BOYTRONIC - Living Without You


Erstveröffentlichung: Maxi-CD 2002 / Strange Ways / Indigo

Das ist ja toll, erst hört man jahrzehntelang gar nix von BOYTRONIC und dann kehren sie mit einem Hammeralbum und einer neuen Single in gleich doppelter Ausführung zurück. Klar war, dass „Living Without You“ aus dem Album ausgekoppelt würde, denn das ist zwar nicht der beste Song, aber mit Sicherheit der hitverdächtigste. Warum nun aber neun verschiedene Mixe (inclusive der schon bekannten „Album Version“) verteilt auf zwei Maxi CDs erscheinen müssen, weiß wohl niemand so recht, aber mal hören, vielleicht sind ja schöne Remixe dabei...

CD1 beginnt mit der „Radio Version“, die wunderschön hymnenhaft daher kommt und einfach ein großartiger Popsong ist, der es eigentlich verdient hätte, die Top 10 zu knacken. Natürlich gehen auch BOYTRONIC mit der Zeit und haben für die „Foreland“ Version Ronan Harris von VNV Nation an die Regler gelassen, der aus „Living Without You“ einen treibenden Dancefloor-Track gezaubert hat. Sehr kraftvoll und gelungen, diese Version wird man sicher in einigen Clubs hören. Ist das jetzt eigentlich „Future Pop“? Etwas weniger monumental und irgendwo zwischen 80er Sound und modernem Techno ist der „Fairlage Remix“ angesiedelt. Interessant, weil ungewöhnlich. Vielleicht ist der Rhythmus auf die Länge des Songs hin gesehen etwas zu hektisch. Dann der „DJ Ram Remix“, der am ehestem dem angesagten Pop-Techno Sound entspricht und wohl den heutigen Kids am besten gefallen dürfte, die die 80er Jahre nicht bewusst mitbekommen haben. Beendet wird diese erste CD mit dem Album Track „A Tune Called Emotion“.

Die zweite CD kommt im schicken, knallroten Digipak und bietet 5 weitere Versionen des Songs. Als erstes gibt´s den „Jan Driver Dub Mix“, bei dem außer der Titelzeile des Liedes kaum etwas geblieben ist. Danach dann der „Ural 13 Dictator´s Remix“, der ein bisschen was von alten Italo-Disco Klängen hat und damals mit Sicherheit ein Discotheken-Knaller geworden wäre. Sehr schräg und experimentell (mit echtem Schallplatten-Knistern) ist der „Cranky Cranium Remix“, der Mitte der 80er auch gut auf einer Depeche Mode Single-B-Seite hätte erscheinen können. Ziemlich gelungen, auch, wenn vom eigentlichen Lied nicht mehr viel übrig ist. Der „Jan Driver Remix“ ist noch mal was für DJs, bevor diese MCD mit der bekannten „Album Version“ schließt.

Obwohl ich kein großer Fan von vielen Remixen bin, muss ich doch sagen, dass BOYTRONIC sich hier Mühe gegeben haben, ein und demselben Song viele verschiedene Seiten abzugewinnen. Ob´s wirklich nötig ist, lasse ich mal offen, auf jeden Fall wird es viele Fans freuen. (A.P.)



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