OBERER TOTPUNKT - Neurosen blühen


Erstveröffentlichung: CD 2017 / Danse Macabre

Oberer Totpunkt – Neurosen blühen
(VÖ: 28.04.2017 Danse Macabre)

Auch auf ihrem neuen Album „Neurosen blühen“ steht für die Elektro Formation „Oberer Totpunkt“ das gesprochene Wort im Vordergrund. Die fünfzehn Stücke folgen dem Stil der Formation und lassen sich am ehesten in den Bereich Dark Poetry Beats einordnen. Inhaltlich sind es erneut Hammerschläge gegen die empfindsame Seele des Hörers. Pumpende Beats und aggressive Bässe treffen auf apokalyptische Lyrics. Diese drehen sich diesmal um Angststörungen, ADHS, Borderline, Burnout und Depressionen. Die Strukturen des psychischen Eisberges der Menschheit liegen weit unter der Wasseroberfläche und zeigen für die Band, wie sehr Neurosen am blühen sind. Gesang kann man diese Herangehensweise an die Texte nicht nennen, denn vielmehr hört der Hörer einer Gedichtlesung zu, denn jedes Wort wird bedrohlich erhöht. Durch die musikalische Untermalung wird das nach einer Weile auch auf diesem Album sehr unangenehm mit der Zeit, gerade auch weil die Texte keine Gnade zulassen und eine sehr beklemmende Stimmung erzeugen. Streckenweise öden mich auch auf diesem Album die Texte an, da diese mit einer Bedeutungsdramatik aufgeladen sind, die etwas albern wird. Zugegebenermaßen ist das Album insgesamt zwar tanzbarer gehalten in der Umsetzung als noch „Desiderat“, dennoch überzeugt es mich auch diesmal nicht vollends.

(Maximilian Nitzschke)



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