FEUERSCHWANZ - Aufs Leben


Erstveröffentlichung: CD 2014 / Fame Recordings / Fame Recordings

Feuerschwanz – Aufs Leben
(VÖ: 19.09.2014 – F.A.M.E. Artist Recordings)


Während in der Welt die Szenarien vom Untergang noch immer kein Ende nehmen, bleibt man auf Burg Feuerschwanz hingegen ganz entspannt. Das ist auch verständlich, schließlich hat man als echter Rock n Roll Ritter nach 10 Jahren Bandgeschichte schon schlimmeres erlebt. Stattdessen zelebrieren die Satire-Rocker mit ihrem neuen Album „Aufs Leben“ die pure Lebensfreude.

Pünktlich zehn Jahre nach der Bandgründung wird ein weiteres hochkarätiges Mittelalter-Folk-Rock Album auf den Markt geworfen, erneut produziert von Thomas Heiman-Trosien (u.A. Schandmaul, In Extremo, Saltatio Mortis) und in der Zusammenarbeit mit Simon Michael (Schlagzeuger und Produzent von Subway to Sally). Feuerschwanz liefern 13 fette Songs, wobei jeder für sich betrachtet Hit-Potenzial besitzt. Bereits der erste Song, gleichzeitig auch Titelsong des Albums, besitzt textlich den üblichen Schalk und stimmt musikalisch gekonnt auf die Grundstimmung des Albums ein. Was also wird Feuerschwanz tun, wenn tatsächlich der Untergang der Welt kommt- Aufs Leben anstoßen natürlich! Weiter geht es dann mit „Herz im Sturm“ einem Lied übers Verliebtsein. Das dabei das ein oder andere Augenzwinkern vorprogrammiert ist, dürfte sich von selbst verstehen. Der „Mann aus Metall“ ist ein schwer gerüsteter Ritter, der sein Dasein mit Kalorienzählen und Leibesertüchtigung fristet, sozusagen Ritter Weightwatcher.
Mit „Blöde Frage, Saufgelage“ folgt eine ganz eindeutige Partynummer, wobei sich die Band mal wieder ordentlich selbst auf die Schippe nimmt. Weitere Highlights sind „Hans (der Aufrechte)“, eine Hommage an alle 6 Saiten Krieger dieser Welt. Des weiteren „Träumer und Tor“, denn hier zeigen die „Feuerschwänze“ was sie so drauf haben in Reinkultur: Harte Riffs wechseln sich mit epischen Melodien und wechseln mit klassischen Streicherarrangements ab. Mit „Auf Wiedersehn“ zeigt sich die Band von ihrer nachdenklichen Seite. Sänger und Dudelsackspieler Prinz „Hodi“ Hodenherz erklärt: „Der Song handelt von einem sehr geliebten Menschen, den ich verloren habe. Uns als Band war es wichtig, auch diese – wenn auch verdammt tragische- Geschichte zu erzählen“
Den epischen Abschluss findet das Album schließlich mit „Frisch gezapft“, einem Trinklied.

Der Weg von Feuerschwanz hin zu Erfolg und Achtung war niemals leicht, und bereits zu Beginn auf den Mittelalter Märkten der Republik wurde klar: Feuerschwanz polarisiert und spaltet hin und wieder die Mittelalterszene. Extravagante Bühnenshows mit leicht bekleideten Miezen, gepaart mit dem zotigen und derben Humor wurde gern als Verunglimpfung des mittelalterlichen Wertekanons betrachtet. Die Schreie nach Authentizität waren beinah Ohren betäubend, dabei außer Acht lassend, dass sich auch Bands wie etwa In Extremo oder Subway to Sally Authentizität bemühen. Im Gegenteil es lohnte und lohnt sich vielmehr auf die Texte zu achten, denn was so leicht und amüsant daher kommt, beinhaltet oft ernstzunehmende Themen. Natürlich verpackt Feuerschwanz diese Themen auf ihre Art, nämlich in urkomische, mittelalterlich angehauchte Texte voll entwaffnender Ehrlichkeit und kreativem Witz. Inzwischen mussten dann sogar die schärfsten Kritiker eingestehen, dass hier auf allerhöchstem Niveau musiziert und durchdacht zu Werk gegangen wird. Feuerschwanz selbst entgegnet: „Musizieren und unterhalten – und auch mal den Finger in die Wunde legen. So haben es schon die Spielmänner im Mittelalter getan, und das ist auch unser Ding!“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

Große Festivalauftritte, Massen von 20.000 Menschen und mehr, stetig steigende Chartplatzierungen und ausverkaufte Konzerte. Feuerschwanz sind inzwischen zur Rockgröße geworden, die die Musiklandschaft mitprägen. Ihr letztes Album „WalHalligalli“ belegte Platz 37 der Deutschen Media Control Album Charts. Glückwunsch, das ist eine tolle Leistung!

(Maximilian Nitzschke)



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