BLACK TAPE FOR A BLUE GIRL - The Scavenger Bride


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Projekt Records

This is „out of this world music“, this is dreamy, this is uncomparable!

I really like BLACK TAPE FOR A BLUE GIRL for more than ten years and I love all their releases that I know (unfortunatly I do not know all of them), but this actual album is so wonderful, that it is not easy for me to find the right words. The only comparison, that I find is the Italian band Ataraxia, which is one of my all time favourites. BLACK TAPE FOR A BLUE GIRL often have the same melancholic, but not dark, atmosphere. They combine electronic sounds perfectly with acoustic instruments like Flute, Violin and Cello and mastermind Sam Rosenthal always finds the right guest musicians for every song, like Martin Bowes (Attrition), Bret Helm (Audra), Michael Laird (Unto Ashes), Christopher David (Judith) and Athan Maroulis (Spahn Ranch). The Band itself has highly talented musicians like Lisa Feuer (also the beautiful cover model), Julia Kent, Vicki Richards and Elysabeth Grant, whose voice is fairylike and very many-sided. It is not possible to name any spezial „Hits“ on this album, but you should listen carefully and take it as a unity. This is perfect melancholic music with a lot of neclassical influences and sometimes a couple of „Celtic“ feeling. In some songs there is also some kind of New Wave feeling, but don´t exspect any dancable moments. This is music to die for!

Even the lyrics are often very poetical and I can really dive into the words of the poem (not a song!)„Nothing I Can Say“ for example, it is very familiar to me.

BLACK TAPE FOR A BLUE GIRL use some influences of writer Franz Kafka and Marcel Duchamp and also produced a tribute to actor Klaus Kinski, so they created bot, a very personal and a very many-sided album, a classic!

And, as always, this CD has a very special, beautiful artwork, in fact it is the most wonderful, I saw in the last couple of years, maybe one of the finest ever!. What else can I say to convince you, getting this release? It is simply a „must“! (A.P.)

Webadresse der Band: www.projekt.com

MORGUE POETRY - In the Absence of Light


Erstveröffentlichung: CD 2018 / Danse Macabre Records

Morgue Poetry ist das neue Soloprojekt von Wisborg Frontmann Konstantin Michaely. Hierbei setzt er auf akustische statt elektrische Gitarren, auf Klavier und echte Percussions statt Synthesizer und Drum Machine. Entstanden ist daraus ein Folk Noir Album, welches an Nick Cave erinnert in der Intensität. Das Debütalbum wird getragen von der tiefen und gefühlvollen Stimme Michaelys, wie man diese bereits schon von Wisborg kennt. 14 Stücke bewegen sich thematisch zwischen Trauer und Schmerz, zwischen Liebe und Stolz und zwischen Wahn und Zynismus.

Die Aufnahmen zur Platte entstanden im Juli 2018 im Wellencocktailstudio in Hannover. Gemischt und gemastert wurde sie von Achim Dreßler, der sich auch schon für das Wisborg Debüt verantwortlich zeigte. Er hat es perfekt geschafft eine hochwertige und zugleich raue und ungeschliffene Produktion entstehen zu lassen in klassischer Singer-Songwriter Tradition. (mni)

KARIES - Alice


Erstveröffentlichung: CD 2018 / This Charming Man Records / Cargo Records

Ich muss zugeben, dass ich einer Band mit dem Namen KARIES eher skeptisch gegenüber stand. Klar ist mir der Name in den letzten Jahren schon hin und wieder unter die Augen gekommen, aber innerlich sträubte sich etwas in mir - mit nicht zu verachtender Zahnarzt-Angst -, mich mit der süddeutschen Gruppe näher zu beschäftigen. Als ich von verschiedenen Leuten aber hörte, dass das neue Album „Alice“ ein Knaller ist und auch verschiedene Rezensionen ausgesprochen Mut machten, doch mal ein Ohr zu riskieren, nahm ich das Angebot der Promo-Agentur an und forderte ein Rezensionsexemplar der CD an. Und trotzdem lag das Album dann noch mal eine Weile im wachsenden „Besprechen“-Stapel, vielleicht auch, weil das Cover etwas unspektakulär erscheint. Als ich schließlich die CD doch in den Player gelegt habe, lief sie gleich mehrfach hintereinander durch - bei rund 37 Minuten Spielzeit leicht machbar - und hat mir nen Haufen Ohrwürmer beschert.

Im allgemeinen wird die Musik der Gruppe als Postpunk beschrieben, was sicher nicht ganz abwegig ist, gibt es doch eine Menge 80er Jahre Anklänge, aber bestimmt auch dem derzeitigen Hype geschuldet ist, in dem jede Darkwave-Combo und jede Punkband, die nicht nur Pogo-Sound fabriziert, als Postpunk betitelt wird. Da werden dann so unterschiedliche Bands wie Lebanon Hanover und Love A unpassenderweise in einen Topf geschmissen. Bei KARIES hatte ich erwartet, dass die Gruppe eher schräg und näher am Punk als am Darkwave wäre, doch beides passt nicht als Beschreibung. Vielmehr gibt es überraschend elektronischen, absolut zeitgemäßen Wave-Sound, der irgendwo zwischen Bands wie The Cure und Fehlfarben auf der einen und Die Türen und Mediengruppe Telekommander auf der anderen Seite einsortiert werden kann. Top modern produziert mit sehr klarem Sound, aber doch atmosphärisch und eingängig, dazu oft tanzbar. Ein bisschen NDW, eine Spur Hamburger Schule der weniger verkopften Art. Obwohl die Texte teilweise schon an Kolossale Jugend erinnern. „Holly“ ist ein schön atmosphärischer Opener mit durchwummernder Rhythmussektion, „Pebbo“ ist fast eine Modernisierung von The Cures „Jumping Someone Else´s Train“, „Nebenstrassen“ dürfte live zu den Hits gehören mit treibendem Beat und schneidenden Gitarren (die Bandmitglieder kennen sicher auch Sonic Youth und Konsorten). Auch experimentell wird es mal, wie in „1987“, und „Havarie“ ist vielleicht der Songs, der als erstes hängen bleibt, neben dem Hit „Bruch“. „Projekt Aufgabe“ hat eine fast schon hypnotische Grundstimmung, die auch live beindrucken dürfte und zum Ende hin wird es mit „Reden Über Was“ und „Altar“ noch etwas ruhiger, die Gitarren erinnern sogar etwas an The Durutti Column, womit wir dann doch wieder beim „echten“ Postpunk-Sound wären. Hier und da geht das auch in Richtung der hierzulande weitgehend unterschätzten Unhappybirthday.

Ansonsten gehören KARIES schon in die gleiche Richtung wie Gruppen mit schönen Namen wie Pisse, Die Nerven oder Messer und Isolation Berlin. All diese Bands klingen unterschiedlich, aber haben einen ähnlichen Ansatz, alle möglichen Einflüsse neu zusammenzusetzen und strahlen eine gewisse Distanziertheit aus. Sie wollen nicht um jeden Preis gefallen, aber scheuen sich auch nicht, eingängige Musik zu machen. Also doch irgendwie Postpunk...na gut, ich gebe mich geschlagen. Für mich persönlich vielleicht nicht die „Platte des Jahres“, wie für einige andere Leute, aber doch richtig überdurchschnittlich und mit jedem Anhören wachsend. Live sicher noch mal ne Schippe intensiver...ich werde es irgendwann garantiert erleben. (A.P.)

SUGALO - Sonne, Mond, Tausend Sterne


Erstveröffentlichung: LP 2019 / WSDP / WSDP 96

Zu Hoch-Zeiten der Neuen Deutschen Welle 1980-1982 fingen unzählige junge Leute an (und später auch viele Altrocker, als es losging, dass man damit auch Geld verdienen konnte), mit einfachsten Mitteln, Musik zu machen, aufgrund der fehlenden Infrastruktur häufig auf Kassetten, die oft nur im engsten Freundeskreis verteilt wurden und von denen der absolut überwiegende Teil unrettbar verloren sein dürfte, manches hat aber irgendwie die Zeiten überdauert und wird von akribisch recherchierenden Freaks (im positiven Sinne) seit Anfang der 2000er Jahre in Form von Wiederveröffentlichungen und Diskografien aufgearbeitet. Besonders hervorgetan hat sich hier Franck Punk mit seinem Label WSDP. Mein erster Kontakt mit ihm war 2002 der Zeitpunkt, als - damals noch unter dem Namen Was Soll Das Platten - die Single von Z.S.K.A. erschien. Kurz danach brachte Franck „Was Sonst“ des süddeutschen Trios SUGALO heraus und bis heute ist die Single eine meiner liebsten Veröffentlichungen im doch inzwischen sehr umfangreichen und mit zahllosen Hits gespickten Programm von WSDP. So schließt sich im Grunde im Jahr 2019 ein bisschen der Kreis, wenn nun noch eine LP der Gruppe von SUsi, GAbi und LOthar erscheint, womit das überschaubare Werk der Gruppe aufgearbeitet worden sein dürfte.

Um 1982/83 herum brauchte das Trio in Eigenregie eine Kassette und auf dem Münchener Label Schrott eine 7“ raus(wo auch Meisterwerke wie der „8-EP Sampler“ oder die „Veitstanz“-Single von Der Künftige Musikant erschienen sind). Außer einigen Tracks auf obskuren Tape-Samplern dürfte es nicht mehr geben und ich bin sicher, Franck hat das sehr genau mit Lothar abgeklärt.

Musikalisch liefert SUGALO genau das ab, was man von derartigen Gruppen aus der Zeit erwartet: Lo-Fi-Kinderzimmer-Pop im besten Sinne, aufgenommen mit minimalem Equipment, Gitarre, Drumcomputer und (damals verhältnismäßig billige) Synthies. Melodien, Texte und die Art des Gesangs erinnern stark an Die Doraus Und Die Marinas, was die zwei Damen und der Herr wahrscheinlich schon gar nicht mehr hören und lesen mögen, aber man kommt an dem Vergleich nicht vorbei. Dabei ist das alles bei SUGALO aber noch minimalistischer aufgenommen und produziert, dabei aber mit einem unvergleichlichen Gespür für absolute Ohrwurmmelodien. Die Texte sind durchaus durchdacht und meist zwar witzig, aber nicht albern. Im Grunde wird hier der perfekte Übergang von der frühen Underground-Neuen-Deutschen-Welle zur kommerziell augeschlachteten NDW präsentiert und wenn zufällig ein Mensch bei einer großen Plattenfirma das Tape oder die Single in die Finger bekommen hätten, wären SUGALO mit großer Wahrscheinlichkeit gesignt worden und hätten vielleicht sogar einen kleinen Hit landen können. Wahrscheinlich ist es gut, dass es so nicht gekommen ist, sonst hätten wir heute nicht diese feine LP, die natürlich wieder in liebevoller Gestaltung und Minimalauflage unter die sammelwütigen Liebhaber geschmissen wird.

Wenn ich es richtig nachvollziehen kann, enthält die LP bis auf drei Tracks (darunter zwei nur auf Kassetten-Samplern erschienene Stücke und das Stück „Der Brief“ von der 1983er Single) das Gesamtwerk von SUGALO, also auch noch mal die Songs von der ersten Single auf Was Soll Das Platten, die mit ihrer 100er Auflage längst ein gesuchtes Sammlerstück ist. Auf „Sonne, Mond, Tausend Sterne“ gibt es 14mal feinsten Minimal-Synth-Pop aus den Tiefen deutscher Kinderzimmer der frühen 80er Jahre - so meine romantische Vorstellung über die Entstehung der Lieder. Manche heutige Musiker versuchen, diese Art von Sound heutzutage zu reproduzieren, was aber authentisch gar nicht möglich ist, denn dazu gehört eben mehr, als nur altes Equipment. Ein wirklich herrlich-sympathisches Zeitdokument, für das ich Franck mit seinem Label WSDP wirklich von Herzen dankbar bin. Der Band bin ich alleine für Textzeilen wie „Urlaub ist, wenn Dir jemand Deine Uhr klaut“ oder „Von der Jugend bis zum Alter, ist der Staat nur Dein Verwalter“ dankbar...fassen diese doch irgendwie die unbeschwerte Herangehensweise der damaligen Zeit gut zusammen.

Dieser Rezension lag eine Testpressung des Albums vor, deswegen kann es sein, wie bei WSDP nicht ungewöhnlich, dass das nicht das Artwork der endgültigen Auflage ist. Außerdem gibt es dann bestimmt ein Beiblatt oder ähnliches, das hoffentlich ein bisschen was zur Bandgeschichte und vielleicht etwas Bildmaterial enthält. (A.P.)

MAN WITH A MISSION - Chasing The Horizon


Erstveröffentlichung: CD 2018 / Sony / Sony

Die asiatischen Linkin Park greifen in Wolfsmasken weltweit an!

Japans Alternative-Rock-Mega-Stars MAN WITH A MISSON sind mit neuer CD „Chasing The Horizon“ erstmals solo auf Deutschland-Tournee unterwegs.

Zum ersten Mal kommen Japans Alternative-Rock-Topstars, deren Videos Millionen Clicks erzielen und die daheim Arenen ausverkaufen, allein auf Deutschlandtour: MAN WITH A MISSION sind allerdings keine konventionelle Band, sondern eine mit fantastischer Geschichte und tierischmarkantem Look!

Jeder der fünf Musiker trägt eine seinem individuellen Charakter entsprechende Wolfsmaske. Der Grund dafür laut „MWAM“: Bei ihnen handele es sich um eine vom Biologen und Hobby-Gitarristen Dr.Jimi kreierte „ultimative Lebensform“. Diese sei, nachdem sie über Epochen hinweg weltweit enormes Unheil verursacht habe, lange in der Antarktis eingefroren und dort intensiv der Musik ausgesetzt gewesen. Schließlich habe die Erderwärmung jedoch ihre EisKäfige schmelzen und sie in Japan wieder öffentlich in Erscheinung treten lassen.

„Chasing The Horizon“ ist nun der Titel ihrer fünften Studio-CD seit der Band-Gründung 2010 und Motto der vier Konzerte im März 2019. Die Clips zu den Single-Auskoppelungen „Dead End in Tokyo“ (Co-Autor/-Produzent Patrick Stump von Fall Out Boy!) und „My Hero“ aus ihrer ersten weltweiten Veröffentlichung (inklusive diverser Bonus-Tracks!) sahen bislang fast zehn beziehungsweise sieben Millionen Menschen.

Stilistisch ist der betont melodiöse Power-Sound des Quintetts, der den Anime-Film „Mobile Suit Gundam: IronBlooded Orphans“ beziehungsweise das Videospiel „Street Fighter V“ untermalt, am ehesten mit dem der derzeit inaktiven Linkin Park zu vergleichen. Und live bieten Man With A Mission schon allein deswegen etwas Aufsehenerregendes, weil Tokyo Tanaka (Gesang), Spear Rib (Schlagzeug), Jean-Ken Johnny (Gitarre, Gesang, Rap), DJ Santa Monica und Kamikaze Boy (Bass) mit hyperrealistischen Wolfsköpfen auftreten. Zumal „MWAM“ auch in Europa eine große Zukunft prophezeit wird, sind ihre anstehenden Auftritte eine einmalige Chance, das Quintett aus Tokyo jetzt noch in intimem ClubRahmen live zu erleben!

Karten zu den circa 90-minütigen Shows dieses asiatischen AusnahmeActs, der bereits mit Stone Sour, Jimmy Eat World, Zebrahead und Rise Against erfolgreich auf Tour war, kosten im Vorverkauf 20.-- Euro (zzgl. Gebühren).

MAN WITH A MISSION - „Chasing The Horizon“ Germany 2019
03.03.19 Frankfurt, Das Bett
04.03.19 München, Backstage
07.03.19 Köln, Helios 37
10.03.19 Hamburg, Hafenklang
11.03.19 Berlin, Lido
Einlass: 19.30, Beginn: 20.30 Uhr
Karten zu € 20.-- (zzgl. Gebühren) bei www.adticket.de und an allen Vorverkaufsstellen mni

LAFOTE - Fin


Erstveröffentlichung: LP 2018 / Misitunes

Und schon wieder Postpunk, wie anscheinend jede zweite Veröffentlichung derzeit. Das habe ich mir nicht ausgedacht, sondern der Waschzettel selbst spricht von Postpunk. Ich habe ja eine andere Idee davon, was ursprünglich mal Postpunk um 1980 herum war und empfinde das meiste, was heute unter diesem Label erscheint als irgendwas zwischen Indierock und Punk auf der einen oder Darkwave auf der anderen Seite. Aber letztendlich ist die Benennung des Musikstils ja auch egal, wenn nur die Musik gut ist. Und da kann man bei der Hamburger Gruppe LAFOTE nicht meckern, und somit tu ich ihnen mit meinem Gegrummel hier am Anfang sicher unrecht.

LAFOTE gibt es seit 2013/14, aber erst jetzt legen sie, nach einem frühen Demotape, ihr erstes Album mit dem Titel „Fin“ vor. Der Titel ist sicher so gemeint, dass man das Album als Endpunkt der bisherigen Entwicklung verstehen soll und es würde mich nicht verwundern, wenn sich der Stil schon beim nächsten Album merklich verändert. Es ist ja oft so, dass ein Debüt eine Bestandsaufnahme des bisherigen Materials ist und die Band im Kopf eigentlich schon einen Schritt weiter ist. Bei LAFOTE würde ich das sogar begrüßen. Ihre Indierock-Stücke mit deutschen Texten sind solide, eingängig und textlich ganz gute persönliche Beobachtungen der Welt umd einen herum. Aber das alles hat man schon oft gehört in den letzten dreißig Jahren und da der Waschzettel es vormacht, darf ich hier auch die ganzen Bandnamen schreiben, an die LAFOTE erinnert...Die Sterne, Blumfeld, Isolation Berlin, Trümmer, Die Nerven. Die Liste ließe sich mit Gruppen wie Tocotronic bis hin zu den Urvätern dieser Art von Musik Fehlfarben fortsetzen. Dass in der Dankesliste dann Namen wie Kristof Schreuf, Tobias Levin, die Grether-Schwestern oder Pascal Fuhlbrügge auftauchen - wobei ich nicht weiß, ob denen nur aufgrund des musikalischen Einflusses gedankt wird, oder wirklich eine Verbindung besteht -, ist kaum überraschend und man kommt nicht umhin, den Begriff „Hamburger Schule“ in die Runde zu werfen.Das ist an sich nichts schlimmes, ist doch unter diesem häufig ungeliebten Label eine Menge guter Musik, vor allem in den 90er Jahren, erschienen. Doch der Eigenständigkeit von LAFOTE ist das nicht unbedingt zuträglich. Insofern darf man gespannt erwarten, was das nächste Album bringt.

Von der im Info erwähnten „Wut“ verspüre ich relativ wenig, weder musikalisch, noch textlich. Die Musik ist für meinen Geschmack zu „nett“ produziert, da fehlen Ecken und Kanten, da fehlt die nötige Rauheit, die Bands wie Tocotronic (in ihrer Anfangszeit) oder Cpt. Kirk &. oder Kolossale Jugend ausgezeichnet haben. Die Inhalte sind hingegen eher resigniert und introvertiert und erzählen zwar von „Aufbruch“ und „so nicht weitermachen wollen“, zünden dann aber die Lunte nicht an, die sie legen.

„Fin“ ist sicher nicht schlechter, als viele andere Alben dieses Stils und ich tue LAFOTE bestimmt ein bisschen unrecht, weil sie live bestimmt weitaus mehr Energie rüberbringen, aber für mich klingt das alles zu sehr nach „schon 100x gehört“ - nicht unbedingt besser, aber eben auch nicht schlechter“. Vielleicht bin ich auch einfach nur schon zu lange dabei und für ein jüngeres Publikum ist das alles total innovativ. Bei mir ist es einfach sehr gefällige Musik zum nebenbei hören, aber will eine Band dieses Urteil wirklich lesen? Ich werde sicher mal eine Gelegenheit nutzen, mir LAFOTE auf der Bühne anzusehen, vielleicht erreichen sie mich dann. (A.P.)

TWIN TRIBES - Shadows

Wiederveröffentlichung: LP 2019 / Young & Cold Records / YCR/039

Young & Cold Records veröffentlichen tatsächlich im Jahr 2019 eine Platte nach der anderen...wie das finanziell und vor allem zeitlich geht, ist mir nicht ganz klar...hoffentlich bricht das nicht irgendwann plötzlich in sich zusammen und die Absatzzahlen bleiben beständig gut. An der Qualität der Veröffentlichungen würde es nicht liegen, denn trotz eines relativ breiten Programms von New Wave über Post Punk, Industrial, Minimal-Synth bis hin zu Goth-Rock ist bisher kein richtiger Ausfall dabei...schon ungewöhnlich, zeugt aber von gutem Musikgeschmack der Labelmacher.
Auch bei dem texanischen Duo TWIN TRIBES wird der hohe Standard, sowohl, was die Aufmachung der Platte angeht, als auch bei der Musik, gehalten. Nach Lizenzveröffentlichungen in Spanien und Frankreich hat Young & Cold Records das 2017 in den USA als Cassette erstveröffentlichte Album „Shadows“ für den deutschen Markt lizenziert und in einwandfrei remastertem Sound auf dunkelrot-schwarz-marmoriertem Vinyl auf den Markt geschmissen. Dabei werden vor allem Fans von gutem Gitarren-Wave mit einem Schuss Postpunk und Dark Wave mehr als glücklich sein, denn die klaren Gitarren, die vorwärts treibende Drumcomputer-Bass-Kombi, der ungekünstelte Gesang und schöne 80s-Synthies versetzen den Hörer scheinbar direkt zurück in die Mitte der 80er Jahre Da fallen einem Bands wie Clan Of Xymox ein oder aus neuerer Zeit Fallen Apart, Martial Canterel und The Frozen Autumn. Alles solide Vergleiche, aber eigentlich klingt „Shadows“ über weiter Strecken wie ein unveröffentlichtes Album der amerikanischen Landsmänner von For Against...und das ist unbedingt als großes Kompliment gemeint. Der Titelsong „Shadows“ passt wunderbar in die gleiche Schublade wie deren „Amen Yves“ oder „Serious“ von UV Pop und „Will You Stay Tonight“ von den Comsat Angels und dürfte auf den entsprechenden Partys für volle Tanzflächen sorgen.
Damit dürfte klar sein, wie das Album von TWIN TRIBES in etwa klingt, wobei der Sound natürlich zeitgemäß, das Songwriting sehr gut und genug Eingenständigkeit vorhanden ist, um nicht als bloße Kopie abgestempelt zu werden. Schickes Coverartwork, Beiblatt und Downloadcode gibt es dazu und so erhält der Käufer einmal mehr ein Old-School-Wave-Rundum-Wohlfühl-Paket. (A.P.)

CAT O NINE - Weit hinaus

2019 / Danse Macabre Records

Cat O Nine wurde Anfang des Jahres 2016 von Sascha Kaeufer und Kathrin Kornas als Nebenprojekt zu Ihrer Stammband Punch n Judy bzw. Silent Punch - dem akustischen Ableger von PUnch n Judy- in Gelsenkirchen gegründet. Mit der Zeit wuchs das Gewicht von Cat o Nine allerdings, weshalb nun von einem Nebenprojekt nicht mehr die Rede sein kann. Schnell fanden die beiden Mitstreiter die Ihre Vorstellung von Piraten-Folk teilen konnten. Die Songs reichen von heiteren beschwingten Stücken hin zu tiefgründigen und melancholischen Songs bis zu druckvollen und treibenden Tänzen. Für die Produktion zeichnet sich Schlagzeuger Andreas Bargel und Akkordeonistin Ute Bogoslaw verantwortlich von Punch n Judy. Aufgenommen und gemischt wurde das Werk von Christian Bargel, welcher sich auch für das Album "Rum Soda & Punch" (2016) von Punch n Judy verantwortlich zeichnete. Mit "Weit hinaus" nun in Ihrer Schatztruhe können sich Cat O Nine nun auf den Weg machen die Häfen dieser Welt anzusteuern. Die klassische Ausbildung von Cat, die Rock- und Folk Vorlieben von Captain Cooper, der druckvolle Bass von Seb und die rhytmischen Fertigkeiten von Samba-Trommlerin Micci Mezzoforte machen den Sound von Cat O Nine zu dem was er ist: Piraten-Folk der ohne Shanties und Traditionals auskommt. (M.N.)

BETTER STRANGERS - Taxi For Susie EP


Erstveröffentlichung: CD 2019 / DCD Records / Spinn

Die Debüt - EP der Berliner Alternative Rock - Band Better Strangers enthält fünf Songs, welche sich auf das tiefgreifenste Gefühl überhaupt beziehen, ja na klar, die Liebe. Susie ist gewissermassen eine Metapher für uns alle. Irgendwann sitzt jeder einmal in diesem sinnbildlichen Taxi und erlebt die Gefühlsfahrt. Der Opener "Try Me" ist ein mitreißender Titel mit massiven Gitarren, einem starken Groove und melodischem Refrain. Zur Ballade "Rest Your Bones" gibt es zudem einen cineastischen Augenschmaus. Darin wandert eine Figur ziellos umher. Lichter schimmern in der Ferne. Die Straßen ziehen langsam vorbei und jemand scheint zu ertrinken. Die Szenerie erinnert an das Intro zu einem Film von Nicolas Winding. Mit "You Got It Good" liefert das Trio den wahrscheinlich eingängisten Song ab. Beginnend mit einem Frage-Antwort Spiel zweier Gitarren, entwickelt sich das Stück hin zu einem fesselnden Chorus, der sich einbrennt. (M.N.)

EGGVN - Solve Et Coagula


Erstveröffentlichung: CD 2019 / Danse Macabre Records

Satanischer Death-Metal aus Mexico brüllt aus den Boxen, nachdem ich diese CD eingelegt habe. Das Duo mit den Hörnermasken hat sich bereits in den letzten Jahren Dank Youtube im Underground eine beachtliche Fancommunity erarbeitet. Verwundert mich überhaupt nicht, denn was bei den meisten Bands in Klischees verfällt verdichten die Mexikaner zu einem sinistren Brett. Man spürt die eigenen Wurzeln des mexikanischen Todeskultes und musikalisch wird dies dann durch moderne Riffs in eingängige Songstrukturen verwoben. Dazwischen funkeln dezent auch ironische Samplingzitate auf. Das Debütalbum gleicht einem infernalen Höllenritt durch das wütende Unterbewusstsein einer abgehängten Generation Mexicos, es ist wütend, es ist druckvoll, es flöst Angst ein, ves ist ehrlich und v r allem ist es eines nicht: den Hörer schonend. (M.N.)

THE SNATCHER - Dein Dämon


Erstveröffentlichung: CD 1019

Dieses Album ist unverschämt, direkt, hintergründig und manchmal auch gern makaber. In jedem Beat, in jeder Melodie spiegeln sich diese Attribute wider. Mit einer ganz eigenen Mischung aus Alternative Rock, EBM, Gothic und einer Prise Metal bringt dieses Album seine Botschaften auf den Punkt - und brennt Sie dem Publikum ins Gewissen. The Snatcher bedient sich - frei von bornierten Scheuklappen- geschmackvollerlesener Anleihen und drückt seinem lustvollen Eklektizismus einen ganz eigenen Stempel auf. Klassischer Rock, Darkwave, sogar Swing Attitüden höre ich in den 12 Stücken des Albums heraus. Die Melodien sind eingängig, die Arrangements verblüffend schlüssig und die Texte von einem intellektuellen Anspruch, den man nicht unterschätzen sollte! (M.N.)



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