DEMENTI - Zweigefühl


Erstveröffentlichung: CD 2003 / Re:Pop / SMIS-Sony Music

Gedanken und Gefühle aus Angst

„Unsere Songs sind direkte, leidenschaftliche Berichte über Gedanken und Gefühle zum Leben. Wir wollen den Menschen durch Musik Emotionen zurückgeben, die im Alltag oft verschüttet scheinen. Die melancholischen Melodien sind Bilder der eigenen Ängste, aber wir blicken der Wut und dem Schmerz ins Gesicht, um das Leben danach mit neuen, hoffnungsvolleren Augen zu sehen – und das sollen auch die Hörer.“ Nico Amarell

Dementi sind da – und diesmal richtig. Nico Amarell (Gesang/Gitarre/Samples), Silvio Amarell (Gitarren), Jens Meyer (Bass) und Jan Smalun (Schlagzeug), die auch privat ein unzertrennlicher Vierer sind. Sie arbeiten seit Gründung der Band im Jahr 1997 an ihrem unverkennbaren und kraftvollen Stil, der musikalisch und textlich immer zwischen Sehnsucht und Exzess zu liegen scheint. Die Songs stammen meist aus der Feder von Nico Amarell, doch Dementis Originalität ensteht durch die Kombination der Persönlichkeiten dieser vier Jungs.

Ende 2002 war die Zeit reif für handfeste Entscheidungen: Dementi cancelten kurzerhand ihre Weihnachtsferien und begaben sich im Januar 2003 ins Nachtschichtstudio von Tobias Hahn um ihr erstes offizielles Album „Zweigefühl“ einzuspielen. Eines haben alle Songs gemeinsam: Musikalisch ist es Kraft, Melodie und Tiefgang, rockige Attitüden gepaart mit elektronischer Veredelung, die Dementis Anspruch auf Modernität bezeugen.

Erst im Februar stand entgültig fest, welche Songs auf das Album kommen sollten, denn während der Aufnahmen kristallisierte sich ein roter Faden heraus, der „Zweigefühl“ durchzieht.

Zweigefühl? Die Texte sind bildreich und provokativ, Wortwahl wird zum Seelenzustand.

Gedanken und Erfahrungen, die nicht immer schön sind, aber real. Manchmal auch erotisch und anzüglich, aber immer intensiv. Es sind Gefühle wie sie jeder kennt und ihre Zielrichtung ist immer ein Zweiter: Die Freundin, die Welt, Gott und die Welt.

„Ja wir haben diese emotionalen Texte, wollen aber keinen Weltschmerz verbreiten, heben nicht den Zeigefinger und haben auch keine dementsprechende Message. Wir wollen die Leute lediglich zum Nachdenken anregen. Der Wunsch, durchs Dunkel ins Licht zu gelangen.“

Vorschnelle Kategoriesierungen passen selten und bei Dementi auch nicht, denn sie sehen sich musikalisch zu recht in einem größeren Kontext. „Zweigefühl“ ist ein Album, daß Dementi als Atmosphären – Spezialisten ausweist, Gefühlszustände sind komprimiert in Riffs, Rhythmus, Samples und Melodien: Der Opener „Meine Welt“ zeigt quälende Selbstreflexion, die in einen mitreißenden Refrain mündet. Der „Erste Tanz“ kommt musikalisch und textlich schnell auf den Punkt und wird zu einem echten Formfleisch für Bauch und Beine. Harte Schläge verteilen sie mit „Blind“ und „Maskerade“ während sich „Zeitlos“ als schwelgerisches Highlight entpuppt.

Was mit „Zweigefühl“ vollends gemeint ist, muß jeder für sich selbst entdecken, aber eines ist sicher: Dementi haben ein beseeltes und fesselndes Album geschaffen. (Maximilian Nitschke)

DEMENTI haben sich im Jahre 1997 gegründet und präsentieren mit “Zweigefühl” ihr erstes offizielles Album. Die Band besteht aus Nico Amarell, Silvio Amarell, Jens Meyer und Jan Smalun und präsentieren eine Art harten Rock mit Gitarren, die man teilweise fast dem Hardcore zuschreiben kann und einigen elektronischen Features, mit anderen Worten: Eine Band der Neuen Deutschen Härte. Doch so leicht sollte man es sich vielleicht nicht machen, denn mit einer Abstempelung tut man DEMENTI unrecht. Ganz besonders in Sachen Texte, die in Deutsch daherkommen, gibt man sich richtig Mühe. Man versucht nicht, einfach nur platt zu provozieren, sondern möchte den Zuhörern etwas sagen. Nicht oberlehrerhaft und nicht einfach nur anklagen, aber auch keine Lösung anbietend. Vielmehr soll der Zuhörer vor den Boxen zum nachdenken angeregt werden. Die starke Stimmevon Nico Amarell thront über den harten und kristallklar-verzerrten Gitarrenriffs und obwohl es musikalisch schon in Richtung Kindergarten, ein bisschen Rammstein oder auch Megaherz geht, haben DEMENTI eine absolute Eigenständigkeit, die sie von allen Gruppen unterscheidet. Fakt ist jedenfalls, dass DEMENTI hart daherkommen, herzlich dabeibleiben und böse lächelnd abschliessen. (H.H.)



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