THE CURE - 08.04.2000 Stuttgart, Hanns-Martin-Schleyer-Halle


Erstveröffentlichung: Konzert/Veranstaltung 2000

Nach dreieinhalb Jahren war es nun endlich wieder soweit, CURE sind auf Tour und starten die Deutschlandkonzerte in Stuttgart in der leider viel zu großen Schleyerhalle, die zwar einigermaßen gefüllt war, aber bei weitem nicht ausverkauft. Egal, zumindest war die Bühne groß genug für die 5-Mann Band und die Stimmung im Publikum war von Anfang an sehr gut, als das Konzert um 20.20 Uhr begann. Die Lichtshow erinnerte mit den vielen blauen und roten Scheinwerfern ein wenig an die 89er Tour und war, wie man es bei CURE-Auftritten gewohnt ist monumental und perfekt auf die einzelnen Lieder abgestimmt.
Das Konzert begann, wie nicht anders zu erwarten mit „Out of this world“ und „Watching me fall“ vom aktuellen Hitalbum „Bloodflowers“. Es wurden im Laufe des Konzertes fast alle Titel des Albums gespielt, dazu eine stimmige Mischung aus älteren Titeln, wobei besonders das „Disintegration“-Album berücksichtigt wurde, während „Pornography“ lediglich mit „One Hundred Years“ in einer tollen Version vertreten war. Dazu kamen „Play for today“, „M“, „Shake Dog Shake“, „A Forest“ und als poppigste Lieder „In between days“ und „Just like heaven“. Aus den 90ern wurden lediglich „From the edge of the deep green sea“ und (ich glaube) „Want“ dargeboten. „Plainsong“, „Fascination Street“, „Prayers for rain“ und „Disintegration“ riefen wahre Jubelstürme hervor. Als Höhepunkt und Abschluß gab es „Faith“, bevor das Publikum nach 2 ½ Stunden und insgesamt drei Zugabeblöcken zufrieden nach Hause ging.
THE CURE waren live überzeugend wie immer, aber der letzte Funke, der das Konzert zu einem Klassiker gemacht hätte, sprang nicht über, jedenfalls nicht bei mir. Vielleicht werde ich doch langsam alt oder weniger begeisterungsfähig, vielleicht habe ich die Gruppe auch einfach schon zu häufig gesehen?
Das Publikum war (im wörtlichen Sinne) bunt gemischt, schwarzgewandete Leute waren eher in der Minderheit und so schöne Frisuren wie früher gibt es auch nur noch vereinzelt zu sehen. Dafür war der Anteil an Schnauzbartprolls leider relativ hoch, was doch etwas befremdlich war. Offenbar haben auch einige der alten Fans mal wieder den Weg zu einem Konzert gefunden, denn der Anteil an Leuten über 30 war verblüffend hoch, was mich dann doch sehr erfreut hat, da ich selber auch in Kürze zu dieser Gruppe von Leuten gehören werde.
Es war einfach schön, die Helden der eigenen Jugend wieder auf der Bühne zu sehen und THE CURE waren perfekt wie immer. (A.P.)

Webadresse der Band: www.thecure.com


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