ELVELLON - Spellbound


Erstveröffentlichung: Mini-CD 2015 / Eigenproduktion / Eigenvertrieb Bandcamp.com

Elvellon – Spellbound
(VÖ: 30.01.2015 digital und als CD erschienen)


Ich war freudig überrascht auf dem diesjährigen Mera Luna im August als Gewinner des New Comer Wettbewerbes eine Symphonic Metal-Band erleben zu können. Der Platz war in den frühen Morgenstunden nach Regen ordentlich gefüllt, und gespannt wartete man auf den Gewinner des Newcomer Wettbewerbes 2015. Mit knapper Auftrittszeit entfachten die Jungs und Sängerin Nele ein beeindruckendes Songgewitter und stellten ihre 5 Track EP „Spellbound“ dem Publikum vor. Fantastisch und verträumt, druckvoll und leidenschaftlich sind Begriffe, die für mich sehr gut ihre musikalische Landschaft beschreiben. Die beiden Gründungsmitglieder Pascal und Martin legten bereits 2010 den Grundstein für das, was später zu Elvellon werden sollte. Die Entstehung der Musik war kein geplanter Prozess, sondern entwickelte sich ganz natürlich und zunächst aus unbestimmten Quellen heraus. Erst nachdem Martin im Spätsommer 2010 auf Nele trifft, war die Band in der Lage ihren eigenen Weg zu finden und einzuschlagen. 2012 lernte man den Gitarristen Gilbert kennen, der in einer anderen Moerser Band namens „Ravian“ spielte, mit der man sich seit kurzer Zeit den Proberaum teilte. Er half der jungen Band zunächst bei den ersten Demo-Aufnahmen und wurde schließlich festes Bandmitglied. Seitdem fühlt sich Elvellon komplett als Band und die Entwicklungskurve ging steil nach oben. Eine intensive Arbeitsphase an neuen Songs begann, die Entwicklung eines lyrischen Konzeptes und nicht zuletzt das künstlerische Artwork. Ein erster Meilenstein war ihr erstes Konzert in ihrer Heimatstadt Moers vor 250 Leuten. Die Reaktionen waren durchweg so positiv, dass sie diesen Ansporn nahmen und direkt in die Arbeit für ihre erste CD steckte. So veröffentlichte die Band am 18.Oktober 2013 ihre erste Single „Oraculum“ via Bandcamp.com. Jetzt im Januar 2015 folgte dann „Spellbound“ und im August 2015 der Auftritt auf dem Mera Luna.
Der Opener ist auch „Oraculum“, welcher mit Chorelementen angereichert ist, ehe der kräftige und betörende Gesang von Nele einsetzt und den Hörer in den Bann zieht. Dafür, dass man hier einen Newcomer hört, klingen die Arrangements hochgradig professionell. Der Kosmos Elvellon wird geöffnet und die kurze Reise durch 5 Stücke kann beginnen. Balladesker aber nicht minder episch erklingt „Born from Hope“, eingebettet in druckvolle Gitarren und dezentem Schlagwerk. Neles Stimme trägt den Song und erhält mühelos den Raum zur Entfaltung. Mit Klaviereinstieg wird dann der dritte Song „My Wings“ eröffnet, auch hier dominieren eher die leisen Töne. Erst nachdem Nele Messerschmidt den Song stimmlich eröffnet, setzen dezent Gitaren und Schlagzeug ein und bauen die epische Schwere des Stückes auf. Den Stilwechsel vollzieht „Dead End Alley“ bei dem nicht Stimme sondern Gitarren und Schlagzeug den Metal-Einschlag bringen und losbrettern. Da wird nicht zuletzt wenn der Gesang einsetzt, ein Soundfeuerwerk abgefackelt für den Hörer! Wie ein Akustiksong klingend bildet die Ballade „Shore to Aeon“ den krönenden Abschluss. Hier steht wirklich nur Neles Stimme im Vordergrund, dezent liegt eine Gitarre sanft angespielt dahinter und hin und wieder setzen vorsichtig Klaviertöne mit ein. Eine Ballade zum Genießen, und der Beweis für mich, dass Elvellon den Spagat zwischen episch großen Bildern und ganz kleinen musikalischen Momenten schon jetzt perfekt beherrschen! Das Potenzial dürfte noch lange nicht ausgeschöpft sein, und ich bin sehr gespannt, wohin der Weg Elvellon noch tragen wird. Hoffentlich in die Herzen unzähliger Fans!





(Maximilian Nitzschke)

Webadresse der Band: www.elvellon.net


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