THE BIRTHDAY PARTTY - Live 1981-82


Erstveröffentlichung: CD 1999 / 4 AD / Rough Trade

What a great idea by the legendary 4 AD label to release a kind of Live-Best Of CD with all the classic hits of THE BIRTHDAY PARTY!

Many of the famous songs of this raw Punk-Blues band with singer Nick Cave are feaured here in brilliant and powerful live versions, like ""Nick The Stripper"", ""Zoo-Music Girl"", ""King Ink"", ""Junkyard"" or ""Release The Bats"" and some more plus a cover of the Stooges´ ""Funhouse"". The songs have been recorded on various dates and locations in 1981/82 and the sound is really good, so the CD is a ""must have"" for all BIRTHDAY PARTY and Nick Cave fans. Great, I love it!!! (A.P.)

THE SHANES - The Girl Who Lives on Heaven Hill


Erstveröffentlichung: LP 2015 / SumoRex / Broken Silence

The Shanes - „The Girl who Lives on Heaven Hill“
(VÖ: 27.03.2015 Label SumoRex Vertrieb Broken Silence)

Wenn man „Grant Hart“ von der legendären „Hüsker Dü“ mit einem Coversong die Ehre erweisen will, so kann dieser keine gewöhnliche Kopie des Originals sein. Im Falle von „The Shanes“ verstand sich dieser Ansatz ganz von selbst, denn um Genregrenzen und Erwartungshaltungen haben sie sich noch nie gekümmert. So wurde aus dem genial-lärmigen „The Girl on Heaven Hill“ eine Countryhymne. Das zugleich dazu gedrehte Video wiederum verwandelt den Text im Sinne eines trashigen Horror B-Movies.
Wie bereits bei früheren Coversongs wie „Sailormen“ von Turbonegro gelingt es den Shanes auch diesmal, den Song weiterzudenken in einer Art, die sich von der ursprünglichen Form löst. Der Geist des Originalwerkes bleibt erhalten, jedoch wird das Stück in einen völlig neuen Kontext überführt. Das Original zu „The Girl Who Lives on Heaven Hill“ ist eines dieser Stücke, die ihre Schönheit im Original hinter einer Wand aus Lärm verstecken – ein perfekter Popsong für Menschen, die in die Seele eines Stückes sehen können.
Bereits vor der Veröffentlichung erhielt „Girl“ den Segen des eigentlichen Autors. Grant Hart war seinerseits von dem Werk so begeistert, dass die Idee der Vinyl Single auf seine Initiative zurückgeht und in den USA auch über sein Label vertrieben wird.

(Maximilian Nitzschke)

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GANEF - „Straßenköter“
(VÖ: 27.03.2015 Label: Sturm und Klang Vertrieb: Alive)


Der in Odessa geborene und aufgewachsene jüdische Liedermacher Sergej Master hatte schon als Teenager seinen ganz eigenen Kopf, denn um Frauen zu beeindrucken spielte er Gitarre. Da er keine Lust hatte, die Lieder von anderen auswendig zu lernen, schrieb er sich diese einfach selbst.
1993 zog er dann nach Berlin und stand 2002 zusammen mit Pete Wyoming Bender oder Tom Cunningham auf der Bühne. 2007 entstand dann „Ganef“ was jüdisch „Dieb“ bedeutet. Noch im gleichen Jahr belegt er Platz 1 beim Liedermacher Rhein-Main Wettbewerb. 2008 dann erfolgte die erste Veröffentlichung „Ganefs11“ mit seiner damaligen Band „Ganefsbande“. Von da an kamen aber immer mehr Anfragen für Soloauftritte.
Den Kern in Ganefs Repertoire ist der „kriminelle Chanson“, der Themen eines halbseidenen Unterweltmilieus aufgreift. Damit steht er in der Tradition russischer Chansonniers und musikalischer Vorbilder wie Vladimir Vysozki. Ganef, der Gauner mit moralischem Anspruch- er ist einer, der sich nicht scheut, sich selbst die Hände schmutzig zu machen, um seine Botschaft unverfälscht unter die Leute zu bringen. In erster Linie erzählt Ganef Geschichten, und das unbeugsam und unabhängig- eben wie sein Alter Ego, der Straßenköter. Ganz nebenbei stellt er dabei sein Talent unter Beweis: er ist Songschreiber, Sänger und begleitet sich selbst mit der Gitarre. Bemerkenswert sind die verschiedenen Stilrichtungen, denn diese variieren ganz nach Inhalt, und je nach Ganefs Gefühl, was die Geschichte gerade braucht. In den 13 Liedern findet sich romantischer Walzer, mal fröhlich jazziger Swing, mal melancholischer Moll oder auch militärische Marschmusik. Inhaltlich geht es um ernüchterte Liebe, Krieg,um einsame Wölfe, von Dieben und Politikern, von Berlin und Identität.
Nicht immer ist die Botschaft seiner Songs so offensichtlich. Manche muten an wie Poesie, die eher ein Gefühl auslöst als klare Bilder. Das ist der Reiz an Liedern wie „An der Wand“ - man muss zwischen den Zeilen zuhören. Klar das klingt rau und kratzig, aber zugleich emotional und wehmütig. Die Themen sind hochaktuell, vielleicht treffen deswegen seine Stücke auch so direkt ins Herz!
(Maximilian Nitzschke)

GANEF - Straßenköter


Erstveröffentlichung: CD 2015 / Sturm und Klang / Alive

GANEF - „Straßenköter“
(VÖ: 27.03.2015 Label: Sturm und Klang Vertrieb: Alive)


Der in Odessa geborene und aufgewachsene jüdische Liedermacher Sergej Master hatte schon als Teenager seinen ganz eigenen Kopf, denn um Frauen zu beeindrucken spielte er Gitarre. Da er keine Lust hatte, die Lieder von anderen auswendig zu lernen, schrieb er sich diese einfach selbst.
1993 zog er dann nach Berlin und stand 2002 zusammen mit Pete Wyoming Bender oder Tom Cunningham auf der Bühne. 2007 entstand dann „Ganef“ was jüdisch „Dieb“ bedeutet. Noch im gleichen Jahr belegt er Platz 1 beim Liedermacher Rhein-Main Wettbewerb. 2008 dann erfolgte die erste Veröffentlichung „Ganefs11“ mit seiner damaligen Band „Ganefsbande“. Von da an kamen aber immer mehr Anfragen für Soloauftritte.
Den Kern in Ganefs Repertoire ist der „kriminelle Chanson“, der Themen eines halbseidenen Unterweltmilieus aufgreift. Damit steht er in der Tradition russischer Chansonniers und musikalischer Vorbilder wie Vladimir Vysozki. Ganef, der Gauner mit moralischem Anspruch- er ist einer, der sich nicht scheut, sich selbst die Hände schmutzig zu machen, um seine Botschaft unverfälscht unter die Leute zu bringen. In erster Linie erzählt Ganef Geschichten, und das unbeugsam und unabhängig- eben wie sein Alter Ego, der Straßenköter. Ganz nebenbei stellt er dabei sein Talent unter Beweis: er ist Songschreiber, Sänger und begleitet sich selbst mit der Gitarre. Bemerkenswert sind die verschiedenen Stilrichtungen, denn diese variieren ganz nach Inhalt, und je nach Ganefs Gefühl, was die Geschichte gerade braucht. In den 13 Liedern findet sich romantischer Walzer, mal fröhlich jazziger Swing, mal melancholischer Moll oder auch militärische Marschmusik. Inhaltlich geht es um ernüchterte Liebe, Krieg,um einsame Wölfe, von Dieben und Politikern, von Berlin und Identität.
Nicht immer ist die Botschaft seiner Songs so offensichtlich. Manche muten an wie Poesie, die eher ein Gefühl auslöst als klare Bilder. Das ist der Reiz an Liedern wie „An der Wand“ - man muss zwischen den Zeilen zuhören. Klar das klingt rau und kratzig, aber zugleich emotional und wehmütig. Die Themen sind hochaktuell, vielleicht treffen deswegen seine Stücke auch so direkt ins Herz! (Maximilian Nitzschke)

SARAH SOPHIE - Different


Erstveröffentlichung: CD 2015 / Flowerstreet / Rough Trade

SARAH SOPHIE – DIFFERENT
(Label: Flowerstreet Vertrieb Rough Trade)


Was würde passieren, wenn man eine Singer-Songwriterin mit einem Beatboxer unter einen Hut bringt, damit sie zusammen ein Album entstehen lassen? Klingt für euch nicht so, als würde sich ein roter Faden herstellen lassen? Doch ich kann euch sagen, dass es im Falle von Sarah Sophie und dem vorliegenden Album „Different“ ein harmonisches Zusammenspiel der Gegensätze ergeben hat. Das Album ist durchflutet von Energie und Originalität, klingt trotz der experimentellen Besetzung nicht deplatziert. Schon nach wenigen Takten entfalten sich die Emotionen und Melodien der wunderschönen Songs. Es beginnt noch recht klassisch, nämlich mit Klavier und Stimme. Eingängig, intim, irgendwie auch zerbrechlich, aber zugleich voller Energie. Der Bass steigt ein und man spürt die Spannung. Diese Spannung reißt auch im Laufe des Albums nicht ab, den der Zuhörer wird weitergetragen von den Harmonien. In Refrains kommt die Beatbox zum Einsatz, im ersten Moment ein Fremdkörper, aber dann doch ein weiteres Puzzleteil im beeindruckenden Bild.
„What is Wrong“ heißt der erste Titel auf dem neuen Sarah Sophie Album. Er gehört eindeutig in die Kategorie Aha-Erlebnisse, die immer seltener werden. Bei dieser Kombination aus Pop, Hip-Hop, Folk und Singer/Songwriter sucht man vergeblich nach Vergleichen. „Face the Truth“ folgt gleich als zweites und bestätigt die ersten klanglichen Eindrücke, ohne sich zu wiederholen. Man merkt das Wert auf Abwechslung, tolle Arrangements und coole Sounds gelegt wurde. Der Leitfaden des Albums ist Intimität, die sich durch alle 13 Songs zieht. Egal ob es die Melodien von „Hide and Seek“, der Herzschmerz eines „If I Could“ oder die Entrüstung von „For My Lover“ ist, es dauert nicht lange und man ist selbst in der Emotion gefangen.
Das Album ist durchweg kurzweilig, was nicht zuletzt daran liegt, dass man auch nach mehrmaligem Durchhören immer wieder Details entdeckt!

(Maximilian Nitzschke)

CLASSIC OPEN AIR - Classic Open Air 2014


Erstveröffentlichung: Konzert/Veranstaltung 2014

CLASSIC OPEN AIR 2014


Donnerstag, 3. Juli 2014, 19:30 Uhr: First Night Crossover Konzert mit Highlights aus Klassik, Film und Rock in Zusammenarbeit mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg

Auftakt zum Classic Open Air 2014 bildeten in diesem Jahr u.a. Till Brönner, die Band Prag, die Band Silly und das Theater Feuervogel. Durch das Programm, bestehend aus Oper, Filmmusiken und Popklängen, führte erneut charmant Madeleine Wehle in Zusammenarbeit mit dem rbb. Am 23.07.2014 um 20.15 Uhr übertrug der Sender das Programm.

Freitag, 4.Juli 2014 19:30 Uhr: Anna Maria Kaufmann präsentiert Classic Ladies Klassik, Show & Pop mit Charme und Frauen Power

Über 15 beeindruckende Künstlerinnen gestalteten gestern den zweiten Abend des Festivals in Form der "Classic Ladies Night" Koloratursopranistinnen, Operndiven, Musicalstars, und erfolgreiche Jazz-, Pop-, und Chansonsängerinnen gestalteten gemeinsam dieses Konzert. Neben Anna Maria Kaufmann, welche erst moderierte und vor dem Ende dann ein Medley aus Musicalhits präsentierte, sangen Katarzyna Dondalska, Adriane Queiroz, Yma America und Katharina Mehling. Auch der Showcharakter kam nicht zu kurz, die Formation Some Handsome Hands präsentierten Klavierstücke sechshändig gespielt und Azabache Flamenco zauberten spanisches Flamenco-Flair auf den Platz. Für musikalischen Spass zwischen den beiden Showblöcken sorgte die Marching Actionband Venusbrass. Begleitet wurden die Künstlerinnen von der Elbland Philharmonie Sachsen unter dem Dirigat von Christian Voß.

Samstag, 5.Juli 2014, 19:30 Uhr: Mozart-Haydn-Beethoven Ein Galakonzert der Wiener Klassik in Licht und Feuer

Gestern Abend am dritten Tag des Classic Open Air Festivals auf dem Gendarmenmarkt erklang das Galakonzert der Wiener Klassik von Mozart über Haydn bis Beethoven. Nach dem erfolgreichen Barockkonzert 2013 folgte in diesem Jahr ein weiterer klassisch angesetzter Musikgenuss. Mozart, Haydn und Beethoven prägten wie keine anderen die europäische Kunstmusik. Berühmte Instrumentalkompositionen erklangen neben Opernarien, sei es aus "Die Hochzeit des Figaro" oder "Il monda della luna" bzw. aus "Fidelio". Nach Einbruch der Dunkelheit wurde die Klangkunst durch Licht und Feuer optisch in Szene gesetzt. Stargast des Abends war der Grossmeister des Klezmer Giora Feidman.

Sonntag, 6 Juli 2014, 19:30 Uhr: Bella Italia Eine musikalische Reise nach Italien

Nachtkritik "Bella Italia" am vierten Festivaltag 6.7.2014.
Wir sind soeben vom Gendarmenmarkt retour oder besser aus Venedig, Florenz und Rom auf einmal. Italien hat wunderbare Komponisten hervorgebracht und kaum einer kennt nicht mindestens ein Stück aus den Opern von Puccini, Verdi oder Rossini. Geballte Stimmkraft gepaart mit hervorragenden Chören und Orchester zauberten italienisches Flair in die Hauptstadt. Veranstalter Gerhard Kämpfe selbst führte durch den Abend und überzeugte das Publikum durch sein hohes Fachwissen gepaart mit seiner Lust uns grosse Kunst und Unterhaltung zu bieten. Das hat er exzellent getan!

Montag, 7.Juli 2014, 19:30 Uhr: Unheilig Der Graf auf dem Gendarmenmarkt

An diesem Abend waren wir alle auf dem Gendarmenmarkt so ganz und gar nicht gottesfürchtig, denn der Graf hatte zur Unheilig-en Best of Show geladen. In dieser wunderbaren Kulisse mag es anfangs befremdlich gewesen sein, dass sein Publikum saß. Er spielte mit seinem Publikum, animierte zum Mitsingen und sprang begeistert von der entgegengebrachten Liebe seiner Fans wild hin und her. Sein Querschnitt aus 15 Jahren ließ tiefe Emotionen zu, rief zu Toleranz und Respekt auf, gepaart mit der ausgewogenen Mischung Pathos. Songs wie Freiheit, Maschine oder Spiegelbild waren im Programm die ältesten Stücke während vorwiegend Lichter der Stadt und Grosse Freiheit Stücke den Abend prägten. Mitsingen konnten dabei Alle, egal ob Hardcorefans wie ich, die alle Songs der Karriere kennen, oder neue Hörer! Wir wollten einfach nicht leise sein und nur zu gern unter der Flagge des Grafen und seiner Band durch die menschlichen Untiefen, Stürme und Hochs navigiert werden! Mit dem neuen Song Goldrausch verabschiedete sich dieser nach 2:30h gerührt!

Dienstag, 8.Juli 19:30 Uhr Schiller meets Classic

Was war das heute für eine Zitterpartie, bis 17:30 uhr war unklar ob das Abschlusskonzert des Classic Open Air "Schiller meets Classic" überhaupt stattfinden kann. Heftige Unwetter fegten über den Himmel von Berlin tagsüber, bis es sich allmählich beruhigte. 18 uhr war klar, dass wir den Elektronik Klangkünstler Schiller live erleben dürfen zusammen mit dem Symphonic Pop Orchestra und Gästen. Dieser gibt sich bescheiden und zaubert in den 2:30h ein atmosphärisch dichtes Spektakel aus Pophymnen über den Platz. Immer wieder wird es feucht von oben, aber dass nimmt weder die Stimmung weg, noch flüchten die Gäste. Besondere Gäste stellten Eva Mali dar, Rebecca Ferguson, der wunderbare Midge Uri und natürlich Der Graf. Die Verschmelzung aus Elektro und Classic war extrem opulent und wirkte doch minimalistisch. Offenbar wurde in Hinblick auf ein Live Album bzw eine Live DVD das einzigartige Konzert aufgezeichnet. Ein fulminanter Abschluss! (Maximilian Nitzschke)

CLASSIC OPEN AIR - Classic Open Air 2014


Erstveröffentlichung: Konzert/Veranstaltung 2014

CLASSIC OPEN AIR 2014


Donnerstag, 3. Juli 2014, 19:30 Uhr: First Night Crossover Konzert mit Highlights aus Klassik, Film und Rock in Zusammenarbeit mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg

Auftakt zum Classic Open Air 2014 bildeten in diesem Jahr u.a. Till Brönner, die Band Prag, die Band Silly und das Theater Feuervogel. Durch das Programm, bestehend aus Oper, Filmmusiken und Popklängen, führte erneut charmant Madeleine Wehle in Zusammenarbeit mit dem rbb. Am 23.07.2014 um 20.15 Uhr übertrug der Sender das Programm.

Freitag, 4.Juli 2014 19:30 Uhr: Anna Maria Kaufmann präsentiert Classic Ladies Klassik, Show & Pop mit Charme und Frauen Power

Über 15 beeindruckende Künstlerinnen gestalteten gestern den zweiten Abend des Festivals in Form der "Classic Ladies Night" Koloratursopranistinnen, Operndiven, Musicalstars, und erfolgreiche Jazz-, Pop-, und Chansonsängerinnen gestalteten gemeinsam dieses Konzert. Neben Anna Maria Kaufmann, welche erst moderierte und vor dem Ende dann ein Medley aus Musicalhits präsentierte, sangen Katarzyna Dondalska, Adriane Queiroz, Yma America und Katharina Mehling. Auch der Showcharakter kam nicht zu kurz, die Formation Some Handsome Hands präsentierten Klavierstücke sechshändig gespielt und Azabache Flamenco zauberten spanisches Flamenco-Flair auf den Platz. Für musikalischen Spass zwischen den beiden Showblöcken sorgte die Marching Actionband Venusbrass. Begleitet wurden die Künstlerinnen von der Elbland Philharmonie Sachsen unter dem Dirigat von Christian Voß.

Samstag, 5.Juli 2014, 19:30 Uhr: Mozart-Haydn-Beethoven Ein Galakonzert der Wiener Klassik in Licht und Feuer

Gestern Abend am dritten Tag des Classic Open Air Festivals auf dem Gendarmenmarkt erklang das Galakonzert der Wiener Klassik von Mozart über Haydn bis Beethoven. Nach dem erfolgreichen Barockkonzert 2013 folgte in diesem Jahr ein weiterer klassisch angesetzter Musikgenuss. Mozart, Haydn und Beethoven prägten wie keine anderen die europäische Kunstmusik. Berühmte Instrumentalkompositionen erklangen neben Opernarien, sei es aus "Die Hochzeit des Figaro" oder "Il monda della luna" bzw. aus "Fidelio". Nach Einbruch der Dunkelheit wurde die Klangkunst durch Licht und Feuer optisch in Szene gesetzt. Stargast des Abends war der Grossmeister des Klezmer Giora Feidman.

Sonntag, 6 Juli 2014, 19:30 Uhr: Bella Italia Eine musikalische Reise nach Italien

Nachtkritik "Bella Italia" am vierten Festivaltag 6.7.2014.
Wir sind soeben vom Gendarmenmarkt retour oder besser aus Venedig, Florenz und Rom auf einmal. Italien hat wunderbare Komponisten hervorgebracht und kaum einer kennt nicht mindestens ein Stück aus den Opern von Puccini, Verdi oder Rossini. Geballte Stimmkraft gepaart mit hervorragenden Chören und Orchester zauberten italienisches Flair in die Hauptstadt. Veranstalter Gerhard Kämpfe selbst führte durch den Abend und überzeugte das Publikum durch sein hohes Fachwissen gepaart mit seiner Lust uns grosse Kunst und Unterhaltung zu bieten. Das hat er exzellent getan!

Montag, 7.Juli 2014, 19:30 Uhr: Unheilig Der Graf auf dem Gendarmenmarkt

An diesem Abend waren wir alle auf dem Gendarmenmarkt so ganz und gar nicht gottesfürchtig, denn der Graf hatte zur Unheilig-en Best of Show geladen. In dieser wunderbaren Kulisse mag es anfangs befremdlich gewesen sein, dass sein Publikum saß. Er spielte mit seinem Publikum, animierte zum Mitsingen und sprang begeistert von der entgegengebrachten Liebe seiner Fans wild hin und her. Sein Querschnitt aus 15 Jahren ließ tiefe Emotionen zu, rief zu Toleranz und Respekt auf, gepaart mit der ausgewogenen Mischung Pathos. Songs wie Freiheit, Maschine oder Spiegelbild waren im Programm die ältesten Stücke während vorwiegend Lichter der Stadt und Grosse Freiheit Stücke den Abend prägten. Mitsingen konnten dabei Alle, egal ob Hardcorefans wie ich, die alle Songs der Karriere kennen, oder neue Hörer! Wir wollten einfach nicht leise sein und nur zu gern unter der Flagge des Grafen und seiner Band durch die menschlichen Untiefen, Stürme und Hochs navigiert werden! Mit dem neuen Song Goldrausch verabschiedete sich dieser nach 2:30h gerührt!

Dienstag, 8.Juli 19:30 Uhr Schiller meets Classic

Was war das heute für eine Zitterpartie, bis 17:30 uhr war unklar ob das Abschlusskonzert des Classic Open Air "Schiller meets Classic" überhaupt stattfinden kann. Heftige Unwetter fegten über den Himmel von Berlin tagsüber, bis es sich allmählich beruhigte. 18 uhr war klar, dass wir den Elektronik Klangkünstler Schiller live erleben dürfen zusammen mit dem Symphonic Pop Orchestra und Gästen. Dieser gibt sich bescheiden und zaubert in den 2:30h ein atmosphärisch dichtes Spektakel aus Pophymnen über den Platz. Immer wieder wird es feucht von oben, aber dass nimmt weder die Stimmung weg, noch flüchten die Gäste. Besondere Gäste stellten Eva Mali dar, Rebecca Ferguson, der wunderbare Midge Uri und natürlich Der Graf. Die Verschmelzung aus Elektro und Classic war extrem opulent und wirkte doch minimalistisch. Offenbar wurde in Hinblick auf ein Live Album bzw eine Live DVD das einzigartige Konzert aufgezeichnet. Ein fulminanter Abschluss! (Maximilian Nitzschke)

GIFTONES - Est.2014


Erstveröffentlichung: CD 2015 / FinestNoiseReleases / Radar

GIFTONES - „Est.2014“
(VÖ: 30.03.2015 Label: FinestNoiseReleases Vertrieb: Radar)

Authentische Rock-Musik zu machen, steht für die vier Berliner der Band Giftones an vorderster Stelle. Der Hörer spürt die unbedingte Liebe zur Musik, die Drummer Mirko, Bassist Frank, Sänger Philipp und Gitarrist Tobias im Jahr 2010 zusammenbrachte. Lustigerweise brachte eine Zeitungsannonce die vier Freunde fürs Leben zusammen. Ihrer Liebe zur Musik frönend verfolgten sie unter ihrem jetzigen Bandnamen das Ziel, andere Menschen durch ihre handgemachte Musik zu begeistern. Nun erscheint ihr erster Longplayer „Est.2014“ mit 13 live eingespielten Songs.
Thematisch bewegen sich viele ihrer Songs zwischen Liebesleid und Liebesfreud. Titel wie „I love her so“ oder „Keep back and go“ sprechen dabei für sich. Diese Emotionalität findet sich auch im musikalischen Arrangement ihrer Lieder wieder. Melodie und Text verbinden sich zu einem Ganzen und berichten aufrichtig vom Leben und der Leidenschaft.
Seit 2011 tourten die vier mit ihrer EP „Diamond“ durch die Hallen des Landes. Dabei bespielten sie u.a. so legendäre Clubs wie den Sage Club, den Pfefferberg oder das Zosch. Selbst solch erfolgreiche Künstler wie Pete Lynch u.a. konnten sich für die Jungs begeistern und luden sie als Support ein. Nun mit mehr Songmaterial im Gepäck geht es daran, noch mehr Fans zu erreichen.
(Maximilian Nitzschke)

THE BIRDWATCHERS - Pretentia


Erstveröffentlichung: CD-EP 2015 / Flowerstreet / Rough Trade

The Birdwatchers - „Pretentia“
(Vö: 30.03.2015 Label: Flowerstreet Vertrieb: Rough Trade)

Die aus Limerick stammende Iren Adam und Ian kennen sich bereits seit stolzen 17 Jahren, und bereits seit 6 Jahren machen sie nun schon gemeinsam Musik. Um ihren Traum als Musiker zu verwirklichen, gingen die beiden nach Deutschland. Angst vor der Zukunft hatten beide nicht, zumal ja auch Songs geschrieben werden mussten!
Glücklicherweise trafen sie hierbei auf Max und Chris, die es schafften jene irische, unbändige Kreativität in Band-Form zu bringen und so das Bild von „The Birdwatchers“ zu vervollständigen.
Durch die verschiedensten Einflüsse geprägt, zaubern sie einen Mix aus Gitarren-geleitetem Rock und Roll, der seine Ursprünge im Folk vermuten lässt. Das schöne dabei ist, dass sie die Einflüsse zu einem ganz eigenen und äußerst originellen Sound vermengen und damit Eigenständigkeit beweisen. Wenn man die Band einmal live erleben durfte oder sich durch die EP „Pretentia“ durchhört, merkt schnell, dass hier etwas Großes im Anmarsch ist. Der Sound ist wild, rau und doch immer poppig, so dass er sich direkt in den Gehörgang des Zuhörers begibt und dort einnistet. Angenehm erfrischender Sound! (Maximilian Nitzschke)

´DIE KLOPFERBANDE - Solid State / Solider Staat


Erstveröffentlichung: CD 2014 / Eigenveröffentlichung

DIE KLOPFERBANDE wurde irgendwann um 1980 herum von Peter Ortmann gegründet und hat dann mit der LP „…Und Doch So Bezaubernd“ eines der deutschen Proto-Gothic-Alben vorgelegt, irgendwo zwischen Punk, New Wave und dem, was man heute Minimal-Electro nennt. Vergleichbar vielleicht mit den frühen Geisterfahrern. Durch die 80er Jahre hindurch wurden zahlreiche Platten und Tapes veröffentlicht, die unterschiedliche Einflüsse in sich vereinten und konsequent unabhängig auf den Markt gebracht wurden, was wohl größeren Erfolg verhindert hat. Erst in den 90ern wurde DIE KLOPFERBANDE einem breiteren Publikum durch einige Tracks auf den „Godfathers Of German Gothic“-Samplern bekannt. Aus dem Jahr 2003 stammt das wohl einzige Interview mit Peter Ortmann im Internet, das man auf unserer Seite nachlesen kann.

Nun, nochmals 12 Jahre später, gibt es völlig unvermittelt ein komplett neues Album der KLOPFERBANDE auf CD und ich gebe zu, ich war etwas skeptisch, was nach so langer Pause dabei herauskommen würde, wurde aber – um es vorweg zu nehmen – absolut positiv überrascht. „Solid State/Solider Staat“ ist ein Album mit altem Punk-Geist, das sehr eingängige und dunklere Momente miteinander verbindet und gute, teilweise zynische und kritische Texte bietet, die jugendliche Punks in ihrer ersten Band aufgrund fehlender Lebenserfahrung gar nicht schreiben könnten.

Der Opener „Popkak“ ist ultraeingängiger Punk-Rock, ohne in peinliche Mainstream-Pop-Punk-Gefilde abzudriften. Einfach, geradeaus und genau deswegen ein Ohrwurm, der bei Konzerten sicher für viel Bewegung vor der Bühne sorgen dürfte. „Schwaben-Papis“ geht direkt danach in eine ähnliche Richtung und kann irgendwo zwischen Ärzte und Tote Hosen einsortiert werden. Mit „Edda“ wird es dann etwas waviger und dunkler, aber immer noch punkig. Geht so ein bisschen in Richtung Fliehende Stürme, ohne deren Depressivität. Es folgt „Hamburger Hafen“, das tatsächlich ein bisschen nach typisch-hamburger Punk klingt, so in Richtung Razzia und Konsorten und auch alte Waver dürften hier ihre Freude haben. Nach diesem wirklich starken Start des Albums, kommt mit „Argentina“ ein Song, der sehr nach 90er Jahre Deutsch-Punk klingt. Sicher nicht schlecht, aber auch relativ schnell wieder aus den Ohren raus.

Fast schon in NDW-Zeiten zurück führt „Taxi Driver“, sowohl musikalisch als auch textlich ein kleiner Stilbruch zu den ersten 5 Songs. Und das ist dann auch der Startschuss zu gänzlich anderen Klängen in „Mono-Maschine“. Hier gibt es Klänge zwischen Minimal-Electro und Dark Wave zu hören, absolut clubtauglich und vom Geiste her immer noch Punk, nur mit anderen Mitteln.

Ortmann scheint ein gewisses Faible für die Seefahrt zu haben, gibt es doch nach „Hamburger Hafen“ mit „Klang Der Ferne“ ein zweites Stück, das sich thematisch damit beschäftigt. Klingt irgendwie etwas nach einer wavig-punkigen Version von Santiano oder auch ein bisschen nach Joachim Witt. Textlich kritisch mit der Punk-Szene geht es in „Epigonen“ zu, musikalisch wiederum wie bei „Argentina“ eher 90er Jahre beeinflusst. Nach so vielen stilistisch unterschiedlichen Songs lassen sich Wiederholungen kaum vermeiden und so klingt „Solid State/Solider Staat“ nach Wave-Punk. „Taganana Anaga“ ist eingängiger Rock, bei dem vor allem die zweite Stimme in spanischer (?) Sprache hervorsticht. Ich muss zugeben, nicht gerade einer meiner Lieblingssongs auf dem Album.

Noch einmal ein paar elektronische Elemente gibt es in „Sack-Arsch-Willi“ mit ziemlich zynischem Text. Mal ganz ehrlich: gibt es eine andere Band auf der Welt außer der KLOPFERBANDE, die in einem Text die Zeile „Verwaltungsfachangestellter bei den Stadtwerken in Sulzbach“ unterbringt. Das grenzt schon an Genialität!

Etwas dünn abgemischt erscheint „No Name“, bevor das Album mit „Genies“ nach rund 47 Minuten schon wieder endet. Hier gibt es tatsächlich ein paar Blues-Einflüsse verbunden mit einer leicht doomigen Atmosphäre.

Ich finde es gut, dass hier kein überlanges Album mit viel Füllmaterial vollgeknallt wurde, sondern alle Lieder etwas haben, das sie hörenswert macht. Die zahlreichen Vergleiche zeigen deutlich die vielseitigen Einflüsse eines Musikers, der seit rund 35 Jahren dabei ist. Mir persönlich gefällt die erste Hälfte des Albums besser, ohne aber sagen zu müssen, dass die anderen Songs nicht gut wären. Gerne hätten hier und da ein paar mehr zusätzliche elektronische Klänge eingebaut werden dürfen, wie in „Mono-Maschine“. So muss man sagen, dass Leute, die ein zweites „…Und Doch So Bezaubernd“ erwarten, enttäuscht sein könnten. In jedem Fall aber muss man sagen, dass DIE KLOPFERBANDE beweist, dass sie auch nach so langer musikalischer Pause etwas zu sagen hat. (A.P.) (A.P.)

Webadresse der Band: www.klopferbande.de

CHENOA - Right Direction


Erstveröffentlichung: CD 2015 / Alias Music / Membran

CHENOA – Right Direction
(VÖ: 03.04.2015 Label: Alias Music Vertrieb: Membran)

Für alle Liebhaber von Popmusik ist das achte Album der spanisch-argentinischen Sängerin Chenoa eine Offenbarung. Ohne übertreiben zu wollen, kann ich getrost versichern, dass sich auf „Right Direction“ ein Hit an den anderen reiht. Inhaltlich geht es um den Herzschlag des Lebens. Klar das dabei Themenschwerpunkte wie Liebe, Zufriedenheit, Hoffnung und Freude eine entscheidende Rolle spielen. Aber auf der anderen Seite stehen auch die unliebsamen Realitäten wie Verzweiflung, Ängste und Traurigkeit.
Für die elf Stücke des Albums ging Chenoa extra nach London, um dort Inspirationen für ihre Lieder und sich selbst zu finden. Zu ihrem üblichen Team aus befreundeten Weggefährten (Juan de Dios Martin, Quique Tejada und Isaac Luque) stießen Songwriter und Produzenten (Knightstarr, Maria Marcus und Niclas Ludin) hinzu, mit denen sie schon immer zusammenarbeiten wollte.
Aufgenommen wurden die Titel unter anderem in den Phrased Differently Studios, wo bereits Künstler wie Miley Cyrus oder auch Sarah Connor und Ivy Quainoo ein und aus gingen.
Das Ergebnis gibt die neu gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen wieder und ist zudem das erste Album, welches in englischer Sprache eingesungen wurde. Die Entscheidung war mehr als klug, denn mit den Hits wird sie mit Sicherheit für richtig Pop-Furore sorgen!
(Maximilian Nitzschke)



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