CONSCIENCE - Adrift


Erstveröffentlichung: Sonstiges 2018

Conscience – „Adrift“ EP
(VÖ: 22.07.2018 auf www.science2.de und bandcamp)

Wo sich diese EP stilistisch sehen, will, ist im ersten Höreindruck gar nicht so leicht zu beantworten. Pop, Wave, oder doch eher Rock? Nun, dem Gründer von Conscience Rüdiger Illg interessieren solche Kategorisierungen schon seit langer Zeit nicht mehr. Mit seiner neuesten EP präsentiert er nun Songs, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch eine Geschichte erzählen, die sich mit jedem Song weiter entfalten.
Das Thema ist ein Klassiker der Musikgeschichte, nämlich über den Umgang mit Trennungen – vom Hadern und Flehen übers Verleugnen und Wegträumen zum Pendeln zwischen Akzeptanz und unerfüllter Hoffnung, bis ein neues Selbstbewusstsein den Schlussstrich zieht.
Lediglich vier Songs umfasst die EP und dennoch schafft es Rüdiger Illg einen Bogen zu spannen von Synthie-Pop über Industrial zur Rockballade. Der Opener „My Real Life“ öffnet mit gefälligem Synthie-Pop und groovigem E-Piano Klängen um zudem im Indie-Rock zu wildern. Hingegen erklingt Industrial im Song „I do not ever want to wake up“ um in einer regelrechten Hymne zu gipfeln. Spätestens das Grande Finale von „Lovekiller“ lässt Synthesizer-Nerds ebenso beglückt zurück wie alternative Rocker.
Nicht nur musikalisch spannt Rüdiger Illg dabei einen größeren Bogen – die Geschichte, die Adrift erzählt, reiht sich in eine Trilogie ein, die mit der epischen Wave-Platte „A tough call for the wizzard“ 2017 ihren Anfang nahm und von der Notwendigkeit des Auf- und Abbruchs erzählte. Wie „Adrift“ den erzählerischen Faden konsequent weiterspinnt, dabei jedoch musikalisch ganz andere Töne anschlägt, macht neugierig auf den noch unbenannten Schlussbaustein, der für Anfang 2019 angekündigt ist. Auch nach 28 Jahren ist „Conscience“ offenbar noch lange nicht am Ende seiner Geschichte angekommen.
(mni)
(Maximilian Nitzschke)



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