THE CURE - Three Imaginary Boys


Erstveröffentlichung: CD 1979 / Fiction / Polydor

Mit diesem Album fing alles an, THE CURE traten erstmals in eine breitere Öffentlichkeit und konnten mit dem Coverkonzept (nur drei Haushaltsgeräte auf dem Frontcover, schwer zu findende Titelangaben) gleich überraschen, was einiges an Presse sicherstellte.

Eröffnet wird das Album vom immer noch genialen, minimalistischen ""10:15 Saturday Night"", das einer der großen CURE-Klassiker ist. Es folgen einige Popsongs, die ein wenig vom Punk beeinflußt sind wie ""Accuracy"", ""Object"", ""Fire In Cairo"" und ""It´s Not You"". Zu meinen Lieblingsliedern gehört ""Grinding Halt"", einer der ersten CURE-Songs, die ich überhaupt kannte. Mit ""Foxy Lady"" ist ein Jimi Hendrix Cover vertreten, dazu ""Another Day"", ""So What"", ""Meat Hook"" und das bis heute immer noch geniale ""Subway Song"". Mit dem Titelsong ""Three Imaginary Boys"" zeigten THE CURE bereits hier, wohin die Reise auf den nächsten Alben ""Seventeen Seconds"" und ""Faith"" gehen sollte. Unter all den Pop-Songs sticht dieser Titel hier noch ein wenig raus, ist aber wohl gerade deshalb ein fast unverzichtbarer Titel bei Konzerten geworden. Nicht erwähnt und eigentlich auch unnötig ist der Instrumentaltitel ""The Weedy Burton"", der wohl eher als Witz zu verstehen ist und sich an den eigentlich letzten Titel ""Three Imaginary Boys"" anschließt und somit ein frühes Beispiel der heute weitverbreiteten Unart des ""Hidden Track"" ist.

Mit diesem Debut zeigen THE CURE, daß sie zwar von Pop und Punk beeinflußt, aber doch gewillt waren, einen eigenen Weg zu gehen, der bereits mit dem Nachfolger ""Seventeen Seconds"" eindrucksvoll aufgezeigt wurde. (A.P.)



Hier nur noch ein paar Infos zu den einzelnen Songs, die aus der Cure-Biographie ""Never Enough"" zusammengesammelt wurden:

""10:15 Saturday Night"": Neben ""Killing An Arab"" das beliebteste Lied aus der Frühphase der Band, sowohl damals als auch heute. War zudem die B-Seite der ersten 7"" ""Killing An Arab"", wobei es sich eigentlich eher um eine Doppel-A-Seiten-Single handelte.

""Accuracy"": Laut der Cure-Biographie ""Never Enough"" ein ""weiterer Ausdruck von Post-Punk-Verzweiflung"", bei dem das Lied knochentrocken rüberkommt und bei dem Robert Smith seinem Gesangsstil (nämlich halb gesprochen) gut rüberbringt.

""Grinding Halt"": Stammte ursprünglich von Lol Tolhurst, Smith hat es aber bearbeitet. Abgehackte Rhythmusgitarre, abgehacktes New-Wave-Schlagzeug, erinnert an das Album ""Drums And Wires"" von XTC.

""Another Day"": Weist den Weg zu späteren, düstereren Alben wie ""Faith"" oder ""Pornography"". Ein Lied über Eintönigkeit und Langeweile.

""Object"": Smiths Stimme wird hier teilweise ordentlich mit Effekten bearbeitet. Laut Smith eine ""Persiflage auf einen sexistischen Song"".

""Subway Song"": Laut Autor Jeff Apter ""versucht sich die Band auf mittelmäßige Weise am ´Rock´n Roll Noir´"". Planlos, wie er schreibt. Robert Smith erzählte zu dieser Zeit immer wieder, dass er eine Geschichte gehört hätte über jemanden, der in der U-Bahn ermordet wurde.

""Foxy Lady"": Nun geht es mit dem Album bergab, so der Autor. Muss ich allerdings bestätigen. Diese Jimmy-Hendrix-Coverversion ist unschön. Hier singt auch nicht Robert Smith, der ein Riesen-Hendrix-Fan ist, sondern sein Bandkollege Mal Dempsey.

""Meathoook"": Ebenso kein allzu gelungenes Stück, hier ""scheinen The Cure rapide die Ideen auszugehen"", während Smith irgendwas von einem Besuch beim Metzger erzählt. Der Refrain allerdings ist schon recht gelungen, wie ich sagen muss.

""So What"": Neben ""Foxy Lady"" der Tiefpunkt der Platte, der ""Text"" stammt angeblich zum Teil von einer Zuckerpackung, von der Smith irgendwas über Kuchen ablas. Am Ende hört man, wie Smith die Zuckerpackung zusammenknüllt. Das Stück soll übrigens besoffen eingesungen worden sein.

""Fire In Cairo"": Scheint an ""Killing An Arab"" anzuschließen, zumindest was das Geographische angeht. Sehr nettes Stück.

""It´s Not You"": Gehört in die Tradition von ""Meathook"", ist aber auch eher ein schwaches Lied, das es wohl nur auf das Album geschafft hat, weil es live beim Publikum gut ankam.

""Three Imaginary Boys"": Hier gibt es wieder einen Ausblick auf das, was noch kommen sollte, Musik, die auf ""Faith"" und ""Seventeen Seconds"" hindeutet, wunderbar.

Insgesamt ein Album, das nicht zu meinen Favoriten gehört. Erstaunlich ist, dass man ""Killing An Arab"" nicht mit auf das Album genommen hat, denn zu dieser Zeit war das Stück (neben ""10:15 Saturday Night"") der große Hit der Band. (H.H.)

Webadresse der Band: www.thecure.com


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