MY NAME IS MUSIC - Super Acceleration


Erstveröffentlichung: CD 2013 / Las Vegas Records / Broken Silence

Das österreichische Duo MY NAME IS MUSIC konnte mich mit seinem 2011er Album „We Are Terrorists“ schon überzeugen und so habe ich mich auf das aktuelle Werk „Super Acceleration“ gefreut. Während der Vorgänger aber noch recht rockig und von ähnlich aufgestellten Bands wie The Kills oder White Stripes geprägt war, wird es diesmal deutlich poppiger und wie das Cover mit dem Titel-Schriftzug schon andeutet auch viel elektronischer. Geblieben sind die eingängigen Pop-Perlen, die deutlich vom Sound der 80er Jahre infiziert sind. Dabei ist die Abmischung wieder recht reduziert und weit entfernt von einer Überproduktion – was den Liedern aber auch nicht gut getan hätte. Der Gesang ist mit einem seltsamen Effekt abgemischt worden, der irgendwie an Songs aus den 60er Jahren erinnert, in „My Favourite Drug“ wird es gesanglich sogar ein bisschen soulig und die Garagen-Rock-Gitarren werden auch noch einmal hervorgekramt. Das komplette Gegenteil ist „Computer Game“ mit seinen Videospiel-Sounds aus den frühen 80ern. Diese musikalische Vielfalt ist wirklich herrlich, wenn man sich darauf einlässt und bei unter 40 Minuten Laufzeit kommt da garantiert auch keine Langeweile auf. Aber gerade diese Vielseitig- und Unerwartbarkeit könnten es der Band schwer machen, ein ganz breites Publikum zu erreichen, denn wer vielleicht ein Lied hört und deswegen das Album kauft, könnte über andere Lieder schon wieder erschrecken, wenn dem Hörer die musikalische Offenheit fehlt.
Ich finde es aber klasse, wie der musikalische Bogen von den 60er bis in die 80er Jahre geschlagen wird und MY NAME IS MUSIC dabei niemals altmodisch klingen. Reinhören lohnt sich. (A.P.)



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