ANKHARA - Sombras del Pasado


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Locomotive Music

ANKHARA kommen aus Spanien und bringen mit “Sombras del Pasado” ihr drittes Album auf den Markt. In ihrem Heimatland sind sie extrem bekannt und in Europa starten sie gerade ihren Aufmarsch. Ihre Musik nennt sich Progressive Metal und ist durchsetzt von unzähligen Breaks, Stilwechseln und spanischem Gesang. Die Gitarrensoli sind extrem kunstfertig und rasend schnell gespielt, ebenso die Keyboards, die oftmals extrem im Vordergrund stehen und manchmal ziemlich quietschen, aber das tun die Gitarren ja auch. Neben Rockelementen bauen ANKHARA noch jede Menge Punk in ihre Songs ein. Alles in allem wirkt sehr positiv und lebenslustig, nicht so destruktiv oder fantasymäßig, wie viele Metalbands dieses Genres. So schlagen sie also die Brücke zwischen Metal und Punk, wobei ich aber fast glaube, dass es für Punkrock-Fans doch ein wenig zu metallisch ist. Dann sind wir mal gespannt, ob „Sombras del Pasado“ auch Europa überrollen wird. (H.H.)

BUTTERMAKER - Samstag


Erstveröffentlichung: Maxi-CD / Langstrumpf Rec. / TIS

BUTTERMAKER hat aus seinem ""Schick & Sportlich""-Album einen seiner besten Songs als Maxi herausgebracht. Was ein bißchen schade ist, ist die Tatsache, daß BUTTERMAKER uns keinen neuen Song hier präsentiert, sondern vier Mixe vom Sauflied ""Samstag"". Allerdings sind die Songs gar nicht so uninteressant abgemischt worden. Beginnen tut das Ganze mit der sogenannten Albumversion, aber die Albumversion ist allerdings gar nicht richtig die Albumversion, scheint neu abgemischt zu sein und ein wenig mehr Hall ist verwendet worden. Ist halt sozusagen die Radioverwender-Version. Interessant ist die ""Acapella Mischmasch Version"", die Strophen sind zwar apapella, bzw. mit einer Akustikgitarre unterlegt, doch bei den Refrains geht es immer intrumententechnisch los. Fetzt ganz schön! Dann folgt die ""First Ever Recorded Walkman Version"", die wohl mit einem Walkman im Proberaum aufgenommen wurde und dementsprechend mies klingt und eigentlich auch keine neuen Einblicke bringt. Zum Schluß gibt es dann noch die Dub-Version zum Mitsingen. Übrigens will BUTTERMAKER Ende dieses Jahres ein Treffen mit dem Kanzler dieses Staates vereinbaren und dort alle wichtigen Dinge mit diesem Manne bereden, die zur Zeit drücken. So startet BUTTERMAKER dann also seine Kampagne ""Ich will den Kanzler sprechen"" und bittet um Unterschriften von Euch. Bitte schickt diese an Langstrumpf Rec., Desmecke 14, 59939 Olsberg. Vielleicht kann der gute Holzfällerhemdenträger ja auch ein paar wichtige Probleme, die Euch drücken, ansprechen. Zum Schluß bleibt noch zu sagen, daß die Album Version wohl doch die Album-Version ist, ich hatte bloß versehentlich so´n komisches Hall-Programm an meinem Verstärker eingestellt. (H.H.)

FRIEDER BUTZMANN - Wunderschöne Rückkopplungen


Erstveröffentlichung: CD 2004 / Vinyl-On-Demand

FRIEDER BUTZMANN kennt man hauptsächlich durch seine musikalischen Werke wie „Waschsalon Berlin“ aus den Zeiten der frühen Neuen Deutschen Welle, als sich deutsche Musiker erstmals eine von der angloamerikanischen Popkultur unabhängigen Identität schafften und häufig mit sehr einfachen Mitteln wirklich innovative Klänge erzeugten. Seit 1979 hat BUTZMANN eigentlich kontinuierlich Platten veröffentlicht, von denen ich leider kaum welche kenne. Im weiteren Sinne darf man seine Aufnahmen aber wohl als experimentell und avantgardistisch bezeichnen. Der 1954 geborene Musiker hat allerdings schon viel früher mit Tonaufnahmen begonnen und so sind auf dieser LP erstmals einige Klangexperimente aus den Jahren 1969-71 zu hören, die in ihrer Entstehungszeit wirklich unerhört gewirkt haben müssen. Unglaublich, dass FRIEDER BUTZMANN schon lange bevor Projekte wie P16.D4 und andere in den frühen 80ern in der Avantgarde-Szene erschienen, mit Rückkopplungen, Verzerrungen, Frequenzen, Bandschleifen und elektronischem Equipment gearbeitet hat. Im Grunde hat er schon um Jahre vorweg genommen, was heute gerne als Ambient-Noise bezeichnet wird. Teilweise klingen die Stücke sehr düster, ja, fast schon gruselig und ich könnte sie mir für Filme von Derek Jarman oder den frühen David Lynch als Soundkulisse vorstellen. Irgendwie erinnert mich die Herangehensweise an Komponisten der modernen Klassik wie Ligeti oder Strawinski, wobei natürlich die Ergebnisse ganz andere sind. Spannend ist das allemal und ein hochinteressantes Tondokument eines lebenslangen Klangforschers. Sehr informativ ist auch die Website des Künstlers. Besucht sie unter www.friederbutzmann.de . Der Mann hat zum einen sehr angenehmen Humor und zum anderen ist er auf vielen Gebieten künstlerisch aktiv, so auch seit seiner Kindheit auf dem Hörspielsektor, der Malerei und anderen. (A.P.)

Webadresse der Band: www.vinyl-on-demand.com

ALBERT CAMUS - Der Fall


Erstveröffentlichung: Buch 1956 / Rowohlt Taschenbuch Verlag

Der Pariser Bußrichter unterhält sich mit jemandem über seinen Hochmut und dem darauf folgenden Fall in seinem Leben. Da Albert Camus für dieses Werk den Nobelpreis erhielt, sollte ich mich wohl hüten, etwas Negatives darüber zu sagen, um nicht als dämlich zu gelten, aber ich muss es doch tun. Natürlich soll sich der Leser in den Worten des Richters wiederfinden, alleine schon die Szene im Auto hat wohl in ähnlicher Art jeder schon mal erlebt, aber der Großteil des Buches ist anstrengend. Der Spiegel, den Camus uns damit vorhalten will, spiegelt dadurch kaum zurück, die Sprache, inzwischen über 50 Jahre alt, geht nicht mehr leicht über die Lippen und die Schlußpointe geht auch nicht so richtig auf, jedenfalls für mein Verständnis, da man als Leser als ziemlich widerspruchsloser Mensch hingestellt wird, der alles schluckt und zu allem „Ja“ und „Amen“ sagt. Das wirft mich nicht gerade in die Identitätskrise, die Camus wahrscheinlich im Sinn hatte. Da hat mir „DER FREMDE“ bedeutend besser gefallen. (H.H.)

CANNON - Back In Business


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Point Music

1994 hat sich die Band CANNON getrennt, 10 Jahre hat man gebraucht, sich wieder zusammenzuraufen. Flugs wurde ein Doppelalbum auf den Markt geworfen mit alten Stücken und einer bislang unveröffentlichten Platte. Nun ist eine neue Platte da und es ist Hardrock der typischen Art, wobei AC/DC garantiert keinen Unbekannten waren, obwohl CANNON mit mehr Metalanteilen daherkommen. Und natürlich mit dem gängigen und angesagten 80er-Sound, der CANNON teilweise wirklich recht RETRO klingen lässt, da ist kein Platz für moderne oder gar innovative EInfällle. Sicherlich ist das auch nicht so gewollt und das muss man respektieren. Dürfte den Erfolg beim jüngeren Publikum aber auch verhindern (H.H.)

COMPILATION - Celtic Circle Sampler Part 1


Erstveröffentlichung: CD 1994 / Celtic Circle / Semaphore

Der „Celtic Circle Sampler Part I“ kommt als Doppel-CD mit insgesamt 27 Titeln, ist sein Geld also rein quantitativ schon mal wert. Musikalisch ist es durchgehend elektronisch, wobei ein Mischung aus bereits bekannten und beliebten Gruppen sowie vielen Newcomem hervorzuheben ist. Einige wirkliche Höhepunkte sind natürlich dabei, so kann z.B. DIVE mit einem typischen minimalistischen Titel wie immer überzeu­gen. SILKE BISCHOFF bieten mit einem Remix ihres Hits „On The Other Side“ Stoff für die Discos, Bands wie DAS ICH, GOE­THES ERBEN, LACRIMOSA, PLACEBO EFFECT oder auch FORTIFICATION 55 bieten typisches. Sehr schön ist der Titel „Stadt Der Träume“ von ARTWORK, sehr ruhig, angenehm zu hören. Neue Namen, die sicherlich durch zukünftige CD Veröffentlichungen bekannter werden sind z.B. PAGE12, PARACONT, SPLATTER SQUALL und PEERREPOINT. Dazu kommen noch diverse anderer Namen, die jetzt nicht alle aufgezählt werden sollen. (A.P.)

CHANTS OF MALDOROR - Thy Hurting Heaven


Erstveröffentlichung: CD 2000 / Radio Luxur

I got a tape of this band from my friends of the wonderful Spiritual Bats some time agao, and loved it from the first listening on. Now they released their first CD via Radio Luxor and my heart seems to jump back into the early 80s. This is the perfect mixture of US-Death-Rock and the typical Italian Gothic-Rock. Take the first album of Germany´s ""Endless"", the legendary tape of ""The Evil Speaks"" and ths unforgettable italian bands ""Sturm Und Drang"", Dead Relatives"" and ""Deviate Ladies"". If you are ""young"" (and only in this case) and do not know these bands, remember the first album of ""Christian Death"".

""Thy Huting Heaven"" is really powerful and well produced and has a couple of great hits on it. You shouldn´t miss this album, if you are into Gothic-Rock! Well, there is a ""hidden track"" again... (A.P.)

CHIASM - Relapse


Erstveröffentlichung: CD 2005 / COP International / Al!ve

Frauen erobern die Electro-Szene...neue Folge.

CHIASM ist Emileigh Rohn im Alleingang, die mit „Relapse“ ihr zweites, selbst produziertes und über COP veröffentlichtes Album vorlegt. Schon vor dem abspielen der CD wird man neugierig, da das Booklet sehr schön gestaltet ist. Musikalisch gibt es Electro-Sound, der sich aus allen Unterarten dieser Musik ausgiebig bedient und einen recht eigenen Mix daraus bastelt, dabei fallen einem zu fast jedem Stück andere Vergleiche ein, so ist „Embryonic“ ein sehr schön waviger Titel, der wie eine Mischung aus Chris & Cosey und Untoten klingt, „Delay“ könnte von der früheren Anne Clark stammen und so weiter. Die meisten Titel sind durchaus tanzbar, hier und da hätte etwas mehr Druck der Produktion allerdings gut getan. Die Stimme, die meiner Meinung nach (im Gegesatz zur Aussage im Waschzettel) so gar keine Erinnerungen an Björk weckt, ist hier und da etwas dünn und nicht besonders in den Vordergrund gemischt, so dass der Wiedererkennungswert nicht unbedingt darauf beruht. Electro-Wave, Future Pop, Dark Wave, EBM und sogar Italo-Disco-Anklänge (in „Rewind“) und vieles mehr findet man auf dem Album, so dass jeder, der in irgendeiner Form Electro mag, mal reinhören sollte. Die Mehrzahl der Stücke gefällt mir richtig gut, allerdings ohne, dass ich nun in Jubelschreie ausbrechen würde. Vielleicht etwas verwegen, aber wem Client gefällt, sollte auch mal Chiasm antesten, wenn eine ordentliche Portion Wave-Feeling nicht stört. Speziell für den Clubeinsatz dürften die so genannten „Bonus Tracks“ sein (gibt es eine Veröffentlichung ohne die Stücke, oder was ist daran „Bonus“?), bei denen es sich um Remixe zweier Songs handelt. (A.P.)

THE CHRISTINES - Living At The Bottom Of The Sea


Erstveröffentlichung: CD Lost Arts Productions

Eine Band aus Denver. Gitarrenlastige Popmusik der feinen Art, harmonisch, wavig und irgendwie erinnert mich das oft an die Beatles, wie so manche Band in letzter Zeit und das soll hier einfach mal ein Kompliment sein. Es steckt irgendwie zwischen herrlichem, angenehmen Hippytum und modernerem Gitarrenpop englischer Bands. Irgendwie ist das Ganze auch verdammt romantisch und für verliebte Herzen geeignet. Meine Güte, die Musik ist einfach wirklich schön, so herzergreifend, daß einem schon fast die Tränen kommen, so sehr lullt sie den Zuhörer ein. Es ist vielleicht nicht unbedingt eine physisch mitreißende CD, sondern eher eine psychisch beruhigende CD, genau das richtige für eine Tasse Tee bei Kerzenschein. (A.P.)

THE CHRONICS - Make You Move


Erstveröffentlichung: CD 2002 / Bad Afro Records / Indigo

Und nun bringen THE CHRONICS aus Schweden nach ihrem ersten Album „Soulshaker“ aus dem Jahr 2000 ihr zweites Album auf den Markt und wiederum gibt es 32 Minuten fetzigen Garagen-Rock zu hören, der so schön ungeschliffen und rau daherkommt. Wiederum gibt es guten Rock´n Roll zu hören, gepaart mit Orgeln, Bongos, sogar Bläser und einigem mehr. Selbst weiblichen Gesang kann man im Hintergrund vernehmen. Im Grunde würde ich behaupten, THE CHRONICS haben ihren Stil perfektioniert und sind reifer geworden. Während viele Bands im Laufe der Jahre straighter werden, werden THE CHRONICS eher ein bisschen verspielter und auch melodischer, ja, sogar ein bisschen poppiger. Mein persönlicher Lieblingstrack ist „Honey Blue“, den ich damit natürlich auch als Anspieltip deklariere. (H.H.)

THE CHRONICS - Soulshaker


Erstveröffentlichung: CD 2000 / Bad Afro Records / Voices Of Wonder

THE CHRONICS sind eine schwedische Band, genauer gesagt kommen sie aus Umeå. Ihr Stil ist einfacher Garagenrock ohne große Schnörkel und extrem bodenständig, so ein Rock, den man gut in einer Kneipe beim Bier hören kann. Dreckig, einfach und rock´n rollig. Der Style der CD ist so einfach, daß man einfach gar nicht mehr dazu sagen kann, außer daß es nach vorne geht. (H.H.)



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