden. Für mich eines der Alben des Jahres 2011. (A.P.)

Webadresse der Band: www.love-a.de


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