EGOTRIP - Egotrip


Erstveröffentlichung: CD 2010 / 7Music/7Hard

EGOTRIP als „Band“name eines Musiker auf Solopfaden von der eigentlichen Gruppe ist nicht besonders innovativ, zumal der hier verantwortliche Thorsten Dietrich natürlich auch nicht der erste ist, der auf diese Idee gekommen ist. Dietrich spielt sonst bei der hessischen Punkband Nevermind und wird im Info zu dieser Solo-CD „Fuldas Antwort auf Bela B.“ genannt. Die Musik wird dann auch noch als „Punk Rock für Fans von Ärzte oder Tote Hosen“ beschrieben und damit dürfte klar sein, was einen erwartet. Rockiger Sound zwischen Punk und Pop mit deutschen Texten. Dazu immer mal wieder punkuntypische Instrumente und persönliche, leicht kritische und nachdenkliche Texte, aber keine offenen politischen Inhalte. Das ist eingängig, unterhaltsam und solide, aber ehrlich gesagt bleiben die Songs nach dem Hören nicht lange hängen. An die großen Vorbilder, ich würde mal vorsichtig Wizo und vielleicht Die Heiligen 3 Könige (aus den 90ern, nicht die NDW-Band) ergänzen, kommt EGOTRIP niemals heran und ich weiß nicht, ob es nicht eher schädlich ist, im Info solche Größen zu nennen, weil ja doch Erwartungen geweckt werden. Zudem ist das alles auch etwas sehr glatt produziert, so dass viele Tracks eher an angesagten Deutsch-Pop als an Punk erinnern, aber vielleicht ist das ja die Schiene, die hier gefahren werden soll. Für meinen Geschmack fehlt einfach ein bisschen Rotzigkeit, so ist das Album zwar sehr okay – zum Beispiel Songs wie „Flamme“ und besonders „Eine Zeile“ - aber schnell wieder vergessen. (A.P.)



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