LEON RUSSELL - Tod mit 74 Jahren


Erstveröffentlichung: Sonstiges 2016

US-Musikerlegende Leon Russell ist tot


Im Januar 2017 hatte Leon Russell geplant, wieder auf Tour zu gehen. Doch am Sonntag dem 13.November 2016 verstarb der US-Musiker und Sänger mit gerade einmal 74 Jahren. Sein Plattenlabel bestätigte die traurige Nachricht am Sonntag, unter Berufung auf seine Frau. Sir Elton John verkündete bereits sehr früh, dass sein Mentor und guter Freund Leon verstorben ist. Im Juli 2016 hatte sich Leon Russell einer Bypass-Operation am Herzen unterzogen und sich wohl nicht vollständig erholt. In den 1960er und 1970er Jahren war Russell ein renommierter Sessionmusiker und half etwa Produzent Phil Spector seinen als "Wall of Sound" bekannt gewordenen Stil zu erschaffen. In späteren Jahren startete Leon Russell seine eigene Solokarriere und schrieb Hits wie "Tight Rope" oder "Lady Blue". Seine Stimme erinnerte mich immer an die frühen Alben von Sir Elton John, denn sie war genauso kraftvoll und leidenschaftlich wie die von Elton John selbst. Als Keyboarder und Pianist spielte er zum Beipiel für den großen Joe Cocker. Ihm schrieb er den Song "Delta Lady" und plante dessen "Mad Dogs and Englishmen" Tour 1969 mit. Außerdem arbeitete er mit Bob Dylan, Frank Sinatra, Ike und Tina Turner und den Rolling Stones zusammen, um nur einige Namen zu erwähnen. Beim Ronettes-Titel "Be my Baby" spielte er ebenso mit, wie bei "Mr. Tambourine Man" von den Byrds.
Neben seiner stimmlichen Bandbreite, welche er zwischen Soul, Blues, Rock und Pop zu wechseln wusste, beherrschte er instrumental Keyboard und Piano, sowie Gitarre und Bass. Auf seinem Solodebüt "Leon Russell" wirkten Musiker wie John Lennon, George Harrison und Ringo Starr mit. Im Jahr 1973 führte ihn das "Billboard Magazine" als weltweit beste Konzertattraktion auf. Es wurde etliche Jahre etwas ruhiger um Russell, wenngleich er für zahlreiche Musiker, allen voran Sir Elton John, ein schillerndes Vorbild war. Elton John erklärte oftmals, dass er von Russells Art zu spielen begeistert war und an ihn heranreichen wollte in jungen Jahren. Auf einer Reise Johns im Jahr 2009 nach Südafrika, hörte dieser wieder Songs von Leon und beschloß zusammen mit ihm ein Duettalbum aufzunehmen. So begann 2010 für Russell und John eine Zeit des kreativen Songaustausches und der Komposition. Das Ergebnis war mit "The Union" ein intimer Einblick in eine Künstlerfreundschaft auf Augenhöhe. Im Jahre 2011 wurde Russell in die "Rock and Hall of Fame" in der US Stadt Cleveland aufgenommen, sein Laudator war sein Freund Sir Elton John. Nun am Sonntag musste eben jener mitteilen, dass sein Mentor Leon eingeschlafen ist und nicht wieder aufwachen wird. In großer Trauer schrieb er: "Er war ein Mentor, eine Inspiration und so freundlich zu mir. Ich liebte ihn und werd ihn immer lieben." Ich bin mir sicher, dass Leon Russell ähnliche Worte für Elton John gefunden hätte. Was von Leon Russell bleibt, ist das musikalische Vermächtnis und die Erinnerung an eine Persönlichkeit voller Charisma und Leidenschaft zur Musik. Danke dir Leon! (Maximilian Nitzschke)



[ ZURUECK ]