THE CURE - Pornography


Erstveröffentlichung: CD 1982 / Fiction / Polydor

Wenn man sich unter den (älteren) CURE-Fans nach dem besten Album der Band umhört, werden die meisten wohl „Pornography“ nennen. Nicht zu unrecht, denn diese vierte LP der Band von 1982 ist wohl eins der intensivsten Stücke Musik, die je auf Vinyl oder CD gebrannt wurden. Monotone Drums, jaulende Gitarren, wummernder Bass und die leidende Stimme Robert Smith´s, der von Einsamkeit, Bitterkeit und Verfall singt machen „Pornography“ zu einer ultimativen Selbstmordplatte, wobei die Düsternis vor allem aus der Monotonie und Aggressivität entsteht, die jeder einzelne Song ausstrahlt. Anfangen tut die Platte mit dem Live-Klassiker „One Hundred Years“, der bei vielen Fans zu den absoluten Lieblingsstücken gehört, gefolgt von „A Short Term Effect“ und der etwas eingängigeren Singleauskopplung „The Hanging Garden“ und dem morbiden „Siamese Twins“. Mit „The Figurehead“, „Cold“ (selten verdiente ein Lied seinen Titel mehr) und dem Titelstück „Pornography“ wird die Atmosphäre gekonnt beibehalten. Mein Lieblingsstück ist aber „A Strange Day“, nicht nur auf dieser Platte, sondern bei THE CURE überhaupt (abgesehen vielleicht von „Plainsong“). Nach der Vermischung aus Pop und Punk auf „Three Imaginary Boys“, dem New Wave von „Seventeen Seconds“ und der Trauer und Hilflosigkeit auf „Faith“ hat die Gruppe mit „Pornography“ ein Album produziert, das als einziges zumindest ein bißchen der Gothic-Schublade zugeordnet werden kann. In jedem Ton hört man schon die bandinternen Probleme, die schon bei den Aufnahmen bestanden und am Ende der anschließenden Tour zur vorübergehenden Auflösung der Gruppe führten, bevor sich Robert Smith und Lol Tolhurst etwas später ohne Simon Gallup mit den Popsingles „Let´s Go To Bed“, „The Walk“ und „The Lovecats“ zurückmeldeten, die wohl auch so etwas wie eine Therapie von den düsteren, selbstzerstörerischen Zeiten waren. Nie zuvor und nie danach waren THE CURE so genial und so düster, wie auf „Pornography“. (A.P.)

Webadresse der Band: www.thecure.com


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