KLOPFERBANDE A.P. - Paranoid Kinder


Erstveröffentlichung: LP 1990 / Eigenveröffentlichung

DIE KLOPFERBANDE war Ende der 70er Jahre in einer erwachenden, eigenständigen deutschen Musikszene, die aus dem Punk erwachsen ist, ganz vorne mit dabei und hat bereits 1981 das wundervolle Früh-Gothic-Album „…Und Doch So Bezaubernd“ in Eigenregie veröffentlicht. Auch in den folgenden Jahren, die ganzen 80er Jahre hindurch, wurde beständig auf Tape und Vinyl Musik veröffentlicht, ohne den ganz großen Durchbruch zu schaffen. Ja, die Band war vermutlich über die lokale Szene hinaus kaum bekannt, was eine Schande ist, denn so konsequent unabhängig haben nur wenige Bands über so lange Zeit gewerkelt.

Vermutlich scheiterte es wie bei so vielen Bands am Vertrieb der Platten. Als in den 90er Jahren die wichtige Samplerreihe „Godfathers Of German Gothic“ erschien, gab es doch mit Verspätung ein bisschen Aufmerksamkeit und die Platten wurden zu gesuchten Sammlerstücken. Von Mitte der 90er bis 2008 ruhte die Band dann, spielt heute aber wieder gelegentlich Konzerte und hat 2015 ein gutes neues Album veröffentlicht…natürlich in Eigenregie.

Das dritte Album „Paranoid Kinder“ erschien 1990 nach einer längeren Pause und zeigt die Gruppe um Peter Ortmann musikalisch gereift und weiter entwickelt. Der Name wurde in KLOPFERBANDE A.P. geändert, warum auch immer. Vom frühen rohen Punk- und Minimal-NDW-Sound ist nur noch wenig geblieben. Stattdessen gibt es treibenden, oft eingängigen Sound zwischen Synth-Pop und Gitarren-Wave mit deutschen Texten. Eigentlich hätte die Gruppe hiermit 1990 in der wieder erwachenden deutschen Gothic-Szene wie eine Bombe einschlagen müssen, doch vermutlich lag es wieder einmal an den fehlenden Vertriebsmöglichkeiten. Stattdessen machten Gruppen wie Das Ich, Deine Lakaien, Arts & Decay, Project Pichfork oder Love Like Blood Karriere. Schade.

Nicht musikalisch, aber vom Geiste her sind die Punkwurzeln noch spürbar. Man stelle sich eine Mischung aus frühen Geisterfahrer, Fliehende Stürme, II. Invasion, etwas Synth-Pop und Pop im Stile von Hubert Kah in der Nach-NDW-Phase vor. Im Grunde macht heute Drangsal etwas Ähnliches und ist damit richtig erfolgreich.

Da offenbar noch Restbestände der Platte aufgetaucht sind, ist es inzwischen wieder möglich diese Platte zu angemessenen Preisen zu finden. Unter anderem auf der Band-Website direkt. Wer auf den deutschen Dark Wave der frühen 90er Jahre steht, sollte hier unbedingt zugreifen. (A.P.)

Webadresse der Band: www.klopferbande.de


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