BLACK ICE - Eve EP


Erstveröffentlichung: 10 Inch 2003 / Atakra Productions

After a self produced CD-EP, „Eve“ is the first vinyl of BLACK ICE from California/USA and it comes in the most lovable 10“ format. The EP contains six tracks, of which are some actually known from the CD.

The Opener „Broken Pieces“ has a heavy Death-Rock feeling and reminds me on bands like The Plague, The Vanishing or Penis Fly Trap. The Rhythm section is very powerful and I think this track will be an underground hit in all good Gothic- (not Dark Wave-) Clubs around the world. Next comes „Invisible“, which has an early Siouxsie/Toyah/Hazel O´Connor-atmosphere, but sounds more raw. If you like the earlier works of Berlin´s Untoten, this song will please you, too. The third new song is „Eve E.“, which again has something of Siouxsie´s „The Scream“ and „Join Hands“ albums. All the three songs on the A-Side has been recorded in the new 5-Piece-Line-up, while the older tracks on the B-Side has been recorded by the original 3-piece-band.

So the record has two very different sides, an more Gothic-/Death-Rock inspired one and a more experimental darker one. That shows perfectly, how many-sided BLACK ICE are and I am sure, they are a great Liveband.

BLACK ICE are one band out of a bunch of actual US groups, that show, there is much more than boring Marilyn Manson sound or Goth-Pop like the Crüxshadows (which I really like live on stage). Other good bands are Sister Mary Shoelace, Veronica´s Veil, The Vanishing, Kastle Grey Skull, The Phantom Limbs and others. They prove, that the Underground is still alive and well.

Order your copy soon, ´cos the „Eve EP“ is limited to 100 copies and surely will be a collector´s item in the future... (A.P.)

HERBERT GRöNEMEYER - Alles und Live in Bochum


Erstveröffentlichung: CD 2016 / Grönland / Universal Music

Herbert Grönemeyer – "Alles" und "Live in Bochum" Retrospektive und Blick in die Zukunft (VÖ: 25.11.2016 Grönland/Universal Music) Spätestens seit seinem bis heute mit 3,7 Millionen verkauften Einheiten alle Rekorde brechenden Album "Mensch" ist Herbert Grönemeyer der Nordstern der deutschsprachigen Popmusik. Zu seinem 60. Geburtstag veröffentlicht Grönland/Universal jetzt mit "Alles" Herbert Grönemeyers erste, seine gesamte Karriere umfassende Werkschau- alle Studioalben, ausgewählte Live-Alben, die zwei Film-Soundtracks zu "The American" und "A Most Wanted Men", eine CD mit raren Tracks, eine Remix-CD, sowie sein englischsprachiges Album "I Walk" auf insgesamt 23 CompactDiscs. Die streng auf 2.000 limitierte und nummerierte Vinylausgabe enthält sogar 25 Schallplatten aller remasterten Studioalben, sowie Download-Codes zu den Bonus-Alben zusätzlich zu den digitalen Versionen aller Alben. Die Box ist luxeriös ausgestattet und wurde von Walter Schönhauer, dem legendären Art Director der Zeitschrift Vanity Fair bzw. Rolling Stone gestaltet. Er hat bereits in der Vergangenheit etliche Grönland Veröffentlichungen gestalten dürfen. Das der Box beiliegende Buch enthält Texte und Essays von Joachim Hentschel, Frederic Schwilden, Rainer Schmidt, Michael Lentz, Wolfgang Höbel und Pat Blashill sowie besondere Fotos von Anton Corbijn, Ellen von Unwerth, Jürgen Teller, Jim Rakete sowie Daniel Josefsohn. Herbert Grönemeyer hat alle Autoren und Fotos selbst vorgeschlagen- die gesamte Box, wie auch das Remastering historischer Studioalben wurden von Herbert Grönemeyer persönlich von Anfang bis zum Ende intensiv begleitet und überwacht. Das macht "Alles" zu einer autobiographischen Veröffentlichung mit begehrenswertem Objektcharakter.

Zusätzlich zu "Alles" erscheint mit "Live in Bochum" das Bochumer Konzert der "Dauernd Jetzt"-Tour aus dem Jahr 2015 als DoppelCD ebenfalls am 25.November 2016. Zu hören bekommt man eine außergewöhnlich intensive Performance mit einem ganz besonderen, auf den Anlass hin abgestimmten Set. Ich zitiere Michael Lentz Worte, welcher in den Liner Notes zu "Alles" entwaffnend schreibt: "Hier hat jemand etwas zu sagen, nicht nur zu singen. Über Jahrzehnte hinweg hat Herbert Grönemeyer die deutsche Mentalitätsgeschichte mit seinen Liedern in prägnante Bilder und Situationen gefasst und die Selbstwahrnehmung vieler seiner Fans mitgeprägt. Seine Texte machen das nacherfahrbar. Sie haben kein Verfallsdatum." So schenkt "Alles" einem der größten Sänger, die die Bundesrepublik Deutschland hervorbrachte, eine würdige Retrospektive zu seinem 60. Geburtstag – um im nächsten Augenblick auch gleich die Zukunft mit dem nächsten Live-Album "Live in Bochum" eingefangen und eingeläutet zu haben. Schließlich "bleibt alles anders" auch, oder gerade bei Herbert Grönemeyer! (Maximilian Nitzschke)

SUBWAY TO SALLY - Frau Schmitt verläßt Band


Erstveröffentlichung: Sonstiges 2016

Subway to Sally – Frau Schmitt schlägt ein neues Kapitel auf
und verlässt die Band

Nachdem die Potsdamer Subway to Sally im letzten Sommer bereits ohne Frau Schmitt auf den Festivalbühnen standen, ist es nun offiziell: die Geigerin wird nicht mehr zur Band zurückkehren.
„Nun ist einige Zeit vergangen und ich hatte Muße, in Ruhe über einige Dinge nachzudenken“, so Frau Schmitt. „Meine Entscheidung steht fest: Ich werde nicht in die Reihen von Subway to Sally zurückkehren. Einige werden enttäuscht sein, das muss ich in Kauf nehmen, andere werden verstehen. Wir hatten 26 Jahre eine schöne gemeinsame Zeit, aber nun muss ich eigene Wege gehen. Ich werde natürlich weiterhin der Musik treu bleiben und hoffe, dem ein oder anderen mit meinen Werken weiterhin Freude bereiten zu können. Des Weiteren habe ich eine Weiterbildung im künstlerisch-begleitenden Bereich aufgenommen. Da lerne ich viel Neues und die Musik bekommt eine neue und andere Bedeutung für mich.“
Aus den Reihen der Band hört man, dass diese Nachricht nicht unvorbereitet kam. In den letzten Monaten wurde viel kommuniziert. „Frau Schmitt kehrt zwar nicht auf die Bühne zurück, wird aber immer ein Teil der Band bleiben“, äußert sich die Band dazu. Den Platz an der Geige wird dauerhaft Ally Storch einnehmen, die viele Fans vielleicht schon im Sommer auf Festivals mit Subway to Sally erlebt haben. „Ally ist eine gestandene Rockgeigerin, die schon unter anderem mit ASP, Letzte Instanz, Schandmaul, Haggard und anderen Szenegrößen und ihrem eigenen Soloprojekt Ally the Fiddle auf der Bühne stand. Ally wurde von Frau Schmitt selbst ausgewählt. Die beiden Musikerinnen sind befreundet und schätzen sich.“
Im Dezember laden die Potsdamer wieder traditionell zu „dem“ Indoor-Event für Metal-Fans: Zum Jahresende werden die Eisheiligen Nächte wieder durch Deutschland touren.
(Maximilian Nitzschke)

ASP - GeistErfahrer

Wiederveröffentlichung: CD 2016 / Trisol / Soulfood
Erstveröffentlichung: CD-EP 2012 / Trisol / Soulfood

ASP - „GeistErfahrer“
(VÖ: 04.11.2016 Trisol/Soulfood)

ASP sind seit Jahren eine Garantie für Kreativität, denn Alexander Spreng ist vielseitig, wandelbar und kompromisslos. Ihren Fans machen Sie es zuweilen nicht immer leicht, denn obwohl ASP zu den spannendsten Größen der deutschsprachigen Gothrockszene zählen, so verpacken sie doch in ihre vordergründig kurzweiligen Songs viel mehr als man auf den ersten Blick wahrnimmt.
Sänger und Mastermind Asp ist der erklärte „Meister“ des Genre Gothic Novel Rock, welcher es nicht versäumt, die ausufernden Geschichten auf persönlicher und emotionaler Ebene erlebbar zu beschreiben. Trotz aller Komplexität fühlt und leidet der Hörer mit Gestalten wie dem „Schwarzen Schmetterling“ mit, oder erobert zusammen mit dem jungen Paul die Flure des Hotels „Astoria“.
So unterschiedlich die Alben auch sind, es findet sich bei ASP immer der gesellschaftskritische Ton, der zum Nachdenken anregt, Nahrung für die Seele.
Besonders ausgelebt hat ASP diese Mischung aus Gesellschaftskritik und Emotionalität auf der 2012 erschienenen GeistErfahrer-EP. Jetzt im Herbst 2016 darf diese EP nun zum Langspieler aufblühen. Die Musiker fühlten sich aus mehreren Gründen noch nicht „fertig mit dem Thema“. Zum einen lag es daran, dass sich über die lange Zeit der „Verfallen“ Produktion zwei Songs angestaut hatten, die musikalisch und inhaltlich zu den GeistErfahrer Songs passten, zum anderen musste man einiige Jahre mit dem Makel leben, dass damals kein echtes Schlagzeug für die druckvolle EP aufgenommen wurde. Dieser Umstand ist mittlerweile längst gelöst und nun ergriffen die Musiker die Chance, die komplette EP und zusätzliche Songs mit Echt-Drums neu aufzunehmen. Die EP wird damit durch das GeistErfahrer-Album komplett ersetzt. Außerdem holte sich ASP Timo Wuerz mit ins Boot, welcher für die Wiederveröffentlichung über 50 Seiten neue Artworks und eine speziell geschaffene Graphic Novel erschuf. Asp lieferte ihm ein verstörend schönes Script dazu und der Comic Rockstar Wuerz setzte es in seinem typisch rasantem Stil um.
Das Album ist in 2 Editionen erhältlich, nämlich in der „2 CD GeistErfahrer -Limitierte Edition“ mit dem Langspielalbum, einer Bonus CD und dem Booklet. Natürlich gibt es auch die „Standard Edition“ in der auch beide CDs enthalten sind aber nicht das aufwändige Artwork enthalten ist.
(Maximilian Nitzschke)

DAGEIST - 40


Erstveröffentlichung: CD 2016 / Danse Macabre

DAGEIST - „40“
(VÖ: 02.12.2016 Danse Macabre)


Der Sound von DaGeist hat seine Ursprünge im New Wave/ Dark Wave und Electro. Nach vielen Konzerten in Nordfrankreich und Belgien, veröffentlichen die Franzosen von DaGeist nun ihr Debütalbum „40“ mit insgesamt 8 Titeln auf Danse Macabre. Das Duo lädt zu einer geistigen und emotionalen Reise durch stakkative und melancholisch in Moll gehaltene Songs ein. Mitreißende elektronische Soundlandschaften treffen auf eingängige, schwebende Retro 80er Jahre Melodien. Der melancholische und kraftvolle Gesang wird eingebettet durch starke Bässe und groovende Gitarrenriffs, alles recht minimalistisch, und erinnert so stark an frühen New Wave. Auch wenn es nur 8 Songs sind die uns die Franzosen schenken, so sind sie alle in ihrer Atmosphäre sehr berührend und dicht. Ich fühlte mich gut abgeholt von DaGeist und für eine gewisse Zeit auf Zeitreise in den 80er Jahren. Da ist solide Handwerkskunst dahinter mit Potenzial!

(Maximilian Nitzschke)

PUNCH N JUDY - rum, soda & punch


Erstveröffentlichung: CD 2016 / Danse Macabre

Punch n Judy – Rum, Soda & Punch
(VÖ: 02.12.2016 Danse Macabre )

Die fünf Musiker von punch n judy machen jedes Konzert zu einem unvergesslichen Erlebnis. Es ist die perfekte Mischung für hüpfende und poggende Fans auf bebenden Boden. Mit unglaublicher Spielfreude werden zeitlose Geschichten mit kraftvollem Schlagzeug, erzürnten Gitarren, einem treibenden Akkordeon und eindrucksvollem Gesang erzählt. Dabei spielen punch n judy mit den unterschiedlichsten Einflüssen aus Rock, Metal, Mittelalter und Folk und erschaffen ihren individuellen Sound ihres Crossover-Folks. Geboten wird eine angenehme Bandbreite von verrocktem Folk, der ins Blut und in die Beine geht.
Mit dem neuen Album „rum, soda & punch“ stellen sie erneut eindrucksvoll unter Beweis, dass mitreißender Folk, wunderbar getragene Melodien und treibende Härte Hand in Hand gehen können und ein rundum schlüssiges und ausgewogenes Album ergeben.
Im Jahr 2005 hörte man mit dem Debüt Album „spring!time“ das erste Mal von den fünf Musikern. Dieses Album wurde wörtlich genommen auf Konzerten und gepoggt was das Zeug hielt. 2007 schickten Sie das Werk „punch on!“ auf die Reise, dessen Titel sich schnell zum Schlachtruf erwies.
2010 erschien ein Live-Album, welches schlicht „Live“ genannt wurde. Songmaterial der ersten beiden Alben und auch neue Stücke lassen den Zuhörer an der mitreißenden Stimmung teilhaben, die bei punch n judy Konzerten herrscht. Weiter ging es 2013 mit dem dritten Studioalbum „cross!ng over“, für das sie Produzenten Carlos Perón gewinnen konnten. Jetzt mit dem neuen Album im Gepäck geht es ab Dezember auf die Bühne und wir empfehlen euch dabei, nehmt einfach alles mit: rum, soda & punch!

(Maximilian Nitzschke)

BEAT FARMERS - Heading North 53°N 8°E - Live in Bremen


Erstveröffentlichung: CD 2016 / MIG Music GmbH

Beat Farmers – Heading North 53°N 8°E – Live in Bremen
(VÖ: 16.Dezember 2016 MIG Music GmbH)


Cowpunk nannten die Beat Farmers ihren 1988 doch recht eigentümlichen Mix aus Rock n Roll, Rockabilly, Americana, Blues, Folk- und Country-Elementen. Ein bisschen ließen sich Vergleiche ziehen mit Jason & The Scorchers, die fast zur gleichen Zeit wie die Beat Farmers versuchten, den Markt zu erobern. In eine ähnliche Richtung gingen damals auch Bands wie „Nine Pound Hammer“ aus Kentucky oder die „Blasters“ aus Los Angeles. Wie die „Blasters“ kamen die Beat Farmers auch aus dem Sonnenstaat Kalifornien, genauer gesagt: aus San Diego.
1983 hatten Dick Montana und Jerry Raney dort die Band gegründet, komplettiert wurde das Quartett durch den Gitarristen Bernard „Buddy Blue“ Seigal und den Bassisten Rolle Love, beide von der Rockabilly-Band „The Rockin Roulettes“. Ein Jahr später kam dann bereits auf Rhino Records der erste Longplayer „Tales of the New West“ in die Plattenläden. 1987 folgte das dritte Album „The Pursuit of Happiness“. Bernard hatte die Band inzwischen verlassen und Joey Harris sprang ein. Nun waren die Beat Farmers vollends in der Spur. Das Album war rocklastiger und druckvoller als der Vorgänger „Van Go“. Mit „Hollywood Hills“ hatte die Band ihre Übernummer geschaffen, lediglich die Singleauskoppelung „Make it Last“ wurde noch von den amerikanischen Country-Sendern gespielt. Der Büffel auf dem Cover wurde zum neuen Markenzeichen der Band.
Im Frühsommer 1987 gingen die Beat Farmers auch in Europa auf Tournee. Das nun veröffentlichte Konzert voller gefühlvoller und kraftvoller Rockabilly und Country Songs wurde am 29.Mai im Bremer „Modernes“ aufgezeichnet. Man hört die Band war laut, rockig, dreckig, rotzig und voller Elan. Sie spielten gleichzeitig mit Punk- und Rockabilly-Attitüden und huldigten dennoch der Countrymusik. Wenngleich das Konzert schon Jahre auf dem Buckel hat, so bildet es doch ein beeindruckendes Zeugnis dieser Musiklegenden ab. Es lohnt sich!


(Maximilian Nitzschke)

LONG TALL JEFFERSON - I want My Honey Back


Erstveröffentlichung: 12 Inch 2016 / Analogsoul Brick Chapel / Broken Silence

Long Tall Jefferson – I want My Honey Back
(VÖ: 28.10.2016 Analogsoul/red Brick Chapel /Broken Silence)


Long Tall Jefferson ist ein rastloser Reisender. Bedingt durch sein Leben als Berufsmusiker war er in den letzten Jahren ständig unterwegs, hat in diversen europäischen Städten – unter anderem in Berlin, Brüssel, Zürich und Leipzig- gelebt und gearbeitet. Die gesamte Zeit über hat er nebenbei Songs geschrieben, in denen er seine Eindrücke festhielt. Er mag es, so der Songwriter, persönliche Erlebnisse zu abstrahieren und allgemeingültige Mechanismen dahinter zu entdecken.
So bedächtig sich die Songs über die Jahre auch ansammelten, so schnell ist dann doch dieses Album entstanden. Innerhalb nur eines Monats produzierte Long Tall Jefferson in Eigenregie 15 Songs auf einem 4-Spur Kassettengerät, welches er in einem Berliner Musiktrödel erstanden hat. Später kam ein Freund zu Besuch und steuerte Trompeten bei für zwei der neun Songs, welche es schlussendlich in die Album Auswahl schafften. Die gänzlich analoge Arbeitsweise hatte spürbaren Einfluss auf die Produktion und den Sound. Der Perfektion wurden natürliche Grenzen gesetzt und kleine Fehler oder Unregelmäßigkeiten mussten akzeptiert und angenommen werden. All dies macht „I Want My Honey Back“ zu einem außerordentlichen und bestechend ehrlichen Album.
Passend zur Intimität der Aufnahme ist das Album erhältlich als Download Code auf handverlesenen Postkarten von verschiedenen Flohmärkten Europas, als auch auf 12“ Vinyl. Es erscheint auf dem stetig wachsenden Label und Musikerkollektiv Red Brick Chapel, für dessen Gründung 2011 sich LTJ ebenso verantwortlich zeichnet wie für Gitarre, Bass, Gesang bei den Live Shows des angesagten Produzenten Pablo Nouvelle.
(Maximilian Nitzschke)

TANZWUT - Schreib es mit Blut


Erstveröffentlichung: CD 2016 / AFM Records

Tanzwut – Schreib es mit Blut
(VÖ: 08.07.2016 AFM Records)


Tanzwut veröffentlichen nur knapp ein Jahr nach „Freitag der 13te“ ihr nunmehr zehntes Studioalbum. Hatten sie 2006 eine längere Pause eingelegt, so wird seit 2011 jedes Jahr ein neues Rockalbum auf den Markt geworfen. Bei diesem enormen Output liegt leider der Verdacht nah, dass die Qualität der Stücke darunter leiden könnte. Ganz von der Hand zu weisen ist dieser Vorwurf auch auf dem jüngsten Werk nicht, denn nicht immer ist textlicher Tiefsinn und instrumentale Vielfältigkeit zu finden auf „Schreib es mit Blut“. Der titelgebende Track „Schreib es mit Blut“ beginnt vielversprechend, denn die Musik treibt mit starken Dudelsäcken nach vorn und der Refrain ist dabei sehr einprägsam. Der Text ist banal- dennoch der Opener ist gelungen. Der zweite Track „Steig ein“ ist als Rocknummer angelegt, während „Bruder Leichtsinn“ dann wieder Tanzwut in ihrer Bestform sind. Das Tempo ist raus genommen worden, was dem Titel sehr gut tut und ein kräftigeres Gewand verleiht. Auch textlich ist er mit zu einem der stärkeren Stücke des Albums zu zählen finde ich. „Chaos“ ist eine elektronische Mittelalterrock-Nummer, mit interessant gestalteten Strophen, aber einem ziemlich einfallslosen Refrain. Überhaupt fällt leider auf, dass sich Tanzwut mit „Schreib es mit Blut“ sehr an textlichen Klischees festhalten und zuweilen abgedroschene Phrasen wiederholen. Dies wird nach einer Weile für den Zuhörer anstrengend, der sich doch etwas mehr Innovation und Ideenreichtum erhofft hatte. Stücke wie „Neue Ufer“, „Bleib bei Mir“ oder „Wer wir sind“ sind sehr belanglos leider und auch musikalisch wenig einfallsreich umgesetzt.
Aufhorchen lassen dann wieder Stücke wie „Reiter ohne Kopf“, denn dieser Song ist zum einen spannend erzählt und zum anderen sehr hymnisch umgesetzt. Der Track „Hahnenkampf“ besitzt einen sehr unterhaltsamen Text und „Geteert und Gefedert“ wird wohl die nächste Mittelalter-Partynummer. Highlight des Albums ist ohne Zweifel die Ballade „Stille Wasser“. Ungewohnt tiefsinnig und voller Romantik besingt Teufel die holde Weiblichkeit. Lohnend ist auch die Version mit Ex Leaves Eyes Sängerin Liv Kristine, welche dem Stück noch einen schönen stimmlichen Schliff verleiht.
Als Fazit lässt sich festhalten, dass Tanzwut insgesamt eine passable Platte mit oftmals zu platten Texten abgeliefert haben. Die Melodien sind dennoch eingängig gehalten, so dass ihre Fans zum größten Teil zufrieden sein können. Etwas mehr Innovation und Mut die eingeschlagenen Pfade der Hölle auch mal textlich und musikalisch zu verlassen würde frischeren Wind bringen, dann würde man neu überrascht als Hörer und hat nicht das Gefühl von „schon mal anders irgendwie gehört“. (Maximilian Nitzschke)

DIE KASSIERER - Taubenvergiften

Wiederveröffentlichung: 10 Inch 2016 / Teenage Rebel Records / Cargo Records / TR 069
Erstveröffentlichung: CD 1997 / Teenage Rebel Records / TR CD 069

Nach rund 30 Jahren Bandgeschichte weiß natürlich jeder längst, dass DIE KASSIERER aus Wattenscheid große Kunst machen – offiziell anerkannt. Sänger Wölfi hat sich als Lokalpolitiker und Bochumer Bürgermeisterkandidat einen Namen gemacht und die Gruppe ist auf großen Festivals wie in Wacken aufgetreten. Die musikalische Unfähigkeit der frühen Jahre nimmt ihnen längst keiner mehr ab – der Humor, die absurden Texte und vor allem das sympathische Auftreten sind aber geblieben. Das Alles war 1997, als „Taubenvergiften“ erstmals auf CD erschien, nicht absehbar und die Fans erwarteten einfach ein weiteres Machwerk dadaistisch-absurden Punkwahnsinns. Stattdessen wurden aber KASSIERER-eigene Versionen von Liedern des österreichischen Kabarettisten und Liedermachers Georg Kreisler präsentiert, was wie Arsch auf Eimer passte. Kreisler beobachtete die Welt um ihn herum mit zynischer Aufmerksamkeit und verfasste seine Texte mit spitzer Feder – wie gemacht für die Mächtigen KASSIERER.

Nun erscheinen die Lieder dieser CD erstmals auf Vinyl und zwar in Form des liebenswerten 10“-Formats, so dass die KASSIERER-Discografie nun meines Wissens komplett auf Vinyl vorliegt. CD-Hasser können also endlich eine Lücke in ihrer Sammlung schließen.

Zu hören sind 10 Stücke, die bitterböse Texte in einer Art Liedermacher-Punk mit unterschwelligem Polka-Einschlag präsentieren. Am ehesten an den typischen KASSIERER-Sound erinnern „Meine Freiheit, Deine Freiheit“ und „Das Mädchen Mit Den Drei Blauen Augen“, zu dem es auch einen sehr guten Clip gibt, den die Band irgendwann Ende der 90er auch mal selbst auf einer heute bestimmt gesuchten Videocassette veröffentlichte (dort kündigte Wölfi nebenbei gesagt auch an, dass, wenn er mal Kanzler wird, die BRD komplett gefliest wird, weil das hygienischer ist). Weitere Hits sind auch der Titelsong „Taubenvergiften“, „In Der Stille“ und das schräg gesungene – selbst für Wölfi – „Bidla Buh“.

Um die Lieder ein wenig einzuordnen, enthält die Platte ein Beiblatt, auf dem es ein paar Informationen zu Georg Kreisler gibt.

Wer DIE KASSIERER schon in den 90ern (oder gar den 80ern) kannte, bekam hier eine neue Seite der Gruppe vorgesetzt, die heute kaum noch überrascht, 1997 aber bestimmt so manchen Fan schockiert hat, weil man nur Lieder wie „Außenbordmotor“ oder „U.F.O.“ gewöhnt war. Schön, dass es die Lieder nun auch auf Vinyl gibt. (A.P.)

Webadresse der Band: www.teenage-rebel.de

FAUN - Midgard


Erstveröffentlichung: CD 2016 / Electrola / Universal Music

FAUN – Midgard
(VÖ: 19.08.2016 Electrola/ Universal)

Faun sind seit über zehn Jahren ein wichtiger Bestandteil der internationalen Mittelalterszene und haben mit ihrer Musik ein eigenes Tor zu den Gefühls- und Gedankenwelten jener Zeit geöffnet. Die sechs Musiker Oliver s.Tyr, Fiona Frewert, Niel Mitra, Stephan Groth, Rüdiger Maul und Katja Moslehner besetzen in der Mittelalterszene mit ihrem deutschen Pagan Folk ein eigenes musikalisches Feld. Die Musiker kombinieren seit jeher romantische und mythische mittelalterliche Musikzitate mit musikalischen Einflüssen der Gegenwart zu modernen deutschsprachigem Mittelalter-Folk. Mit ihrem Major Debüt „Von den Elben“ im Jahre 2012 gelang Ihnen der endgültige Durchbruch. Der Tonträger wurde mittlerweile mit Platin ausgezeichnet. Auch das mystische Nachfolgewerk „Luna“ hat Goldstatus erreicht und nimmt als Konzeptalbum über die Weiblichkeit einen besonderen Stellenwert innerhalb der Mittelalterfolkszene ein.
Ihr neues Studioalbum „Midgard“ beleuchtet die Mythologie der Germanen und Wikinger. Hierfür haben Faun Sonnen- und Mittsommertänze geschrieben, besingen den keltischen Gott Lugh als auch den Meeresgott Manannan Mac Lir für eine unbeschadete Seefahrt. Sie entführen in zauberhafte Birkenhaine und berichten von Alswinn dem Himmelsross als auch vom Göttervater Odin. Diese Songvielfalt wird von der Klangwelt der Band umrahmt, welche wie gewohnt eine gekonnte Mischung aus Folk, Mittelalterklängen, Pop und experimentellen elektronischen Soundsäulen gezaubert haben. Die Mischung ist seit jeher einzigartig und machen nicht zuletzt „Midgard“ zu einem herausragenden Werk. Ab März 2017 werden Faun auf ausgedehnte „Midgard“ Tour durch deutsche Städte gehen. Es wird sich lohnen!


(Maximilian Nitzschke)

Webadresse der Band: www.faune.de


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