MONO INC. - Terlingua


Erstveröffentlichung: CD 2015 / NoCut / SPV

MONO INC. haben bereits 2003 ihr erstes Album veröffentlicht und sich seitdem einen guten Namen in der (vor allem) schwarzen Szene gemacht. Ich kann nicht behaupten, die Band besonders gut zu kennen, doch bewegte sie sich von Anfang an wohl im breiten Feld des Gothic-Rock – das schon seit Mitte der 90er Jahre mit vielen anderen Stilen vermischt wurde und heutzutage nur noch wenig mit dem ursprünglichen Sound á la Sisters Of Mercy, UK Decay, Bauhaus oder Play Dead zu tun hat. Metal-Einflüsse, elektronische Klänge und eine ordentliche Prise Pop haben den Gothic-Rock massentauglich gemacht.

Auch MONO INC. haben sich in ihrer Bandgeschichte verändert. Der Sound wurde stilistisch erweitert, vor allem elektronischer und in den letzten Jahren kamen verstärkt deutschsprachige Texte dazu. Die Band wird es nicht gerne lesen, aber ich vermute stark, dass der immense Erfolg eines bestimmten „Grafen“ hier eine Rolle spielt. Nachdem dieser sich angeblich für immer – meiner Meinung nach aber nur eine Weile – aus dem Musikgeschäft zurückzieht, wird vielleicht versucht, mit MONO INC. diese Lücke zu schließen und so wird eine gigantische Promomaschine aufgefahren, um das neue Album „Terlingua“ im Mainstream erfolgreich zu machen. Die Aussage des Sängers Martin Engler „Terlingua sollte anders klingen als alles, was wir in der zehnjährigen Geschichte als Band gemacht haben“ wird viele alte Bands abschrecken, denn mal ehrlich, wer will denn, dass die Band, die man mag, plötzlich ganz anders klingt. Stattdessen ist man also drauf angewiesen, ein neues Publikum zu gewinnen und das wird durch sehr umfangreiche Promoaktivitäten forciert. Hoffen wir für die Band, dass es klappt, sonst besteht die Gefahr, alte Fans zu verlieren und nicht genug neue hinzuzugewinnen.

Allerdings ist das Album kommerziell und eingängig genug, um tatsächlich erfolgreich zu werden. Die Mischung aus dem Sound von Unheilig und Joachim Witt (letzterer besonders heraushörbar bei der ersten Singleauskopplung „Tag X“) ist für die Charts geradezu prädestiniert. Die Gothic-Rock-Anklänge sind zwar über das Album verteilt immer noch vorhanden, aber sie stehen nicht mehr im Mittelpunkt. Stattdessen tendiert es hier und da eher zu poppigen Alternative Rock. Stärker hervor tritt das klassische Gothic-Gefühl beim schönen „It Never Rains“ und beim balladesken „118“, in beiden Stücken vor allem durch den Bass. Die nächste Single wird vermutlich „Heiland“, alleine schon, weil der Text auf Deutsch ist.

Ich gebe zu, ich bin recht skeptisch an „Terlingua“ herangegangen, eben weil so ein großer Aufwand betrieben wird, das Album erfolgreich zu machen. Aber ich gebe zu, es ist weitaus besser, als ich erwartet habe. Einige Songs sind sogar richtig gut. Ob es aber die Lücke, die Unheilig hinterlässt schließen kann, vor allem kommerziell gesehen, wird sich zeigen, denn so etwas lässt sich nur bedingt steuern. (A.P.)

Webadresse der Band: www.mono-inc.com


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