AVOID-A-VOID - Musique Noire


Erstveröffentlichung: CD 2012 / Echozone / Bob-Media / EZ12C1158

Synthie-Pop wird wohl bis in alle Ewigkeit existieren. Seit Anfang der 80er Jahre Bands wie OMD, Depeche Mode und Soft Cell diesem Musikstil zum kommerziellen Durchbruch verholfen haben, gründen unzählige Jugendliche immer wieder Gruppen, die diesem Sound frönen, manche längerfristig erfolgreich, manche nur für ein Album und einige wenige Auftritte. Kaum eine andere Musik lässt sich mit den heute vorhandenen, preiswerten Mitteln so leicht zu Hause produzieren, sofern man zumindest ein Ohr für eingängige Melodien und tanzbare Rhythmen hat. Vor allem Länder wie Deutschland und Schweden sind hier in Europa ganz vorne dabei und es gibt genügend Labels, die dankbar die Alben veröffentlichen. In Deutschland immer vorne dabei ist Echozone, wo man ein Herz für diesen mal wavigen, mal tanzbaren Sound im Stile der 80er Jahre hat und immer wieder ist bei den vielen Electro-Pop-Veröffentlichugen was wirklich Interessantes dabei.
Bereits das zweite Album legen die Deutschen AVOID-A-VOID vor. Das Duo mit dem eigenwilligen, aber gar nicht so dummen, Bandnamen gewinnt dabei ganz sicher keine Innovationspreise – ""schwarze"" Musik, wie der Titel verspricht gibt es schon gar nicht - liefert aber soliden Electro-Pop mit schönen Melodien, angenehmen Gesang und einigen potenziellen Hits für die Clubs ab. Natürlich ist die Gruppe tief im Sound der 80er verwurzelt, lässt aber, wie die meisten jüngeren Bands, auch moderne Rhythmen und Sounds zu, so dass aus reinem Synth-Pop eben der zeitgemäßere Future-Pop wird. Vor allem bei den Rhythmen experimentieren die beiden. Dass man im Info dann ein bisschen über das Ziel hinausschießt, wenn man den Song „S Got Kryptonite“ als „deutlich härteres“ Stück bezeichnet, sei dem Promomenschen verziehen. Wenn er das schon „hart“ findet, ist „Getting Closer“ von Nitzer Ebb dann Gabba oder Hardcore-Techno? Für die Tanzflächen ist das Stück aber dennoch gut geeignet. Natürlich gibt es auch eine hübsche Electro-Ballade mit „Flowers“, ansonsten herrscht eben doch der mitteschnelle Ohrwurm-Sound vor. Kann man gut durchhören, bleibt aber nicht unbedingt dauerhaft hängen. Synth-Pop Liebhaber machen aber garantiert nichts falsch, wenn sie hier mal reinhören. Musik zur Untermalung des Frühjahrsputzes – und das meine ich ganz ernsthaft positiv. Anspieltipp: „Who Cares“. (A.P.)

Webadresse der Band: www.echozone.de


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