CONTROLLED BLEEDING - Phlegm Bag Spattered (Knees & Bones Sessions)


Erstveröffentlichung: CD 1990 / Dark Vinyl

Die wenigsten Leute kennen heute noch CONTROLLED BLEEDING, lediglich in der Industrial-Szene geniesst dieses Projekt von Paul Lemos Kultcharakter. Die frühen Alben enthielten heftigsten, aber meist durchstrukturierten Lärm, man erinnere sich nur an Stücke wie „Chóte/Wheels/Hair“ oder „Lungs Half“ von der LP „Body Samples“. Mit der Zeit entwickelte die Band einen ambienteren Stil, der aber immer noch im Hintergrund krachig war, „Angst-Musik“ habe ich das immer genannt. 1990 hat das Dark Vinyl Label als zweite Veröffentlichung eine CD mit sehr frühen CONTROLLED BLEEDING Aufnahmen aus den Jahren 1983/84 veröffentlicht, die die Anfänge der Band aufzeigt und sicherlich für viele japanische Noise-Projekte als Inspiration dienen dürfte. Zu hören ist beinahe purer Krach, dem es noch an Struktur fehlt. Scheppernde Metallteile, Feedbacks, Schreie, übersteuerte Geräusche und alles mögliche sonst, was sich wie eine Bohrmaschine in die Gehirnwindungen des Hörers schiebt. Musik ist das nicht mehr, Melodien gibt es absolut nicht und das ganze ist meiner Meinung nach konsequenter als die frühen Neubauten, die fast immer noch eine Art von Songstruktur hatten. Wenn man die Möglichkeit hat und keine Nachbarn in der näheren Umgebung zu vermuten sind, sollte man diese CD bei voller Lautstärke hören (allerdings sollte man dann keine Angst um seine Boxen haben müssen!). Oder aber das ganze über Kopfhörer konsumieren. So in etwa müssen sich die Leute in dem Cronenberg-Film „Scanners“ gefühlt haben, kurz bevor ihre Köpfe explodierten. Nein, Musik ist das wirklich nicht mehr, aber doch irgendwo faszinierend. Die CD war übrigens Anfangs auf 999 Exemplare limitiert, keine Ahnung, ob es je eine Nachpressung gegeben hat. (A.P.)



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