DEVIL-M - Astharat


Erstveröffentlichung: CD 2020 / Danse Macabre

Was erwartet den Hörer wohl, wenn Deutschlands wildeste Industrial-Metal Band "das geht noch eine Ecke krasser" brüllt? Ich vermutete Wahnsinn, Tobsucht, die Tollwut gar? Irgendwie stecken all diese drei Dinge in dem Album, welches ein Wunderwerk aus beklemmendem Hörgenuss und akustischem Krieg bildet.

Die vier manisch-depressiven Dreadheads singen nun erstmalig auch in ihrer Muttersprache, rau und so als steckt in jedem Wort das Gift, das den Wahnsinn ausgelöst hat.

Das Konzept des Albums fand seinen Anfang bereits 2014, denn Astharat war im Debütalbum "Revenge of the Antichrist" als Protagonist etabliert worden. Hier wähnte er sich zum Albumende shizophren und versuchte sich in den Songs des Debüts mehrfach das Leben zu nehmen. Nun etliche Jahre später geht der Blick weiter. Wie könnte solch eine zerrütete Existenz denn sein? Wie genau sieht das Seelenleben denn aus in Ihr?

Das Ergebnis ist ein Sinnbild dessen, was tief in uns allen schlummert: Wut, blanke ungeschönte Wut. In jedem von uns sitzt eine schlummernde Person, die sich niemandem zeigen wird. Nur der Wirt selbst kennt sie und schaut möglichst selten hin. Diese Person bezeichnet Devil-M als den Embryogott, ein egoistisches Ekel mit dem Hang zum puren Sadismus. Aus kleinen Puzzle-Teilen formt sich somit das dritte Album von Devil-M zu einer energetischen kraftvollen Energie-Kuppel die zunehmend bis zur Mitte des Albums aufbläht, dann implodiert und schlagartig nochmal in die Luft erhebt. Der Sound ist wie schon gewohnt stark und nimmmt den Hörer mit auf eine musikalisch düstere und raue Reise in den eigenen Abgrund. (MN)



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