AND ONE - Best Of


Erstveröffentlichung: DCD / Modern Music Records

So unterschiedlich können Geschmäcker sein. Alexander mag diese Band nicht besonders und ich, der mit dieser Veröffentlichung das erste Mal etwas von dieser Band hört, bin dagegen richtig begeistert. Vielleicht liegt das aber auch daran, daß einem hier geballt das Best Of um die Ohren geschlagen wird, wobei es ja aber meistens so ist, daß das von den Labels vorgeschriebene Best Of gar nicht das wirkliche Best Of einer Band ist. Nun ja, hier kann ich das nicht entscheiden. Auf jeden Fall ist AND ONE wirklich netter Synthiepop gekoppelt mit einiger Portionen EBM. In einer limitierten Auflage ist noch eine Extra-CD enthalten, auf der Modern Music noch ein paar Acts vorstellt, die bei diesem Label ansäßig sind. Es gibt hier z.B. Think About Mutation, Ashtrayhead, Cubanate, Static Icon, Dance Or Die und noch einige weitere zu hören. Aber vorsicht, die Aufdrücke der CDs sind vertauscht, vielleicht ist diese eines Tages mal was wert? (H.H.)

THE BLUE HOUR - The Windless Path


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Perun

After the „early recordings“ Compilation „Evensong“ on Poland´s Perun label, here is the second CD-album of Brian Hodges´ solo project THE BLUE HOUR. Hodges was also in Black Atmosphere, but THE BLUE HOUR has nothing to do with Gothic Rock or similar musical styles.

„The Windless Path“ has its roots somewhere between Folk music and Ambient and is build upon mostly acoustic guitars and string arrangements with some spare electronic elements and the warm voice of mister Hodges. The atmosphere is mostly melancholic, but not dark or depressing, I would call it simply a beautiful album.

I am sure, many Neo Folk fans will love this piece of music a lot, even because Matt Howden did some string arrangements and I guess, there is also a connection to Tony Wakeford.

The CD contains very likeable artwork, too, so there is no reason, not to buy this album, if you love calm Neo Folk music. THE BLUE HOUR is one of the more original bands in this scene, full of DIJ-clones. (A.P.)

THE BLUE HOUR - Evensong


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Perun / Dark Vinyl-Triton

Well, this is not an actual release, but as it is really wonderful, I will give it the attention it deserves. THE BLUE HOUR is the Neo-Folk project of Brian Hodges with some help of Christoph Gladis and Tom Molke. It is strange, that this CD was released in Poland, but it shows that there are also people, who like special music like this.

The music is a mixture of atmospheric Keyboard sounds and acoustic Guitars, often close to the well known acts. A special relationship seems to exist to Tony Wakeford and his band Sol Invictus, as Brian Hodges gives „special thanks to Tony Wakeford for inspiration“ and also covers the Sol Invictus classic „Lex Talionis“ in his very own way. The whole atmosphere of this album is very calm and relaxing, sometimes it´s getting very dark like in „Red Sands“. I first listened to this album while reading a book about Dracula and songs like „Procession Of The Sun“ and „Silence My Dress“ seemed to be the perfect „book“-soundtrack. I really like this CD, even, if I am not a big Neo-Folk fan. Don´t forget to have a look at the wonderful cover! (A.P.)

Webadresse der Band: www.terra.pl/perun

THE BLUES OF A LESSER GOD - Summer, Sun, Suicide


Erstveröffentlichung: MC 1994 / Eigenproduktion

THE BLUES OF A LESSER GOD besteht seit Herbst 1993 und ist die neue Band des ehemaligen DUSK TO DAWN-Musikers Andreas Larsen, der hier seine erste Cassette vorlegt. Vom 80er-Jahre-Wave mit DUSK TO DAWN hat sich die Musik zu moderneren Klängen gewandelt. THE BLUES OF A LESSER GOD sind eine Electronicband und wie es derzeit in ist, werden gerne Gitarren benutzt, um den Sound etwas abwechslungsreicher zu gestalten. Nun, diese Idee haben zur Zeit viele Bands und leider kommt eine Menge Schrott dabei heraus. Hier jedoch kann die Cassette mit einigen wirklich gelungenen Stücken überzeugen, mal hart, mal düster, dann wieder etwas poppiger, von allem ist etwas dabei. Mit „Hailing Truth“ wird dann sogar noch ein richtiger Wavesong geboten. Abwechslungsreich ist die Musik also, trotzdem fehlt noch der entscheidene Kick, d.h. die Idee, die die Gruppe aus der Masse ähnlicher Bands hervorheben würde. Vielleicht wäre auch eine kürzere Cassette mit den besten Songs sinnvoller gewesen, denn bei einer Länge von 60 Minuten ist natürlich auch einiges an mittelmäßigem Füllmaterial dabei. Trotzdem, alles in allem eine gelungene Debut-Cassette einer Band, die, wenn sie noch etwas eigenständiger wird, sicherlich eine Zukunft hat. (A.P.)

BLUET - Bluet


Erstveröffentlichung: CD / Tug Rec. / TIS

Netter, vielleicht etwas unspektakulärer Gitarrenpop mit Frauengesang. Absolut Radiokompatibel und mit echten Anleihen, der breiten Masse zu gefallen. Das ist jetzt eigentlich nicht negativ gemeint, einige Songs können wirklich gefallen, sie sind höchst melodisch, haben wunderschöne Gitarren und die Band ist im Ganzen durchaus als entspannend zu bezeichnen, aber ohne dabei langweilig zu sein. Man versucht im Info das Wort „neue Nürnberger Schule“ einzuführen. Würde mich ja mal interessieren, was das bedeuten soll? Ich muß zugeben, man muß die CD öfter hören und auch ein wenig in relaxter Stimmung sein, dann kommen BLUET perfekt daher. Ist vielleicht auch genau das richtige für Kneipenträumereien. (H.H.)

BLUE YARD GARDEN - No Good Sundays


Erstveröffentlichung: CD / Eigenproduktion

Soviel Rock in letzter Zeit. Diese Band hier kommt aus Rockville und da wird den Babies wohl der Rock in die Wiege gelegt. BLUE YARD GARDEN geht zwar nicht unbedingt nach vorne los, sondern treibt sich eher in melancholischen Gefilden herum, aber es bleibt im Endeffekt etwas seichtere Rockmusik, wie sie nur aus Amerika kommen kann. (H.H.)

DIE BLUMEN DES BöSEN - Zwischenstopp


Erstveröffentlichung: MC 1998 / Eigenproduktion

Nach großen personellen Problemen und dem Ausstieg der Sängerin Marty haben sich DIE BLUMEN DES BÖSEN 1998 wieder gefangen und legen hier neue Werke mit dem neuen Sänger KAKTUS vor. Auch live hat mich die Gruppe dieses Jahr wieder überzeugt und somit bleiben sie meine liebste deutsche Band der vergangenen Jahre. Am guten alten Wave-Punk-Stil hat sich glücklicherweise nicht allzuviel geändert, das Saxophon wird verstärkt eingesetzt, was manchmal ganz leichte Gedanken an Fehlfarben aufkommen läßt, die ganze Musik ist etwas rockiger geworden, nähert sich also wieder mehr dem Punk an und die neue Stimme tut ihr übriges, um der Band neue Perspektiven zu verschaffen. Wichtig bleiben auch die durchgehend deutschen Texte, die diesmal hauptsächlich sehr persönlicher Natur sind und nicht irgendwelche Klischees zum tausendstenmal wiederkäuen. Alle vier Titel, „Albert"", „Toter Winkel"", „Lügendetektor"" und „Stella"" haben das Zeug, zu Bandklassikern zu werden und dürften auch live ihre Wirkung zukünftig nicht verfehlen. (A.P.)

DIE BLUMEN DES BöSEN - Übermut Werde Spaten

Wiederveröffentlichung: LP 1995/1997 / Kaktus Records / Matatu Records
Erstveröffentlichung: CD 1995/1997 / Kaktus Records / Matatu Records

Nach zwei selbstproduzierten Demotapes und der Single „Kein Tag Ohne Revolution“ veröffentlichte die aus der Nähe von Stuttgart stammende Band DIE BLUMEN DES BÖSEN auf dem befreundeten Kaktus-Records-Label ihre erste CD „Übermut Werde Spaten“, die einige Jahre später bei Matatu Records auch noch als Picture-Vinyl nachgeschoben wurde. Seltsamerweise wurde die Gruppe immer in die Punk-Schublade, und dort zu Bands wie EA80 und Fliehende Stürme, gesteckt, wohl hauptsächlich, weil die Musiker selbst aus dieser Szene stammten. Musikalisch war Punk nur ein Einfluss, besonders auf dieser Platte waren New Wave und auch gute Popmelodien ebenfalls sehr stark vertreten.

Auf diesem Album sang noch die erste Sängerin Marty, die das Album mit ihrer glasklaren Stimme zu etwas Besonderem gemacht hat, was die Band eben aus der Masse anderer Band abhob, dazu rockige Wave-Punk-Songs häufig mit ziemlich guten Gitarren, die hin und wieder an die guten alten 80er Jahre erinnerten und natürlich intelligente Texte, sowie unwiderstehliche Melodien. Songs wie „Angst“, „Wilde Bunte Kinder“ oder „Dr. Allwissend“ haben sich für mich persönlich zu all-time-favourites entwickelt und „Übermut Werde Spaten“ gehört tatsächlich seit vielen Jahren zu meinen ewigen Top-20-Alben, und das nicht, weil ich mit der Band gut befreundet war, sondern weil mich fast alle Songs wirklich bewegen, nicht zuletzt durch tolle Konzerterlebnisse. Etwas hervorstechen tut übrigens auch noch der Song „No Llorare“, der nichts anderes als eine spanischsprachige Coverversion des Cure-Klassikers „Boys Don´t Cry“ ist.

Dieses Album wurde immer unterschätzt, wächst es doch mit jedem Hören und ein bisschen mehr Erfolg hätte die Band, die unter dauernden Besetzungswechseln zu leiden hatte, wirklich verdient gehabt. So erinnert mich die Musik der BLUMEN DES BÖSEN immer an eine ausgesprochen schöne Zeit mit vielen ganz besonderen Erlebnissen. (A.P.)

BLUR - The Best Of...


Erstveröffentlichung: CD 2000 / Food-Parlophone / Emi

Eigentlich ist der ganze Brit-Pop-Hype Mitte/Ende der 90er Jahre ja ziemlich an mir vorbei gegangen. Sicher, Bands wie Oasis, Blur und unzählige One-Hit-Wonder haben sicher schöne Gitarren-Pop-Musik gemacht, aber letztendlich habe ich das alles von Bands wie The Smiths, The Beatles, The Jesus And Mary Chain oder The Woodentops schon Jahre (oder Jahrzehnte) vorher gehört.

Dass ich mir letztendlich doch diese „Best Of“-CD von BLUR gekauft habe, liegt eigentlich nur an dem Song „Girls And Boys“, der wirklich heraus sticht, völlig genial ist und genauso gut aus der Früh-80er-New Wave-Hochphase stammen könnte. Ein echtes, unvergessliches Meisterwerk. Auch nach hundertmal Anhören verliert der Song nichts von seiner Genialität und macht diese CD alleine kaufenswert. Dazu noch der großartige Hit „Song 2“ und jede Menge sicherlich schöner, aber letztlich doch belangloser Popsongs, die als Musikuntermalung bei mir und meiner Kollegin im Büro immer gut laufen können. Wenigstens haben BLUR sich im Gegensatz zu manch anderen Bands einen gewissen eigenen Stil und eine angenehme Schrägheit bewahrt, was sicher auch an Sänger Damon Albarn liegt. So gesehen ist „The Best Of Blur“ eine solide „Jeden-Tag“-CD mit zwei wirklich herausragenden Songs, „Song 2“ und „Girls And Boys“. (A.P.)

BLUTJUNGS - Beiss mich Baby!


Erstveröffentlichung: CD 2001 / Phonowerke Luna

BLUTJUNGS, das klingt zuerst wie eine Hardcore-Combo, doch wenn man die CD einlegt, wird man wirklich überrascht. Aus den Boxen ertönt eine Art Pop, der zusammengemixt wurde aus vielen verschiedenen Musikarten. Pop natürlich, Punkrock, Schlager, Hip Hop, Country, New Wave, minimalistische NDW-Electronic und einiges mehr. Um diese Vielfalt mit einem Begriff zu umfassen, bezeichnet die Band ihre Musik als „Splatterpop“. Pop sind natürlich die Melodien, irgendwo zwischen schön und zuckersüß rangieren du Splatter steht für die Texte, die im krassen Gegensatz zur Musik stehen und zwischen brutal, eklig und gemein tendieren. Es geht um Sex, Gewalt, Maden, Blut und Unterhosen und die Grenzen des guten Geschmacks werden lustvoll überschritten, doch das wichtige an der Sache ist, dass die BLUTJUNGS dabei trotzdem nicht wirklich geschmacklos klingen, sondern immer ein Augenzwinkern und ein Schuss Satire mit rauszuhören sind. „Beiss ich Baby!“, die bereits im Jahre 2001 fertig war, ist für mich ganz klar eine der ganz großen Entdeckungen der letzten Zeit und mit der richtigen Promotion und den richtigen Kontakten könnte aus den Jungs noch etwas ganz großes werden. Ich würde es ihnen gönnen Mein Lieblingstrack ist übrigens „Du, ich hab mich so auf dich gefreut“. (H.H.)

PHILLIP BOA & THE VOODOO CLUB - C90


Erstveröffentlichung: CD

Viele Leute haben behauptet, dass PHILLIP BOA mit „C90“ wieder zurück zu seinen Wurzeln geht. Das ist nicht richtig, denn die kantige Musik von „PHILISTER“ oder ""COPPERFIELD"" wird hier nicht geboten. Er geht nicht einmal zurück zu „HAIR“-Zeiten, vielmehr besinnt er sich auf seine Zeit zu „SHE“. Aber die Musik ist nicht mehr so punkig, wie zur „LORD GARBAGE“-Ära und insofern ist es doch ein Rückbesinnen. Ein angenehmes Rückbesinnen, was darin gipfelt, dass Pia Lund bei vielen Songs mit ihrer so wundervoll kindlich-naiven Kristallstimme zart-punkige Popmelodien ins Mikro intoniert. Hurra, sie ist wieder mit dabei, kann man einfach nur sagen. Ihre Stimme und Boas Musik passen unzertrennlich zusammen. Ihr Weggang hat Boas Musik so viel Zauber geraubt, Boa Songs und Pias Stimme im Kampf gegen den Antigesang von Phillip Boa selbst haben immer den Reiz der Musik ausgemacht und dieses wundervolle Gleichgewicht ist jetzt mit der Wiederkehr einer der schönsten Stimme der Musikgeschichte wieder gefunden worden. Das stimmt mich ehrlich froh. Die erste Auskopplung aus dem Album ist „Slipstream“ und das ist ein Song, den ich von der Intensität und Atmosphäre ein bisschen in die „Bells Of Sweetness“-Schublade einordnen würde. Das ganze Album, übrigens bereits das Dreizehnte, ist ähnlich gehalten und schwankt zwischen sachtem Punk, brachialer Schwere mit treibenden Rythmen mit teils schön unförmigen Breaks und Popmusik jenseits des Mainstreams. PHILLIP BOA war und ist einer der interessantesten Gestalten der deutschen Musikgeschichte und live immer wieder ein teils provokantes Erlebnis. Ich jedenfalls freue mich, dass aus dem Hause Boa und Lund neues Material kommt. (H.H.)

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