TEAR!DOWN - Shades Of Apathy


Erstveröffentlichung: CD 2017 / Electro Aggression Records / EAR011

TEAR!DOWN ist ein deutsch-schweizerisches Electro-Projekt - mit dem ehemaligen Sleepwalk-Sänger Oliver Spring am Mikrofon -, das Mitte der 2000er Jahre gegründet wurde, aber nach einer selbst veröffentlichten CD-R im Jahre 2008 erst 2013 das erste reguläre Album auf Electro Aggression Records veröffentlicht hat. Wer das in der Nähe von Toronto/Kanada ansässige Label kennt, weiß, dass dort die Liebe zu Old School EBM/Electro am Leben erhalten wird. Nun wurde Ende 2017 das zweite TEAR!DOWN-Album „Shades Of Apathy“ auf dem selben Label veröffentlicht und die Fans dieser Musik brauchen keine großen Überraschungen zu befürchten.

Geboten wird eine Mischung aus klassischem EBM belgischer Prägung im Stile von The Klinik oder Vomito Negro und der dunkleren nordamerikanischen Variante, die durch Bands wie Skinny Puppy oder Front Line Assembly bekannt geworden ist. Ein bisschen Synth Pop dazu und Anklänge and die Art von Düster-Electro, der Anfang der 90er Jahre besonders in Deutschland entstanden ist mit Bands wie Yelworc, Page 12 oder Placebo Effect. Aus all dem wird (fast) ohne irgendwelche modernen Techno- oder Future-Pop-Einflüsse der eigene TEAR!DOWN-Stil entwickelt, der dunkel-tanzbar, aber auch immer wieder eingängig ist und hier und da fast schon soundtrackartig („Shades“) erscheint.

Die Eingängigkeit hat nicht nur damit zu tun, dass auf übertriebene Härte verzichtet wird, sondern auch mit dem weitgehend unverzerrten Gesang. Hier wird die Stimme noch zum Singen benutzt und nicht nur als zusätzliches Instrument, wie bei vielen anderen Bands. Anscheinend hat sich hier die Wahl von Thomas Kowalzik (No Comment) als Studiotechniker für die Gesangsaufnahmen positiv ausgewirkt.

Neben den zwölf Albumtracks - die durch das dreiteilige „Apathy“ ein bisschen Konzeptalbum-Charakter haben -, gibt es als Bonus noch drei Remixe, unter anderem einen von The Psychic Force. Anspieltipps: „Skin“, irgendwo zwischen frühen The Eternal Afflict und Tilt und richtig schön treibend-fett für die Tanzflächen der Clubs produziert. Außerdem das teilweise orchestral-monumentale „Desire Machine“. „Addiction“ ist übrigens keine Skinny Puppy-Coverversion.

Natürlich darf man auf „Shades Of Apathy“ keine stilistischen Innovationen erwarten, aber das war sicher auch nie das Ziel. Stattdessen gibt es dunklen Old School-Sound, der im besten Sinne solide ist. (A.P.)



[ ZURUECK ]