FLIGHT FACILITIES - Down to Earth


Erstveröffentlichung: CD 2015 / Future Classic

Artist: Flight Facilities
Titel: Down To Earth
Label: Future Classic
Format: CD / LP / Digital
VÖ: 01.2015 [Europa]
Style: POP / Downtempo / DeepHouse
Flight Facilities – Down To Earth [Future Classic]
Nachdem das Debutalbum des australischen Duos Flight Facilities in ihrer Heimat schon im Oktober des vergangen Jahres veröffentlicht wurde, schlägt ihr „Down To Earth“ dieser Tage nun auch auf dem kontinentaleuropäischen Festland auf und verführt mit seiner äusserst angenehmen Mischung aus DeepHouse, Vocals und loungigen Elementen all diejenigen, deren elektronischer Musikgeschmack die Adjektive "elegant" und "popaffin" vereint. Schon das einer Cockpit­Ansage nachempfundene Intro kündigt den Beginn einer musikalischen Reise an und die darauffolgende Kollaboration „Two Bodies“ mit der
Sängerin Emma Louise entführt den geneigten Konsumenten auf die Tanzfläche eines Beach­Ressorts freier Wahl, während es mit Reggie Watts am Mikro und „Sunshine“ auf den Ohren von geschmeidigem Funk verwöhnte Gefilde zu erkunden gibt. Leicht cheesy und partiell esoterisch wabernd wird es dann mit dem streicherbeladenen Downbeat­ / Balearic­Erguss „Waking Bliss“, dass für den Geschmack des Rezenseten ein wenig zu zuckerklebrig daherkommt, „Stand Still featuring Micky Green“ präsentiert sich als
leichtfüssiges Pop­ / Electro­Drum n Bass­Crossover, das selbst an trüben Wintertagen zum Mitswingen einlädt und sich dank der besonderen, zuweilen an Dillon­erinnernden Stimme Micky Greens schnell in den Gehörgängen der Konsumenten festsetzt, der mit dem dezent pumpenden Housetrack „Apollo“ direkt im Anschluss in die letzten Stunden einer rauschenden Clubnacht versetzt wird. Doch wie schon für „Waking Bliss“ gilt auch für „Apollo“, dass epische Streicher und Flächenkonstrukte zuweilen besser mit Vorsicht
als im Überfluss eingesetzt werden sollten.
Sängerin Christine Holberg veredelt die dezente DeepHouse­/Balearic­Nummer „Claire De Lune“ mit glockenhellen Vocals, die einen perfekten Kontrast zur zurückhaltenden, tiefen Melancholie des Beat­ und Synthgerüstes liefern, Stee Downes verleiht dem funkverkehr­samplenden PlasticSoul von „Hold Me Down“ den richtigen Sexdrive und die Vocals von Owl Eyes bringen in „Heart Attack“ dem TechHouse das Funkeln bei.
„Merimbula“ liefert im Intro eine kurze, wenn auch eindeutige Liebeserklärung an Brooklyn, deren Prägnanz allerdings im weiteren Verlauf von der etwas merkwürdigen Soundästhetik des mit der Handbremse agierenden 4/4­Taktes, weichspülenden Flächen und obskur zerhackten, zuweilen auch zu präsent abgemischten Stimmsplittern weggewaschen wird. So grundgereinigt konzentriert sich das Ohr des an FrenchTouch­ Ästhetik a la „One More Time“ gewöhnten Konsumenten lieber auf den Titeltrack des vorliegenden Albums, der – obwohl zweifelsfrei extremst hitlastig – im direkten Vergleich
nicht so verstörend penetrant daherkommt, wie die musikalische Vorlage der
helmtragenden Franzosen. Mit Bishop Nehru am Mikrofon präsentiert sich „Why Do You Feel“ musikalisch als romantischer Schlafzimmer­HipHop, Kylie Minogue hat ihren Gastauftritt im Reprise des grössten Flight Facility­Hits bis dato ­ „Crave You“ ­, der als Originalversion mit Sängerin Giselle das Album final in bester Popmanier abschliesst und als musikalischer Fun Fact für Musiknerds nebenher der meistgespielte Titel ever auf dem australischen Radiosender Triple J ist.

Unser Fazit: abwechslungsreiches Popalbum mit elektronischen Grundzügen, dass vor allem in unbeschwert verliebten Frühjahrsmomenten ein guter Freund sein kann, zuweilen aber doch ein wenig zu dick aufträgt. 7/10 Points
[baze.djunkiii / www.nitestylez.de]



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