SCHANDMAUL - Unendlich

/ Universal
Erstveröffentlichung: CD 2014

SCHANDMAUL – UNENDLICH
(VÖ 24.01.2014 Universal )


Seit Januar wurde seitens der Band „Schandmaul“ ein weiteres Kapitel innerhalb der Bandgeschichte aufgeschlagen, denn das achte Studioalbum „Unendlich“ erblickte das Licht der Öffentlichkeit. Laut Birgit Muggenthaler hätte keiner vor fünfzehn Jahren geglaubt, dass die bajuwarischen Schandmäuler einmal ganze acht Studioalben produzieren und an diesem Punkt in der Bandgeschichte stehen würden. 1998 hatte sich ein bunter Haufen von Musikanten aus dem Landkreis Gröbenzell zusammengefunden für einen einmaligen Auftritt. Das es genau dieser Abend in der mit rund 200 Menschen ausverkauften Stammkneipe sein würde, der einmal zur Initialzündung für eine „unendlichen Geschichte“ von Freunden werden könnte, welche heute aus der mittelalterlich geprägten Folk-Rocklandschaft nicht mehr wegzudenken sind, ahnte ja von den Gästen niemand. Im vergangenen Jahr am Kölner Tanzbrunnen zeigte sich deutlich die Bedeutung der Ausnahmeformation, in Form eines Open-Air Festivals, machten sie Sich und nunmehr 12.000 Fans ein wunderbares Geburtstagsgeschenk. „Ich war völlig überwältigt von dem Wissen, dass dies alles nur für uns dort gebaut wurde,“ gesteht Birgit Muggenthaler. Kaum sind die Feierlichkeiten beendet gewesen, arbeiteten Schandmaul phasenweise an drei Scheiben parallel, zum einen einer Best.Of Platte zum 15jährigen Bandjubiläum, dann einer Kinder-CD und natürlich mit „Unendlich“ am achten Studioalbum.

Der ursprüngliche Albumtitel sollte eher in Richtung Gangs of New York, beziehungsweise um einen Boxkampf gehen. Mit dieser Idee im Kopf fuhr Stefan Brunner zur Produktionsfirma und stellte das neue Konzept vor. Leider musste er feststellen, dass ihre Idee nicht so gut ankam wie es erhofft war, und so begann ein reges Brainstorming. Dabei entstand die liegende Acht als Symbol für das achte Studioalbum einerseits, und als Zeichen für Unendlichkeit auf der anderen Seite.
Während bei „Traumtänzer“ sehr stark persönliche Gefühle im Fokus standen, so spürt man mit „Unendlich“ die Ausrichtung wieder stärker auf märchenhafte Geschichten. „Als wir Traumtänzer produziert haben, waren wir fast alle verliebt oder beim Aufbau von Partnerschaften,“ erklärt Birgit Muggenthaler und ergänzt „Unsere Fans wünschten sich wieder stärker Geschichten, und wir fanden es an der Zeit Ihren und unseren Wunsch zu erfüllen.“
Den Opener bildet „Trafalgar“ und schildert die berühmte Seeschlacht der Briten gegen die Spanier und Franzosen. „Tippelbruder“ taucht in das Leben fahrender Handwerksgesellen ein, und „In deinem Namen“ hinterfragt das Phänomen des Glaubens. Mit „Baum des Lebens“ findet sich die Vorgeschichte zur eigentlich abgeschlossenen Trilogie um den Drachentöter Siegfried. Der Text stammt von Birgit Muggenthaler, welche die Inspiration über ihren Vater bekam. Dieser ist Wagnerianer und machte sie im Gespräch aufmerksam, auf diese Episode der Heldengeschichte.
Der Text von „Märchenmond“ wiederum entstammt Thomas Lindners Feder, und ist inspiriert von der gleichnamigen Geschichte von Wolfgang Hohlbein. „Der Text ist ein älterer Text von Weto, der älteren Band der Jungs, welcher jetzt perfekt zum Album passte,“ erklärt Birgit Muggenthaler.
Mit Sapphira“ wurde wiederum die Beziehung des Helden Eragon zu seinem Drachen Saphira aufgegriffen aus den Romanen von Christopher Paolini. Ein wenig bajuwarischer Lokalkolorit wurde auch eingebaut, nämlich mit „Kaspar“ erzählen Schandmaul die Geschichte des Brandner Kaspar, welcher schelmisch den Tod überlistet.
Erstmals findet sich in der Schandmaulgeschichte auf „Unendlich“ ein politischer Song, etwas womit sich Schandmaul bisher zurückgehalten hatten. „Das stimmt, bisher war es auch nicht nötig sich so klar zu positionieren. Im Zeitalter der digitalen Netzwerke jedoch, welche Schandmaul mittlerweile auch nutzt, stellten wir fest, dass wir etliche Freundesanfragen bekamen und sich hinter manchem auch rechtes Gedankengut fand. Das hat uns sehr geschockt und so wurde es uns ein Bedürfnis, ein Zeichen zu setzen und unsere Haltung musikalisch mitzuteilen,“ erklärt Birgit Muggenthaler.

Zusammenfassend ist „Unendlich“ ein erneuter musikalischer Meilenstein von Schandmaul, denn zum einen wurden unzählige Geschichten erdacht und mit Kreativität und Spielfreude umgesetzt, zum anderen wurden instrumental neue Wege eingeschlagen. Uilleann Pipe, Klavier, Cello und auch Harfe und Cister haben Einzug gehalten und unterstreichen auch instrumental die textliche Vielfalt. So vereint das achte Studioalbum die alten Fertigkeiten der Band und betritt doch zukunftsorientiert Neuland durch kleine aber wirkungsvolle Neuerungen in musikalischer Hinsicht. Das klingt für den Hörer stimmig, befreit und voller Lebensfreude die einfach ansteckend ist!
(Maximilian Nitzschke)

Webadresse der Band: www.schandmaul.de


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