THE CURE - Disintegration


Erstveröffentlichung: CD 1989 / Fiction / Polydor

Nach einigen Popalben wie „The Head On The Door“ und „Kiss Me Kiss Me Kiss Me !!!“ besann sich Robert Smith Ende der 80er Jahre auf seine Stärke, düstere, epische Songs zu schreiben und es erschien eines der besten CURE-Alben bis zum heutigen Tag, „Disintegration“. Die Platte klingt insgesamt wie eine Fortführung des auf „Seventeen Seconds“ und vor allem „Faith“ begonnenen Weges und hat mit „Plainsong“ wohl den musikalisch bombastischsten Opener aller CURE-Platten, der auch live die Hallen erbeben ließ und zu meinen Lieblingsliedern (nicht nur von THE CURE) gehört. Es folgt das eingängige und deshalb wohl auch als Single ausgekoppelte, „Pictures Of You“ und dann einer der etwas unterbewerteten Songs „Closedown“, der eine wunderschöne melancholische Melodie hat und beinahe ebenso monumental wie „Plainsong“ ist. Den poppigsten Titel „Lovesong“ überhören wir mal geflissentlich, denn er ist der einzige Ausfall auf „Disintegration“, obwohl er wohl als eine der bekanntesten Singles der Gruppe gelten dürfte (die MCD enthält übrigens mit „Fear Of Ghosts“ und „2 Late“ zwei tolle Songs, so daß man sie trotz des schnulzigen Titelliedes kaufen sollte). Dann kommt mit „The Last Dance“ einer der beiden Titel, die auf der LP-Version nicht enthalten sind. Das Lied leitet ein, was die zweite Hälfte der Platte in Perfektion bietet und ist zu einem beliebten Livesong geworden. „Lullaby“ dürfte einer der kommerziell erfolgreichsten CURE-Titel sein und beweist, daß Popmusik nicht immer hohl sein muß, sondern auf Tiefe haben kann. Wie eine Fortsetzung des genialen „Shake Dog Shake“ von 1984 klingt das düstere „Fascination Street“, das bei nicht wenigen Fans zu den Lieblingsliedern gehört. „Prayers For Rain“ ist ein weiteres monumentales Epos, das den Stil der Band Ende der 80er perfekt widerspiegelt. „The Same Deep Water As You“ gehört ebenso zu den CURE-Klassikern und klingt wie eine musikalische Weiterentwicklung des Titels „Faith“ von 1981, brilliant. Es folgt der Titelsong „Disintegration“, der düster-treibend vor allem live seine ganze Genialität entfaltet, aber auch in der richtigen Lautstärke zu Hause gehört Magie verstrahlt. Sowieso sollte man die ganze CD recht laut hören, einen entsprechenden Hinweis gibt auch das Cover, sonst überhört man möglicherweise viele Kleinigkeiten. „Homesick“ ist der zweite Bonustrack gegenüber der LP und reiht sich nahtlos in die vorhergehenden Songs ein. Ausklingen tut das Album weniger dunkel mit „Untitled“, das ein wenig die Stimmung eines Sonnenaufganges nach einer am Strand verbrachten Nacht mit traurigen Gedanken verbreitet. Damit sind gut 70 Minuten traumhafte Musik zu Ende und bleibt nichts weiter zu sagen, als daß „Disintegration“ ein moderner Popmusik-Klassiker ist und THE CURE auf einem der Höhepunkte ihres Schaffens zeigt. Wenn man nur drei CURE-Alben kaufen möchte, sollte dieses auf jeden Fall dabei sein. (A.P.)

Webadresse der Band: www.thecure.com


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