BLOODY DEAD AND SEXY - Paint It Red


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Alice In... / Nova Media

Lange Zeit geistern BLOODY DEAD AND SEXY schon mit selbst produzierten Veröffentlichungen über die deutschen Bühnen, ähnlich, wie auch Murder At The Registry. Da Deutschland in den vergangenen Jahren kein gutes Pflaster für düsteren Gitarren-Gothic war, interessierte sich nur eine kleine, eingeschworene Fangemeinde für derartige Klänge. Seit einiger Zeit jedoch tauchen wieder vermehrt Bands auf, die noch wissen, wie man einer Gitarre druckvolle, verzerrte Klänge entlockt und selbst die auflagenstarken Zeitschriften berichten hier und da über diese Bands. Zum Glück gibt es dann auch noch Labels wie Alice In...oder ganz neu Strobelight Records, die sich solcher Klänge annehmen und so haben BLOODY DEAD AND SEXY endlich ihr Debut vorgelegt, das Freunden von Death Rock wohl die Augen aufleuchten lassen wird.

Die Einflüsse sind deutlich: Ami-Death Rock der frühen und mittleren 80er Jahre, und man kommt nicht umhin, hier Rozz Williams´ frühe Christian Death zu nennen. Sicher taucht dieser Vergleich in fast jeder Besprechung auf, aber was soll man machen, wenn er nun mal zutrifft? Ich glaube auch, dass die Band damit gut leben kann. Außerdem hat die Band sich darüber hinaus auch genug Eigenständigkeit bewahrt und durch stetiges Live spielen einen recht eigenen Stil entwickelt. Dabei ist auch interessant, dass einige Songs deutsche Texte haben, was in dieser Richtung nicht alltäglich ist. Todeskünstlerische Pseudo-Lyrik-Peinlichkeiten werden komplett ausgespart.

BLOODY DEAD AND SEXY haben mit „Paint It Red“ ein homogenes Album geschaffen, das in sich geschlossen ist, und das man so aus Deutschland kaum noch erwartet oder erhofft hat. Passend auch das schlichte Cover, so dass man sagen kann, Death Rock aus Deutschland lebt. Seit Madre Del Vizio´s guten Zeiten war ich nicht mehr so hoffnungsvoll, dass dieser Stil mal wieder ganz groß wird und die ganze Dark-Electro und Future-Pop-Kacke aus den Clubs verdrängen wird.

Die „limited edition“ von „Paint It Red“ enthält drei Bonus-Remixe des Stückes „Fingers“, die jedoch absolut überflüssig und langweilig sind. Das hätte die Band nun wirklich nicht nötig gehabt.

Zudem gibt es keine Angaben, auf wie viele Exemplare die CD limitiert ist und es dürfte wohl sicher sein, das es gar keine CD OHNE die Bonustracks gibt. Was ist daran also limitiert? Hier wird der Käufer mal wieder in die Irre geführt. (A.P.)

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