PROCER VENEFICUS - How The Heather Moonlit Shivers


Erstveröffentlichung: Doppel-LP 2010 / Just Another Winter / TuT/RuR / JAW03

Just Another Winter ist eigentlich ein Sublabel von Treue um Treue/Reue um Reue, das dafür geschaffen wurde, innovative und stiloffene Metal-Klänge zu veröffentlichen, die eher nicht auf die Hauptlabels passen. Dabei waren die bisherigen Veröffentlichungen schon weit von purem Metal entfernt, ließen sich aber schon noch mit gutem Willen in dieses Genre einsortieren. Bei PROCER VENEFICUS` „How The Heather Moonlit Shivers“ kann ich die Veröffentlichung im Umfeld des Metal-Genres nicht mehr nachvollziehen. Ich kannte die Band bisher nicht, aber anscheinend lassen sich auch bisherigen Veröffentlichungen auf anderen Labels nicht unbedingt dem Stil zuordnen, deshalb kann ich mir nur vorstellen, dass der oder die Macher von PROCER VENEFICUS sonst in anderen szenerelevanten Bands spielen und deshalb auch hier in diesem Kontext präsentiert werden.

Das hat natürlich erstmal alles nichts mit der Qualität der Musik zu tun. Zu hören gibt es ambiente, teils akustische Klangwelten und Drones zu hören, die eben besser auf Reue um Reue gepasst hätten. Das klingt auf vier LP-Seiten (in herrlichem roten Vinyl), als wenn in einer gut gedämmten Fabrikhalle aufgenommen worden wäre, Stille wird zu einem Stilelement, abgelöst immer wieder von einerseits schwebenden, andererseits grollenden Klängen, die man nicht unbedingt mitten in der Nacht alleine anhören sollte. Das könnte manchmal ein alternativer Soundtrack zu David Lynchs „Eraserhead“ oder Derek Jarmans „In The Shadow Of The Sun“ sein. Dann wieder akustische - Gitarre und Streicher - Lagerfeuermusik. Wenn man auf wirklich düstere Klangcollagen steht – und gerade in der richtigen Stimmung für so etwas ist – kann man hier tatsächlich eine Art Trip erleben. Interessant ist eine Coverversion der amerikanischen Aetherical-Band Amber Asylum.

Schwere Klänge, spannend, aber alles andere als leicht verdaulich. Nur, wer aufgrund des Labels Metal-verwandte Klänge erwartet, könnte enttäuscht sein. Für Fans von ambient-industriellen Klangteppichen aber allemal ein reinhören wert, zumal neben dem farbigen Vinyl das Aufklappcover wieder sehr edel wirkt und die Auflage auf gut 400 Exemplare limitiert ist. (A.P.)

Webadresse der Band: www.tutrur.com


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