CLAUDIA RUDEK - Claudia Rudek


Erstveröffentlichung: CD 2011 / Finest Noise Releases / Radar

Es gibt wenige Musikstile, mit denen ich so gar nichts anfangen kann. Jazz gehört dazu, Metal zu 99,9 % auch, fast alles, was mit Soul oder Rhythm & Blues zu tun hat und irgendwie auch Singer/Songwriter-Folk-Pop. Da findet nur selten ein Song mein Wohlwollen. Nicht, weil die Musik nicht vielleicht ihre Qualitäten hätte, aber mir ist das meist einfach zu seichtes Gedudel, da können noch so gute Texte transportiert werden, wenn mich die Musik nicht packt, hat der oder die Musiker/in bei mir verloren.
Genau in dieses Schema passt die Deutsche CLAUDIA RUDEK. Mit spärlicher Instrumentierung, vor allem Akustikgitarre, trällert die junge Dame vor sich hin. Nichts, was man nicht in ähnlicher Form schon viele Male gehört hätte. Sicher, spielerisch und gesanglich gut und solide, aber für mein Gehör eben langweilig. Im Info zu dieser CD steht, dass RUDEK in ihrer Musikausbildung ein Querkopf war – schade, dass sie das offensichtlich kein bisschen beibehalten konnte. Unfreiwillig spiegelt das an sich edel gestaltete Artwork das wieder, was die Musik ausstrahlt: altmodische Atmosphäre. Wenn im Waschzettel steht, dass die Dame bei Konzerten schon mal dafür sorgt, dass Bier im Glas schal wird oder Zigaretten ungeraucht im Aschenbecher verglühen, so kann das natürlich daran liegen, dass die Zuhörer so gebannt den Klängen lauschen – oder aber daran, dass sie einfach eingeschlafen sind. Ich meine das gar nicht so böse, wie es hier jetzt wohl klingt, aber das ist einfach Musik für übrig gebliebene Hippies und Teestuben am Sonntagnachmittag in der Kirchengemeinde. Und das ist ein Umfeld, in dem ich mich einfach nicht bewege. Das ganze Album plätschert einfach recht belanglos vor sich hin. Kann man mögen, muss man aber nicht. Wenn’s schon ein Anspieltipp sein muss, dann der Song „Temptation“, der als einziger wenigstens ein bisschen heraussticht. (A.P.)

Webadresse der Band: www.claudia-rudek.de


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