THE CURE - Wild Mood Swings


Erstveröffentlichung: CD 1996 / Fiction Records / Polydor

Als 1996 das Album „Wild Mood Swing“ als erste „neue“ Cure Platte seit der 1992er „Wish“ erschien, habe ich für die damals noch existente Printausgabe von Back Again eine ziemlich positive Kritik geschrieben, wahrscheinlich in der Euphorie, überhaupt mal was neues von einer der zwei besten Bands überhaupt zu hören (welches die zweite ist, darf nun jeder raten).

Danach habe ich das Album aber kaum noch gehört und auch das dazugehörige Konzert in Hamburg hat keinen besonders prägenden Eindruck hinterlassen.

Nun ist „Wild Mood Swings“ alles andere als ein schlechtes Album, im Vergleich zum sonst gängigen Pop ist es sogar richtig gut, aber es ist eben kein „typisches“ CURE-Album, sondern wirkt wie eine unhomogene Zusammenstellung völlig verschiedener Songs. Insofern erinnert es ein wenig an „The Head On The Door“.

Los geht es mit „Want“, dem besten Stück des Albums. „Want“ ist ein „echter“ CURE-Song und erfreut sich auch heute noch live großer Beliebtheit. Das Lied steht in einer Reihe mit Meisterwerken wie „The Kiss“, „Disintegration“, „From The Ende Of The Deep Green Sea“ und dem später erschienenen „Bloodflowers“. Leider verspricht der Titel mehr, als das Album danach halten kann und mit „Club America“ geht es dann zwar rockig, aber wenig spannend zu, zudem klingt der Gesang irgendwie gepresst. „This Is A Lie“ hat schöne Streicher-Keyboards und klingt melancholisch, irgendwie wie eine B-Seite aus der „Catch“-Zeit. Die Vorab-Single-Auskopplung „The 13th“ ist für mich einer der schwächsten CURE-Songs überhaupt und wirkt so, als wenn die Band unbedingt mal was anderes machen wollte. Mal ganz ehrlich, wer möchte THE CURE sommerlich-beschwingt hören? Besser wird´s dann mit „Strange Attraction“, das ein bisschen wie eine Fortsetzung zum unter Fans nicht sonderlich beliebten „Six Different Ways“ wirkt. Ich mochte den Song von „The Head On The Door“ immer gerne und auch „Strange Attraction“ entfaltet eine ganz eigene Atmosphäre. „Mint Car“ war eine weitere Singleauskopplung und auch ein kleiner, typischer CURE-Popsong, den die Band sogar in der Harald-Schmidt-Show vorgestellt hat, wenn ich mich recht erinnere. „Jupiter Crash“ ist langsam und akustisch und unter CURE-Fans wieder beliebter, irgendwo zwischen „Wish“ und „Bloodflowers“. Auch „Round & Round & Round“ erscheint wie einer der Popsongs aus der „Wish“-Phase. Eingängig, und entsprechend eine Singleauskopplung, ist auch „Gone“, allerdings wirkt das Lied etwas unspektakulär und gehört somit nicht zu den großen CURE-Hits. Wieder deutlich spannender ist „Numb“, so will man die Band hören, während auch „Return“ ein wenig das fortsetzt, was mit „Wish“ Jahre zuvor begonnen wurde. Eher an Singles wie „Wrong Number“ oder „Never Enough“ schließt „Trap“ an. Diese Seite von CURE hat mich nie wirklich begeistert, auch, wenn´s hier recht poppig klingt. Mit „Treasure“ und „Bare“ endet das Album noch mal bandtypischer und man fühlt sich nochmals an Alben wie „Wish“ und „Disintegration“ erinnert.

„Wild Mood Swings“ ist somit eher eine Sammlung unterschiedlicher, unzusammenhängender Songs, als ein konzeptionelles Werk wie die großen Klassiker „Pornography“ und „Disintegration“. Viele Ideen von „Wish“ wurden weiter geführt und vier, fünf sehr gute Songs sind dabei heraus gekommen, allerdings auch einige eher mittelmäßige und ein, zwei ziemlich schwache. Nach dem großen kommerziellen Erfolg von „Wish“ wurden von „Wild Mood Swings“ wohl nur noch halb so viele Exemplare verkauft, wie zuvor. Unter CURE-Fans dürfte diese Platte eine der am wenigsten geliebten sein. (A.P.)

Webadresse der Band: www.thecure.com


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