SONS OF RAGNAR - Lindisfarne


Erstveröffentlichung: CD 2015 / Alive! / Danse Macabre Records

Sons of Ragnar – Lindisfarne
(VÖ: 03.04.2015 Danse Macabre Records)


Der aufmerksame Pro7 Zuschauer unter uns hat es vielleicht bemerkt, Ragnar nämlich ist der Held der „Vikings“ Saga. Im englischen Kloster Lindisfarne begann die große Wikingerinvasion Englands und mit eben jenem Titel eröffnet auch die amerikanische Vikings-Metal-Band „Sons of Ragnar“ ihr erstes Kapitel. Innerhalb kürzester Zeit avancierte das Quintett in den Staaten zu den erfolgreichsten Vertretern ihres Genres und schlugen eine Bresche für Mystic-Metal in den Vereinigten Staaten. Wenngleich die Vocals durch brachiales Growlen geprägt sind, und das textliche Verständnis des Hörers kaum möglich ist ohne Booklet, so gelingt den Amerikanern doch ein Spagat zwischen kraftvollem Metal, mystischer Atmosphäre und gelungenem Songwriting.
Nimmt man den Opener „Savior“ so geht es darin um die Flucht vor den Sachsen-Kriegern, welche man bislang erfolgreich bekämpft hat. Im Pfeilehagel opfert sich ein Krieger zum Wohle seiner Kameraden. Leider ohne Booklet kaum zu verstehen, dabei inhaltlich sehr tiefgründig in der Geschichte der Wikingereroberungen verankert. Auch „The Vultures are Watching“ beschäftigt sich mit der Durchhaltekraft der Krieger und ihrem beständigen Glauben an die Kraft der Götter. In den Growls klingt es eher so, als ob Odin zornig wäre, was bei genauerer Betrachtung nicht dem Text entspricht. Ja zweifelsfrei lässt sich Lindisfarne inhaltlich sehr tief ein in und auf die Mythenwelt der Nordmänner, das spürt man auch in Songs wie „Ascend to Valhalla“ oder „Targoviste“, jedoch geht viel Tiefgang wirklich verloren. Die Growls nerven spätestens nach „Mead!“, dem vierten Song des Albums. Das ist einfach zu früh und nimmt dem Album die künstlerische Songwritingqualität weg. Wer ohnehin meint, dass zu einer amerikanischen Band kein Vikings-Metal passen würde, dem sei entgegnet: lange bevor die Spanier oder Portugiesen Amerika entdeckten, hatten sich die Wikinger bereits einen Weg über Island und Grönland an die Ostküste der Vereinigten Staaten gebahnt! Das Argument zieht also keineswegs, zumal der Erfolg der „Sons of Ragnar“ in den US auch eindeutig ist. Für mich persönlich gehen die wirklich starken Texte zu sehr unter, wenngleich die musikalische Qualität gepaart mit hohem Anspruch nur zu loben ist!


Autor: Maximilian Nitzschke-Stockmann (mns)



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