WISE JOHN - A Wonderful World


Erstveröffentlichung: Streaming 2021 / Independent

Der amerikanische Folkrock Sänger Wise John veröffentlichte am 13.Juni sein Debütalbum auf allen digitalen Plattformen. Ein intimes Zeugnis einer persönlichen Apokalypse

Die Songs dieses Debütalbums sind zu Beginn sanfte Klavierstücke, die einem Liebesfilm entstammen könnten. Die Stimme ist sanft, umschmeichelt das Ohr des Hörers, doch wenn man genauer hinhört, dann ist dort Melancholie und Verzweiflung in der Stimme zu hören. Die Intimität der stücke, nur durch Pianoklönge begleitet, erinnert mich etwas an Nick Cave. Ähnlich schwermütig erklingen Wise Johns Berichte.

Nun, was John hier verarbeitet hatte ist zutiefst autobiographisch. Ein Zeugnis, einer persönlichen Apokalypse inmitten einer globalen Pandemie. Ende 2019 wurde der Songwriter plötzlich bettlägerig mit einem Aufflammen einer chronischen Krankheit. Dann wurde er auch noch von seinem Partner verlassen und musste zusammen mit seinen Eltern in ein baufälliges Haus ziehen.

Kurzum: seine Lebenspläne waren gescheitert und die Richtung und das Ziel verloren. Mit diesem Album kommentiert er sein Leben zu jener Zeit, verletzlich, voller Schwermut, gepaart mit Galgenhumor. Er kommentiert den Zustand der Welt und vergleicht diesen mit seinem gescheiterten Leben. Kern ist die Frage: Wie fühlt es sich an, wenn die Endzeit kommt, aber alle die Warnzeichen ignorieren?

Wise John bedient sich für die Umsetzung seiner Titel großzügig im Jazz, im Pop, sowie Alternative Rock. Manchmal erinnert es ein wenig an den rebellischen Elton John in den 70er Jahren und dann wieder an den rebellischen David Bowie. Ein sensibler Eiblick, autobiographisch natürlich und gnadenlos bitter. (MN)



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