BEYOND THE WALL OF SLEEP - Dark Elegies


Erstveröffentlichung: MC / Eigenproduktion

BEYOND THE WALL OF SLEEP (nach H.P. Lovecraft) sind tiefscharz, die Musik, der Gesang und das Cover, immer hart an der Grenze zum klischeehaften, ohne sie aber zu überschreiten. Das Cover ist sehr ästhetisch gehalten und der Sound ist recht okay, etwas dumpf vielleicht, aber das fällt nicht unbedingt negativ auf. Der Drumcomputer ist bestimmt bei Dr. Avalanche in die Lehre gegangen, auch sonst sind Sisters-Einflüsse nicht zu leugnen, besonders bei einigen Titeln. Insgesamt machen BEYOND THE WALL OF SLEEP typischen 80er Gothicrock, was aber bestimmt nicht als negative Kritik gemeint ist, denn das ist es ja, was wir alle (oder zumindest viele) mögen. Ich finde es gut, wenn junge Bands sich auf die musikalischen Wurzeln zurückbesinnen. Wenn man sie sieht, resp. Hört, was für mieses Bands heute CDs veröffentlichen, dann haben BEYOND THE WALL OF SLEEP auf jeden Fall auch mal eine Chance verdient. Für Fans von Gruppen wie Sisters, Love Like Blood und ähnlichen ist diese Band auf jeden Fall ein Muß. (A.P.)

MONO INC. - Nimmermehr


Erstveröffentlichung: CD 2013 / NuCut

MONO INC – NIMMERMEHR
(VÖ: 09.08.2013 NuCut)

Monomanie, ein Begriff aus der psychiatrischen Krankheitslehre des frühen 19. Jahrhunderts war im Jahre 2003 die Grundlage für die Namensfindung der Hamburger Band MONO INC. Inhaltlich bedeutet es so viel wie Einzelwahn im Gegensatz zum vollständigen Wahnsinn.

Ganze 10 Jahre später schlagen Mono Inc nun ein weiteres Kapitel ihres Schaffens auf. Seit der letzten CD von Joachim Witt sind Martin Engler und Witt zu engen Freunden geworden und zelebrieren jede Woche ihren „Club der lebenden Dichter“. In diesem Rahmen entstand die Idee zusammen eine Nummer zu machen. Schwierig gestaltete sich jedoch die Frage, in welcher Sprache gesungen werden soll, da kamen beide Künstler lange nicht zueinander. Als Witt dann aber eine englische Strophe getextet hatte und Martin einen deutschen Refrain, gingen die Kreativitätspferde der beiden erst so richtig los. Das Ergebnis findet sich unter anderen genauso starken Songs nun auf dem Studioalbum „Nimmermehr“ der Hamburger und heißt „Kein Weg zu weit“. Angekiekst durch diesen Inspirationsschub entstanden in kurzer Zeit mehrere Texte in deutscher Sprache von Martin Engler, worüber sich Mono Inc. Auch sehr freut. Martin Engler sagt selbst: „Stillstand wäre für uns der kreative Tod, weshalb wir diesen Schritt gegangen sind und darauf brennen, den Fans diese neue Facette zu präsentieren“.
Diese angesprochene Facette steht Mono Inc. In insgesamt sieben von zwölf neuen Stücken auf „Nimmermehr“ ungeheuer gut zu Gesicht. Sich selbst neu zu erfinden ist bei weitem kein leichter Schritt, aber Mono Inc. Ist dieses Kunststück gekonnt gelungen. Ihrem Stil sind sie treu geblieben und doch gehen die lyrisch-poetischen Texte durch die Muttersprache der Band eingängiger ins Hörerohr.
Nach ihrem Top 10 Album „After the War“ im letzten Jahr erfreut es mich sehr, mit „Nimmermehr“ eine Fortsetzung des Erfolgsweges in den Händen zu halten. Eingängigkeit, Melodik und kluge, lebendige Texte sind das Markenzeichen, und davon strotzt „Nimmermehr“ in reicher Zahl!

(Maximilian Nitzschke)

Webadresse der Band: www.mono-inc.de

THE GREEN MAN - Sound Flower


Erstveröffentlichung: Doppel-CD 2013 / Basswerk

The Green Man - Sound Power
(VÖ: 19.07.2013 Basswerk)
Format 2CD Digipack
Style: Drum n Bass / Breakbeat

Heiner Kruse ist The Green Man und als solcher seit Anbeginn der deutschen Drum n Bass-Zeitrechnung in eben jenem unterwegs, unter anderem als Gründer seines eigenen Basswerk-Labels auf dem mit „Sound Power“ nun das neue The Green Man-Album im Doppel-CD-Format erscheint. Mit gefeatureten Gästen wie Peter Bouncer, MC Dragoon, Navigator, Mystic Dan, UFO!, Sage und vielen anderen hochkarätig besetzt vermittelt das Album binnen 24 Tracks nicht nur einen Blick in die vorwiegend klassisch geprägte, athmosphärische und positiv konnotierte Drum`n`Bass-Welt Kruses sondern wagt auch zuweilen den Blick in Richtung Broken Beat Swing, ambientösem Dubstep, balearischem House und flächenbefrachteter Downtempo-Landschaften. Killertracks: „Junglist Soldier (The Green Man Remix)“ / „I Go (Subz Heatwave Remix)“
9 Points (of 10)
[baze.djunkiii / www.nitestylez.de]

SOLAR FAKE - Reasons to kill


Erstveröffentlichung: CD 2013 / Synthetic Symphony

SOLAR FAKE – Reasons to Kill (VÖ: 25. Oktober 2013 Synthetic Symphony) Kaum zu glauben, dass es bereits ganze zwei Jahre her ist, als „Frontiers“ von Solar Fake in die Läden kam. Manchmal wird einem die Wartezeit erst bewusst, wenn dann der Nachfolger angekündigt wird. Mit „Reasons to kill“ legen SOLAR FAKE ihr mittlerweile drittes Album vor und erklären auf die Frage, ob es denn so viele Gründe gibt zu töten, dass es den Albumtitel rechtfertigt schlicht „Ja!“ Das schockiert mich dann doch, als Sven Friedrich dies so deutlich sagt, deutet sich darin doch der Inhalt der insgesamt elf Stücke dieses Albums an. In der Tat ist die Grundtendenz der Stücke auch, dass alles negativ ist und ganz besonders der Mensch. Was mich sehr beeindruckt ist dabei, dass trotz der harten Texte aus dem Mund von Sven Friedrich und deren musikalischer Umsetzung ein Gefühl von Wärme und Tiefsinnigkeit entstanden ist. Schwer zu sagen, ob es nicht zuletzt an Sven Friedrichs Stimme liegt, welche diese Wärme und menschliche Brüchigkeit gekonnt umsetzen kann. Immer wieder findet man auch als Hörer Stellen, an denen sich SOLAR FAKE beweisen, dass sie sich selbst nicht zu ernst nehmen. Etwa im Text von „Change the View“ gibt es lustige Momente oder auch unerwartete Wendungen in den Texten, die ein schmunzeln hervorzaubern. Musikalisch blieb man Electro treu und vermischte abwechslungsreiche Beats mit unverwechselbaren Melodiebögen. Das Album ist extrem tanzbar geworden ohne dabei nur den Fokus auf Clubhits gerichtet zu besitzen. Songs wie „Face me“ oder „My Spaces“ vereinen die Pole Aggressivität und Schönheit scheinbar mühelos miteinander , während „I would rather break“ oder „I hate you more than life“ schon zu Tanzflächenfüllern gezählt werden dürften. Verzerrte Industrialbeats sind ebenfalls vertreten mit „My bleeding heart“ und „When I bite“ gibt es zwei , heftige Industrial Hits. Im krassen Gegensatz dazu stehen „Rise and fall“ und „The Pages“, denn beide sind eher melancholisch angelegte Balladen. So unterschiedlich die Stimmungen der einzelnen Stücke auch sind, das verbindende Element ist eindeutig Sven Friedrich, da er es vermag von Gänsehaut bis hin zu Aggression alle Gefühlsebenen im Hörer hervorzurufen vermag. Wer ihn bisher nur in Zusammenhang brachte mit den „Dreadful Shadows“ oder „Zeraphine“ der wird nun erkennen, dass er mittlerweile ebenso fest in der Electro-Szene zu Hause ist und stilprägende Alben mit SOLAR FAKE produziert. Nicht zuletzt ist „Reasons to Kill“ in meinen Kritikeraugen als ein solches zu betrachten! (Maximilian Nitzschke)

SCHöNGEIST - Wehe!


Erstveröffentlichung: CD 2013 / Oblivion

SCHÖNGEIST – WEHE!
(VÖ: 30.08.2013 Oblivion)


Als mich das neue Studioalbum von Schöngeist erreichte, kamen in mir Erinnerungen hoch, denn Mastermind Timur Karakus und ich lernten uns 2005 in München kennen im schwarzen Gothicclub „Nerodom“. Die Band Schöngeist war damals noch gar nicht offiziell gegründet, dies erfolgte erst ein Jahr später. Eines Abends reichte er mir eine selbst gebrannte CD mit den ersten Stücken aus seiner Feder, welche sich heute zum Teil auf den ersten Alben wiederfinden, oder sich ganz und gar nur noch auf dieser Anfangs-CD befinden. Damals bat er mich darum, doch einmal hineinzuhören und ihm Anregungen zu geben, wo es vielleicht noch hängt.
Heute nun freut es mich umso mehr, dass aus Schöngeist eine erfolgreiche Band wurde und ich die Ehre habe mit „Wehe!“ das dritte Studioalbum besprechen zu dürfen. Erneut spielt Ästhetik eine zentrale Rolle für das musikalische Schaffen, denn diese bildet für Timur Inspiration und nicht zuletzt entspringt aus ihr die Fähigkeit Schönheit zu entdecken. In den Songs von „Wehe!“ findet der Hörer auch den Anspruch nach musikalischer Ästhetik wieder, denn völlig barrierefrei fließen diverse Spielarten musikalisch ineinander und ergeben letztlich einen für den Hörer ästhetischen Song. Eingeordnet zwischen einfühlsamen Goth-Rock und verfeinert mit Elektro-Elementen erzählen die neuen Stücke vom Menschsein und den rasanten Berg- und Talfahrten die dabei ein jeder von uns so erlebt. Der Song „Zusammen Allein“ erzählt zum Beispiel von einem Konflikt zweier zerstrittener Freunde, an dessen Ende die gegenseitige Vergebung steht. Der neue Album Titelsong „Wehe!“ bildet die perfekte Hymne für all diejenigen, die sich gerade im Kampf mit sich selbst befinden, um die Zuneigung zu einer anderen Person. „Das hat jeder von uns schon einmal erlebt,“ beschreibt Timur Karakus. „Was bleibt ist die verzweifelte Hoffnung und ein Wunschtraum.“ So verwundert es nicht, dass der Titeltrack das Obermotiv des Albums bildet, da sich immer wieder Momente von unnahbarer und auch verbotenen Lieben in den Songs wiederfinden.
Als Co-Songwriter hat sich Timur Karakus noch Günther Hausner, Daniel Beutner, Henriette Becker und nicht zuletzt Eisbrecher Sänger Alexander Wesselsky (aktuell Platz 3 der Media Control Charts mit ihrem Album „Die Hölle muss warten“) mit ins Boot geholt.
Herausgekommen ist ein solides Goth-Rock Album, welches seinem Anspruch nach Klangästhetik mehr als gerecht wird und inhaltlich einen weiten Bogen gespannt hat über das verbindende Element überhaupt: Liebe!
(Maximilian Nitzschke)

COMPILATION - Weserklang 82


Erstveröffentlichung: MC 1982 / Herz Schmerz Tapes

Herz Schmerz Tapes aus Holzminden blieb leider recht unbekannt, die einzige mir bekannte Veröffentlichung ist dieser Tapesampler aus dem Jahre 1982, der drei Bands wahrscheinlich aus der Heimatgegend des Label vereinigt.
Sechsmal vertreten sind I.K.A., die instrumental und eher elektronisch-experimentell daher kommen. Das ist minimal, teilweise auch tanzbar. Das macht die Band vielleicht für Minimal-Electro-/NDW-Sammler interessant, aber mir fehlt einfach der Gesang. Schlecht ist das aber nicht, nur irgendwie...“unfertig“. Manchmal klingt es fast soundtrackmäßig.
Eine Überraschung dann aber danach die drei Stücke von DIE RAABESTÄDTER. Als „Raabestadt“ wird die Gemeinde Eschershausen im Landkreis Holzminden bezeichnet, da von der der deutsche Dichter Wilhelm Raabe stammte. Was an der Gruppe so überraschend ist, ist, dass wir eine Version des Westdeusche Christen-Stückes „Lass Mich Nicht Allein“ zu hören bekommen. Eine Coverversion? Oder haben die RAABESTÄDTER gar etwas mit den Westdeutschen Christen zu tun? Zumindest ist der Wohnort Bielefeld des Christen-Sängers nicht allzu weit von Holzminden entfernt. Ich werde mal nachforschen. In jedem Fall bieten DIE RAABESTÄDTER ganz ordentlichen Wavesound mit vielen elektronischen Sounds, aber auch echtem Schlagzeug.
Schließlich vier Songs von CYCLOTRON. Hier gibt es nun lupenreinen Minimal-Sound zu hören, der sich auch auf kleinem, schwarzem Vinyl gut machen würde. „Es Gibt Keine Bösen Märchen Mehr“ ist ein richtiger kleiner Hit, der Spaß macht. „Alptraum Technik“ klingt wie eine Mischung aus Im Namen Des Volkes und den ganz frühen Die Regierung-Tapes, gleiches gilt für „Großstadt“. Abschließend dann das etwas schräge „Arabische Nächte“.
Alleine die vier Tracks von CYCLOTRON machen diesen Sampler zu einem echten Hit. Schön, wenn man so etwas nach 25 Jahren wieder entdeckt. (A.P.)

FLINCH - Dead Beat Dance


Erstveröffentlichung: CD 2009 / Capitol East Road Records / Radar Music / cer2009-03

Indie-Pop trifft auf Alternative-Rock und dazu eine Prise Wave-Feeling…so oder so ähnlich könnte man das Album „Dead Beat Dance“ der deutschen FLINCH grob beschreiben. Damit trifft man natürlich nur einen Teil der Wahrheit, aber als Grundlage kann man das schon nehmen. Dazu gibt es so einige elektronische Einflüsse und die Mischung aus einer gewissen 80er Jahre-Atmosphäre und absolut zeitgemäßer Produktion ist gelungen.
Ganz so unvergleichlich, wie mir der Waschzettel weismachen will ist das zwar nicht, aber das Trio FLINCH schafft doch durchaus einen eigenen Stil, der vor allem bei den Gesangsmelodien punkten kann (z.B. in „Hello Megaphone“), während die Gitarren manchmal etwas zu normal-rockig erscheinen und die elektronischen Einflüsse ruhig größer hätten sein dürfen. Der Titelsong „Dead Beat Dance“ ist zudem recht tanzbar und hat auch einiges kommerziell Erfolgs versprechendes Potential., wie auch einige andere Songs.
Ich würde mal sagen: solides Indie-Album, dem vielleicht nur ein klitzekleines Quentchen vom ganz Besonderen fehlt, um richtig einzuschlagen. (A.P.)

THE SILENT PARTY - I Guess You Wouldn´t Feel Shocked


Erstveröffentlichung: CD 2008 / Plastic Frog Records / pfr018

Machen wir es kurz: die Musik dieser brasilianischen Band ist weder irgendwie neuartig, noch innovativ. Aber das macht gar nichts, denn abgeliefert wird hier lupenreiner Gitarren-Wave im Stil der 80er Jahre, wobei je nach Song die Vorbilder bei Gruppen wie The Cure, The Chameleons, Jov Division/New Order, BFG, Lowlife, Sad Lovers And Giants und vielen anderen alten Helden liegen dürften. Ein Hit ist zum Beispiel das stark an The Jesus And Mary Chains „Darklands“-Album erinnernde „At The Desert Of Soul“ oder das an selbige Gitarrengötter gemahnende „I Call You“.
Nicht spektakulär und sicher kein zukünftiger Klassiker, aber definitiv ein wunderschönes, atmosphärisches Wave-Album, das man immer wieder gerne anhört. Kommt im schön-einfach gestalteten aber geschmackvollen DigiPak. Danke an Plastic Frog Records, dass Ihr dieser Gruppe ein Forum gebt. Prädikat: zeitlose Musik! (A.P.)

THE DARK SHADOWS - Autun Still...


Erstveröffentlichung: CD 2013 / Halb 7 Records/Select-A-Vision Records / Broken Silence / HALB 77-2

Promo-Agenturen habe es schwer, müssen sie doch oft völlig unterschiedliche Veröffentlichungen einer möglichst breiten Hörerschaft zugänglich machen. Dabei kommt dann heraus, dass das Album von THE DARK SHADOWS als „New Wave/Punk/Indie/Alternative“ angepriesen wird und der erste Satz im Info dann von „Dark Pop“ spricht. Im weiteren Text kommen dann Begriffe wie Rockabilly, Garage und Punk, dann Postpunk und Gothic-Rock, etwas später „atmosphärisch-düstere Klänge“, danach „bedrohlich-treibende Umtempo-Feger“, „stimmungsvoll getragene Wave-Hymnen“, „wunderschön harmonische Balladen“ bis wieder zu Rockabilly und Psychobilly, Düsterpunk, Wave, Gothic-Rock, Pop, Indie und Alternative.

Damit dürfte klar sein, was einen bei dieser CD erwartet: ein All-Styles-Sampler.

Wird man der Band damit gerecht? Kann man sich eine Vorstellung machen, was man beim anhören geboten bekommt? Ich glaube nicht und somit ist der Waschzettel, wie so oft überflüssig und man sollte ihn eigentlich nie vor dem Anhören eines neuen Albums lesen.

Mal abgesehen vom leicht klischeebehafteten Bandnamen, der eine 90er Jahre Dark Wave-Band erwarten lässt, wird hier eigentlich nicht mehr und nicht weniger als schön eingängiger Gothic-Wave geboten, recht treibend und straight ohne allzu viel Schnörkel. Warum kann man das nicht im Info auch einfach so nennen? Weil der Stil nicht so angesagt ist und mit „Indie/Alternative“ ein breiteres Interesse erreicht wird? Egal, ob die Leute dann entäuscht werden?

Dabei müssen sich die Australier THE DARK SHADOWS absolut nicht verstecken, hat ihr Sound doch ein ordentliches Ohrwurm-Potenzial und ist bei weitem nicht so düster, wie der der Bandname vermuten lässt. Durch Sängerin Brigitte Handley kommen schnell Gedanken an Brit-Goth-Bands wie Inkubus Sukkubus oder Die Laughing auf. Ab und zu gibt es ein paar 70er Jahre Art-Rock-Anklänge, so dass man auf jeden Fall auch All About Eve als Einflüsse vermuten darf.

Dass eine Gothic/Wave-Band aus Australien kommt, ist schon seit den 80er Jahren nicht mehr ungewöhnlich. Mit Lemon Avenue oder Big Electric Cat gab es auch weltweit erfolgreiche Gothic-Acts und Ikon behaupten sich seit über 20 Jahren in der Szene. Dass aber eine reine Frauen-Band auf sich aufmerksam machen kann, ist eher selten. Insofern haben THE DARK SHADOWS tatsächlich fast ein Alleinstellungsmerkmal.

Sehr interessant ist eine Coverversion von Grauzones „Eisbär“, die dem Song eine ganz neue, rockige Seite abgewinnt und zur seltenen Kategorie „gute Coverversion“ gezählt werden darf.
Ansonsten gibt es im Grunde keine herausragenden Lieder auf dem Album, aber eben auch keine Ausfälle, so dass man „Autumn Still…“ wunderbar am Stück durchhören kann, wenn man auf schönen old-school Gothic/Wave-Sound steht. Dass die Promoagentur im Info nicht auf den Punkt kommt, dafür kann die Band ja nichts. Ein schlicht-schön gestaltetes Pappcover und Booklet gibt es noch dazu und alle Alt-Waver über 35 sollten unbedingt mal ein Ohr riskieren. Erfreulicherweise gibt es das Album auch in limitierter Auflage auf Vinyl. (A.P.)

Webadresse der Band: www.thedarkshadows.com.au

AESTHETIC PERFECTION - Dark Half


Erstveröffentlichung: Mini-CD 2013 / Out of Line

Aesthetic Perfection „Dark Half“ Single
(VÖ: 11.Oktober 2013 Out of Line)

Als nunmehr zweite Single von insgesamt drei Singles steht seit kurzer Zeit „Dark Half“ der elektronischen Formation Aesthetic Perfection in den Regalen. Als Anreiz für sein 2014 geplantes neues Studioalbum, bekommt der Hörer schon einmal ordentlichen Druck um die Ohren gepustet, denn an Eingängigkeit mangelt es dem Song nicht. Hart und Aggressiv, zugleich auch provozierend sind die Stichworte, welche sich geradezu im Kopf des Hörers fest brennen und neugierig stimmen auf 2014. Warum nun der eine Song ganze fünf Mal auf der Single sein musste in verschiedenen Versionen weiß wohl nur der Sänger selbst, dafür können sich die Fans aber noch über eine rare B-Seite „Death Ringer“ freuen. Natürlich bleibt nun die Vorfreude auf das Album nach wie vor groß, da man bekanntlich von einem Song allein nur einen milden Eindruck erhalten kann, dennoch verspricht schon „Dark Half“ ein sehr starkes Aesthetic Perfection Album für das folgende Jahr!
(Maximilian Nitzschke)

Webadresse der Band: www.aesthetic-perfection.net

GLORIA - Gloria


Erstveröffentlichung: CD 2013 / Grönland / Rough Trade / CDGRONI32

Wir sind Helden haben die deutsche Popmusik in den Nuller-Jahren nachhaltig geprägt, pausieren aber auf unbestimmte Zeit. „Joko & Klaas“ machen derweil als Team die deutsche Fernsehlandschaft (inzwischen exklusiv auf Pro 7) unsicher und gelten allgemein als „das große Ding“ der jungen TV-Unterhaltung. Da kann man zustimmen, man kann es aber auch als übertriebenen Hype ansehen.

Was das alles miteinander zu tun hat? Vor einigen Jahren lernten sich Wir Sind Helden-Gitarrist Mark Tavassol und Klaas Heufer-Umlauf mehr oder weniger zufällig kennen, freundeten sich an und begannen irgendwann aus Spaß an der Sache, Musik zu machen. Daraus ist nun das erste, selbst betitelte Album des GLORIA genannten Projektes geworden. Beide müssen das ganz sicher nicht des Geldes wegen tun und so ist es glaubwürdig, dass sie ohne den Druck, kommerziell erfolgreich sein zu müssen das einfach machen, weil sie Lust dazu haben, zusammen Songs zu schreiben und aufzunehmen. Dass sich mit Grönland schnell ein Label gefunden hat, dass das Debütalbum veröffentlicht, hat aber ganz sicher trotzdem mit den bekannten Namen zu tun, weil man davon ausgehen kann, dass eine bestimmte Zahl von Platten sicher von den Fans gekauft wird. Aber das kann man Tavassol und Heufer-Umlauf nun wirklich nicht vorwerfen.

Fast logisch, dass die Musik sich in die Schublade Deutsch-Pop stecken lässt, irgendwo zwischen Kettcar, Pascal Finkenauer und Wir Sind Helden, mal rockig, oft aber auch ruhig und balladesk. Ganz bestimmt nicht innovativ, aber angenehm leicht und entspannt und ohne den Druck,einen ganz großen Hit auf dem Album unterbringen zu müssen. Sicher ist Klaas kein großer Sänger, aber gerade, dass seine Stimme (noch) nicht so perfekt ist, wie bei Sängern, die schon jahrelang dabei sind, lässt den Songs einige Ecken und Kanten. Dazu hat er sogar ein bisschen Soul in der Stimme, was die Lieder dann auch aus der Masse hervorhebt.

Die Texte sind überwiegend nachdenklich, manchmal melancholisch, und bleiben unpeinlich, auf den Anarcho-Humor von „Joko & Klaas“ hat man zum Glück komplett verzichtet, das hätte hier auch überhaupt nicht gepasst und vor allem die wichtige Rolle von Mark Tavassol in den Hintergrund gedrängt.

Einen richtigen Knaller findet man nicht auf „Gloria“, dafür klingen die Songs insgesamt zu ähnlich. Das sorgt aber dafür, dass man das ganze Album problemlos am Stück durchhören kann, ohne dass es große Ausreißer nach oben oder unten gibt, ein Album zum Nebenbeihören im besten Sinne. Solider Deutsch-Pop – mit seltenen Ausflügen in Deutsch-Rock-Gefilde. Mir gefallen die etwas rockigeren Stücke ein bisschen besser, als die ganz ruhigen Songs und insgesamt darf es beim nächsten Mal ein bisschen kantiger und rotziger sein, aber ansonsten ein herrlich unaufgeregtes Album für jeden Tag. (A.P.)

Webadresse der Band: www.gloriamusik.de


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